Schulische Ausbildung: Das solltest du wissen

Möchtest du eine Ausbildung in Gesundheitswesen, Sozialwesen oder technischen Berufen machen, dann kann du eine schulische Ausbildung machen. Wir erklären dir die wichtigsten Fakten zur schulischen Ausbildung.

Schulische Ausbildung: Was ist das?

Die häufigste Form der Berufsausbildung in Deutschland ist die duale Berufsausbildung: Hier erlernst du einen Beruf in einem Unternehmen und in einer Berufsschule zugleich. Man nennt diese Form auch betriebliche Ausbildung, da sie wesentlich in einem Betrieb stattfindet und du bei dieser Form der Berufsausbildung bei einem Unternehmen angestellt bist.

Eine weitere mögliche Ausbildungsform in Deutschland ist die sogenannte schulische Ausbildung.

Es geht hier also nicht um einen Schulunterricht für Kinder (beispielsweise Hauptschulabschluss, Realschulabschluss oder Abitur), sondern um eine berufliche Ausbildung, die fast ausschließlich in der Berufsschule stattfindet.

Die schulische Ausbildung findet also nicht in einem Unternehmen statt, das dich anstellt. Deine “Heimat” ist hier vielmehr die Berufsfachschule oder das Berufskolleg. Du bist hier nicht Azubi in einem Betrieb, sondern du lernst praktisch Vollzeit in der Berufsschule.

Die meisten Schülerinnen und Schülern in der schulischen Ausbildung in Deutschland erlernen Berufe in diesen Bereichen:

  • Gesundheitswesen
  • Erziehungswesen
  • Sozialwesen.
Bei einer schulischen Ausbildung lernst du ausschließlich in einer Berufsfachschule oder einem Berufskolleg.

Diese Ausbildungen finden an Berufsfachschulen, Schulen des Gesundheitswesens und Fachschulen statt.

In den letzten Jahren ist dieser Ausbildungsbereich sehr stark expandiert: Zwischen 2005 und 2020 stieg die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger einer Ausbildung in den Berufen Gesundheitswesen, Erziehungswesen und Sozialwesen um über 35 Prozent an. Erwartet wird, dass dieser Bereich auch künftig noch weiterwachsen wird.

Welche Berufe kann man in der schulischen Ausbildung erlernen?

Du findest eine Vielzahl von Berufen, die du in einer schulischen Ausbildung an einer Berufsfachschule oder einem Berufskolleg erlernen kannst. Besonders typisch ist die schulische Ausbildung in den Bereichen Gesundheitswesen, Sozialwesen sowie in einigen technischen Berufen.

Beispielsweise findest du schulische Ausbildungen für die folgenden Berufe:

Viele – aber nicht alle – der über 350 möglichen anerkannten Berufsausbildungen in Deutschland kannst du in einer schulischen Ausbildung machen.

Dauer und Kosten einer schulischen Ausbildung

Schulische Ausbildungen sind in der Regel Vollzeitausbildungen. Die Dauer und die Lehrpläne sind für die einzelnen Berufe festgelegt, es kommt aber von Schule zu Schule zu unterschiedlichen Ferienzeiten, die die Ausbildungszeiten unterbrechen.

Im Unterschied zur betrieblichen Ausbildung bekommst du bei einer schulischen Ausbildung meistens keine monatliche Ausbildungsvergütung (also ein Gehalt von deinem Arbeitgeber), sondern musst in vielen Fällen sogar für diese Ausbildung bezahlen. Besuchst du eine staatliche Berufsfachschule oder ein staatliches Berufskolleg, fallen in der Regel keine Gebühren an. Dies kann jedoch bei privat geführten Berufskollegs oder Berufsfachschulen der Fall sein.

Wann eignet sich die schulische Ausbildung für Ausländer?

Auch Ausländerinnen und Ausländer können eine schulische Ausbildung in Deutschland absolvieren. Absolvierst du eine duale Berufsausbildung (betriebliche Ausbildung), dann bekommst du pro Monat etwa zwischen 800 und 1.200 Euro Ausbildungsgehalt. Davon kannst du deine Wesentlichen monatlichen Kosten in Deutschland in der Regel decken.

Diese Einnahmen hast du bei einer schulischen Ausbildung in der Regel nicht. Du musst also unter anderem für folgende Kosten jeden Monat selbst aufkommen:

  • Miete
  • Strom und Wärme
  • Lebensmittel
  • Fahrtkosten
  • Versicherungen
  • Telefon und Internet
  • Kleidung
  • eventuell Kosten für die schulische Ausbildung selbst.

Da du die Ausbildung in Vollzeit machst, hast du oft nur sehr wenig Möglichkeiten, etwas dazu zu verdienen. Möglich ist es aber beispielsweise, dass du abends 2-3 Stunden arbeitest (beispielsweise in einem Fastfood-Restaurant, einer Tankstelle oder in einem Geschäft) oder du am Wochenende und in den Ferien viel am Stück arbeitest. Hilfreich sind jedoch in jedem Falle Ersparnisse, ein Kredit oder die Unterstützung deiner Familie.

Wenn du dich als Ausländerin oder Ausländer aus einem Nicht-EU-Staat für eine schulische Ausbildung bewirbst, brauchst du in der Regel ein Visum für eine Ausbildung in Deutschland. Hier wird fast immer geprüft, ob du diese finanziellen Mittel hast – du brauchst dazu oft ein Sperrkonto. EU-Bürgerinnen und EU-Bürger brauchen kein Visum und können jederzeit eine schulische Ausbildung beginnen.

Wichtig ist für EU-Bürger wie für Ausländer aus Drittstaaten: Du solltest Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 oder höher haben, da der Unterricht ausschließlich auf Deutsch erfolgt und du von Anfang an das Meiste verstehen solltest.

Schulische Ausbildung
In den Bereichen Gesundheitswesen, Pflege und in einigen technischen Berufen ist die schulische Ausbildung besonders weit verbreitet.

Worauf sollte ich bei der Wahl meiner schulischen Ausbildung achten?

Wir empfehlen dir, unter anderem folgende Punkte unbedingt zu klären:

  • Möchtest du eine anerkannte Ausbildung machen und handelt es sich bei deiner Wahl um eine anerkannte Ausbildung?
  • Hat die gewählte Berufsfachschule oder das Berufskolleg einen guten Ruf?
  • Ist die Schule so ausgestattet, dass du immer gut betreut werden kannst (gibt es viele Lehrer?)
  • Wie teuer ist die Ausbildung?
  • Hat die Berufsschule eine Bindung an bestimmte Unternehmen, die dir später einen Job anbieten können?

Fazit

Eine schulische Ausbildung kann eine gute Wahl für dich sein, wenn:

  • du nicht auf ein Ausbildungsgehalt angewiesen bist oder aus anderen Gründen keine betriebliche Ausbildung machen willst
  • schnell zum Ziel kommen willst und keine praktischen Anteile im Unternehmen möchtest
  • du sicher einen Arbeitsplatz bei einem Unternehmen in Aussicht hast
  • ein Berufskolleg oder eine Berufsfachschule in deiner Nähe existiert und es daher für dich bequem ist, hier zu lernen.

Wie überall gilt: Denke deine Schritte zur Bildung, Ausbildung und Arbeitsplatzwahl gut durch und lasse dich von geeigneten Personen beraten. Schau dir auch an, ob es für dich infrage kommt, ein Duales Studium in Deutschland zu beginnen und dazu eventuell einen noch fehlenden Schulabschluss nachzuholen.

In jedem Falle lohnt sich immer ein Gang zu einem Berater bei der Arbeitsagentur. Hier kannst du viele Ideen und Anregungen bekommen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort sind sehr gut über alle aktuellen Möglichkeiten informiert. Hier kannst du auch fragen, welche finanzielle Unterstützung du für dein Vorhaben eventuell bekommen kannst.

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