Altersgrenze für Ausbildung in Deutschland

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Altersgrenze für Ausbildung in Deutschland: Was gilt hier für 2022? Wir informieren zu den Möglichkeiten und aktuellen Entwicklungen.

Eine Ausbildung in Deutschland wird vor allem von jungen Deutschen um die 15 Jahre begonnen. Dies ändert sich zunehmend. Bereits rund zehn Prozent der Azubis sind Ausländerinnen und Ausländer. Un längst nicht jeder, der sich für eine Ausbildung interessiert, ist ein Jugendlicher. Gibt es eigentlich eine Altersgrenze für Ausbildung in Deutschland?

Wichtigste Fakten zur Altersgrenze für Ausbildung in Deutschland

  • Gibt es eine Altersgrenze für Ausbildung in Deutschland?

    Es gibt in Deutschland keine festgelegte Altersgrenze für Ausbildung – weder eine Minimalgrenze noch eine Maximalgrenze. Grundsätzlich kann eine Ausbildung in jedem Alter begonnen werden (typisch ist ein Beginn mit 15 oder 16 Jahren). Dies gilt sowohl für Bewerber als Deutschland wie auch aus dem Ausland. Eine andere Frage ist es jedoch, ob deutsche Unternehmen auch ältere Bewerberinnen und Bewerber akzeptieren. Es war lange Zeit nicht üblich, auch Azubis mit über 30 Jahren Alter einzustellen – dies ändert sich jedoch rasant.

  • Was ist das minimale Alter für eine Ausbilding in Deutschland?

    Das minimale Alter für eine Ausbildung in Deutschland ist nicht rechtlich festgelegt, liegt aber in der Regel bei 15 Jahren. Für die Ausbildung einreisende Ausländerinnen und Ausländer müssen in den meisten Fällen jedoch 18 Jahre sein, um eine Ausbildung zu beginnen. Dies hängt damit zusammen, dass im Rahmen der Ausbildung Verträge und Dokumente unterzeichnet werden müssen, für die eine Rechtsfähigkeit bestehen muss. Dies betrifft Mietverträge, Versicherungen, Handyverträge etc. Eine solche Rechtsfähigkeit ist in Deutschland in der Regel erst bei Personen über 18 Jahren gegeben. Wer als Ausländerin oder Ausländer ohne Eltern in Deutschland eine Ausbildung macht, kann also unter Umständen keine Verträge unterzeichnen.

  • Kann ich mich mit jedem Alter für eine Ausbildung bewerben?

    Es gibt kein maximales Alter für eine Ausbildung. Als Deutscher oder als Ausländerin oder Ausländer kann man sich in praktisch jedem Alter für eine Berufsausbildung bewerben. Traditionell ist es in Deutschland noch üblich, dass Azubis eher ein jüngeres Alter haben: die meisten sind zwischen 15 und 25 Jahre alt. Dies ändert sich jedoch zunehmend und immer mehr Unternehmen akzeptieren auch ältere Bewerberinnen und Bewerber.

  • In welchen Ausbildungen werden auch ältere Bewerberinnen und Bewerber akzeptiert?

    Ältere Bewerberinnen und Bewerber, d.h. Personen über 25 Jahre, werden überall dort besonders häufig eingestellt, wo ein hoher Mangel an Azubis besteht. Dies sind unter anderem die folgenden Bereiche: Pflegepersonal, Reinigungspersonal, IT, Mechatronik, Restaurant und Hotel. Hier werden regelmäßig auch Bewerberinnen und Bewerber akzeptiert, die über 30 oder sogar 40 Jahre sind.

  • Wie wird sich die Altersgrenze für Ausbildung in Deutschland entwickeln?

    Es ist zu erwarten, dass immer mehr ältere Menschen in Deutschland eine Ausbildung beginnen. Das typische Ausbildungsalter zwischen 15 und 25 Jahren wird sich vermutlich weiter ändern und es wird häufiger Azubis geben, die auch 35 Jahre oder älter sind. Im Moment ist dies nur im Bereich der Pflege wirklich aus geprägt. Jedoch werden vermutlich in den kommenden Jahren alle Berufsbereiche auch mehr ältere Bewerberinnen und Bewerber haben.

Altersgrenze für Ausbildung in Deutschland
In vielen Branchen in Deutschland herrscht Personalnot – hier ist man oft auf Azubis aus dem Ausland angewiesen und akzeptiert auch ältere Bewerberinnen und Bewerber. Die Altersgrenze für Ausbildung in Deutschland ändert sich so langsam. Photo by Canva Studio from Pexels.

Wichtiges zur aktuellen Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Deutschland

Die aktuelle Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Deutschland ist sehr angespannt: statistisch gesehen kommt auf jeden Ausbildungsplatz gerade mal ein Bewerber. Dies bedeutet, dass die meisten Unternehmen in Deutschland kaum eine Auswahlmöglichkeit haben.

Nicht wenige Unternehmen können ihre Ausbildungsplätze überhaupt nicht besetzen. Dies betrifft bestimmte Branchen aber – auch bestimmte Regionen. Während die Bewerberlage in den Städten und in bestimmten Branchen wie der Automobilindustrie noch gut ist, sieht es auf dem Land und im Bereich des Handwerks deutlich schlechter aus.

Für den weiteren Bestand der Unternehmen sind diese jedoch auf Azubis angewiesen: Azubis von heute sind die Facharbeiter von morgen, die den Betrieb am laufen halten. In den kommenden Jahren gehen immer mehr Facharbeiterinnen und Facharbeiter in Rente, die bislang nicht durch nachfolgendes Personal ersetzt werden können.

Da sich die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildung in Deutschland selbst in absehbarer Zeit nicht ändern wird, haben Unternehmen daher oft nur zwei Wege:

  1. sie ändern die Altersgrenze für Ausbildung in Deutschland und akzeptieren auch Seiteneinsteiger, Umsteiger und Studienabbrecher
  2. sie nutzen Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland

Auch im Ausland gibt es bislang nur eine überschaubare Zahl von Bewerberinnen und Bewerbern mit guten Deutschkenntnissen – daher bleiben die Chancen für alle Bewerberinnen und Bewerber mit guten Deutschkenntnissen aus dem Ausland in den nächsten Jahren wahrscheinlich weiterhin hoch.

Warum stellen Unternehmen nicht mehr ältere Azubis ein?

In Deutschland gibt es die Tradition, dass Auszubildende in der Regel zwischen 15 und 25 Jahren alt sind. Ältere Azubis waren lange Zeit nicht üblich und Unternehmen müssen ihre Ausbildung auch erst darauf ausrichten. Es ist manchmal etwas schwierig zu vermitteln, dass ein Azubi vielleicht bereits um die 30 Jahre alt ist und viel Berufserfahrung hat, während sein Ausbilder im Betrieb oder in der Berufsschule gerade erst einmal 25 Jahre alt ist und weniger Berufserfahrung hat. Hier sind Lernprozesse erforderlich, die in den nächsten Jahren sicherlich vollzogen werden müssen.

Welche Kriterien sind noch wichtig für Unternehmen bei Azubis?

Unternehmen, die Auszubildende einstellen wollen, haben alle in der Regel eine ganze Reihe von Kriterien, die sie bei der Personalauswahl anlegen. Unternehmen fragen sich in der Regel eine zentrale Frage: wie viel kostet die Ausbildung einer Person und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Ausbildungskosten dem Betrieb durch die spätere Arbeitszeit dieser Person wieder gut kommen.

Daher fragen sich die Unternehmen in aller Regel, wie lange eine Person nach der Ausbildung noch im Betrieb tätig sein wird und welche Nebenkosten neben der Ausbildung noch auftauchen (beispielsweise Zusatzkosten für die Sprachausbildung, nachhilfe in Mathematik oder Physik).

Unternehmen achten daher in der Regel auf diese Kriterien neben der Altersgrenze für Ausbildung:

  • Reichen die Schulnoten aus?
  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Azubi nach der Ausbildung im Betrieb bleibt?
  • Schafft der Azubi die Ausbildung?
  • Passt der Azubi zu unseren Kunden, Lieferanten und Partnern?
  • Passt der Azubi ins Team?
  • Wenn der Azubi aus dem Ausland kommt: Hat er genug Deutschkenntnisse (sie sollten bei Ausländerinnen und Ausländern etwa auf Niveau B1 liegen)

Daneben gibt es natürlich noch eine Vielzahl weiterer Kriterien.

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