Sind Ausländer in Deutschland willkommen?

Lesedauer: 6 Minuten.

Wenn du in Deutschland arbeiten oder studieren möchtest, fragst du dich vielleicht, ob Ausländer in Deutschland willkommen sind. Ist Deutschland angenehm für Ausländer und wie denken Deutsche über Zuwanderer? Wir geben die Antworten.

Die Fakten

Aktuell leben in Deutschland rund 83 Millionen Menschen. Rund 12 Millionen davon ausländische Personen, also Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Über 22 Millionen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. In den vergangenen zehn Jahren ist der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland immer weiter angestiegen.

Auch für die Zukunft erwarten alle Experten einen steigenden Anteil von Ausländerinnen und Ausländern in Deutschland. Hierfür gibt es mehrere Gründe:

  • Deutsche haben in der Regel zu wenige Kinder, um die Bevölkerung aufrechtzuerhalten.
  • Für viele Menschen weltweit ist Deutschland interessant, um hier einen Job in Deutschland zu finden, eine Ausbildung in Deutschland zu machen oder ein Studium in Deutschland zu absolvieren.
  • Viele Menschen suchen nach einem anderen Land, da es bei ihnen zu Hause zu wenig Perspektiven gibt.
  • Die deutschen Unternehmen suchen dringend Mitarbeiter, Azubis und Studierende.

Von den rund 12 Millionen Ausländern in Deutschland haben etwa zwei Fünftel eine EU-Staatsbürgerschaft. Am häufigsten sind unter den EU-Ausländern in Deutschland:

  • Polen (knapp 900.000 Menschen)
  • Rumänen (knapp 800.000 Menschen)
  • Italiener (etwa 650.000 Menschen).

Die größte ausländische Gruppe in Deutschland sind die knapp 1,5 Millionen Türken. Groß ist auch die Gruppe der Syrer (über 800.000 Menschen). Ebenfalls gibt es in Deutschland viele Menschen aus dem früheren Jugoslawien und aus Russland, der Ukraine und Kasachstan.

Aus Asien kommen in Deutschland rund 20 Prozent der Ausländer in Deutschland. Vietnam, China, Indien, Syrien, Afghanistan, Iran und Irak sind hier wesentliche Länder. Aus Afrika kommen hingegen nur sehr wenige Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland: Gerade einmal etwa fünf Prozent.

Gefühltes Willkommen

Wie fühlt es sich aber als Ausländer in Deutschland an? Da gibt es natürlich sehr viele unterschiedliche Erfahrungen. Einerseits gibt es in Deutschland Ausländerinnen und Ausländer, die sich sehr wohl fühlen. In Städten wie Berlin, München oder Hamburg arbeiten viele Menschen aus dem Ausland in sehr gut bezahlten Jobs, beispielsweise bei internationalen Unternehmen, in einem Start-up oder oder als Freelancer. Viele dieser Menschen werden dir sagen, dass man in Deutschland gut leben kann und dass sie sich auch als Ausländerinnen und Ausländer wohl fühlen.

In Industriestädten wie Braunschweig, Wolfsburg, Duisburg oder Essen leben ebenfalls viele sehr zufriedene Ausländerinnen und Ausländer – diese arbeiten oft in mittelständischen Unternehmen, arbeiten als Angestellte oder Beamte beim Staat oder selbstständig.

Sind Ausländer in Deutschland willkommen
Für Zuwanderer gibt es in Deutschland gute viele gute Jobmöglichkeiten.

Viele Migranten mögen an Deutschland insbesondere:

  • die hohe öffentliche Sicherheit
  • das hervorragende Gesundheitssystem
  • einfache Möglichkeiten, um ein Unternehmen in Deutschland zu gründen
  • sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten durch Bildung auch für Erwachsene
  • das hohe Einkommen
  • die sehr gute Infrastruktur (Straßen, öffentliche Verkehrsmittel)
  • die saubere Umwelt
  • die Abwechslungsreiche Landschaft.

Wie denken Deutsche über Ausländer?

Andererseits sagen manche Zuwanderer in Deutschland, dass es hier eine starke Abstandskultur und Distanzierungskultur gibt. Manche glauben, dass etwa ein Drittel der Deutschen sehr gastfreundlich sind und überhaupt keine Einwände gegen ausländische Zuwanderer haben. Oft sind dies Leute, die selbst bereits im Ausland waren, aus dem Ausland kommen oder eine höhere Bildung haben.

Etwa ein weiteres Drittel der Deutschen stehen Ausländerinnen und Ausländern in Deutschland neutral gegenüber. Das übrige Drittel schließlich ist gegen Zuwanderung aus dem Ausland. Manche dieser Menschen haben nur etwas gegen Einwanderung aus bestimmten Ländern oder Kulturkreisen, andere sind tatsächlich fremdenfeindlich oder rassistisch. Die Menschen in diesem Drittel machen es auch ganz deutlich, dass sie lieber nichts mit Ausländer zu tun haben wollen.

Tatsächliches Handeln gegenüber Ausländern, offene und aggressive Rhetorik oder gewaltsame Handlungen gibt es natürlich in Deutschland auch. Sowohl von Deutschen gegenüber Ausländern als auch von Ausländern gegenüber Ausländern. Man sollte hier nichts schön reden. Aber nach knapp 20 Jahren Leben im Ausland glaube ich schon, dass die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland nicht wesentlich anders oder höher ist als in Frankreich, Litauen, Polen oder Spanien.

Sollte dir als Ausländerin oder Ausländer in Deutschland tatsächlich einmal eine unangenehme oder gesetzeswidrige Situation passieren, hast auch du das Recht, dich an Polizei und Justiz zu wenden. Hierfür gibt es sogar spezielle Ansprechpartner, die dir helfen, deine Rechte durchzusetzen.

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 3 (3)

Wo leben Ausländer in Deutschland?

Innerhalb Deutschlands leben die meisten Ausländer in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. In den Großstädten Köln, Berlin, Stuttgart, Hamburg, München, Dortmund und Hannover leben viele Ausländerinnen und Ausländer.

Grundsätzlich leben die meisten Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland in den Städten. Je ländlicher und je kleiner der Ort in Deutschland ist, desto weniger Ausländerinnen und Ausländer gibt es dort.

In Deutschland kannst du auch Jobs, eine Ausbildung oder ein Studium finden, wenn du mit deiner Familie zuwanderst.

Dies hat folgende Gründe:

  • In den Städten gibt es meist mehr Jobs, Studienplätze und Ausbildungsplätze als auf dem Land.
  • Ausländerinnen und Ausländer finden in den Städten leichter eine Wohnung.
  • Es gibt in den Städten oft mehr Betreuungsmöglichkeiten für Migranten (Sozialzentren, spezielle Kindergärten, Beratungsstellen).
  • Viele Migranten fühlen sich in den Städten wohler, weil es hier bereits viele Ausländerinnen und Ausländer gibt.

Wenn du in einen kleinen Ort in Deutschland ziehst – vor allem in Ostdeutschland – dann kann es vorkommen, dass du hier der einzige Ausländer bist. Auf einem Bahnhof in einer Großstadt kann es hingegen vorkommen, dass du mehr Migrantinnen und Migranten siehst als Deutsche.

Wie ist die Zukunft für Migranten in Deutschland?

Es ist natürlich sehr schwer zu sagen, wie sich Deutschland und die Welt in den kommenden Jahren und Jahrzehnten entwickelt. Wir sind jedoch sehr optimistisch gestimmt, dass Deutschland künftig ein Einwanderungsland ähnlich wie die USA werden.

Dies bedeutet vor allem eine Zuwanderung nach bestimmter Steuerung über die Anzahl und die Qualifikationen der Zuwanderer. Bislang wurden vor allem Hochqualifizierte nach Deutschland eingeladen (Blue Card). Wir glauben, dass künftig auch niedriger qualifizierte Menschen stärker nach Deutschland eingeladen werden. Deutschland braucht einfach mehr Arbeitskräfte und mehr Kinder als Nachwuchs.

Wir glauben auch, dass sich die Deutschen noch besser an ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger gewöhnen werden. Alles in allem meinen wir, dass es sich jetzt für viele Ausländerinnen und Ausländer lohnen kann:

  • die deutsche Sprache zu lernen
  • Bildungsabschlüsse im Ausland zu erwerben
  • sich über neue Arbeitsmöglichkeiten und Studienmöglichkeiten in Deutschland zu informieren.

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