Schriftlich bewerben: Was heißt das eigentlich?

Wenn du dich in Deutschland für einen Job, eine Ausbildung, ein Duales Studium oder ein Studium bewirbst, dann sollst du dich oft “schriftlich bewerben”. Aber was heißt das eigentlich?

Schriftlich bewerben in Deutschland

Wer sich in Deutschland “schriftlich bewerben” soll, steht oft vor einer ziemlich einfachen Frage: Was heißt das eigentlich? Nicht nur Ausländerinnen und Ausländer, die in Deutschland arbeiten wollen, stehen vor dieser Frage. Auch für Nachwuchskräfte aus Deutschland bestehen dazu oft Fragen.

Ist “schriftlich bewerben” nun eine Bewerbung auf Papier? Oder kann man die Unterlagen auch elektronisch schicken? Geht es auch über eine Bewerbungsmaske über das Internet? Oder heißt “schriftlich bewerben” sogar, dass du dich handschriftlich bewerben sollst, also keinen Computer verwenden sollst? In diesem Beitrag möchten wir dir eine Orientierung dazu geben.

Darum eine schriftliche Bewerbung

Für die meisten Jobs in Deutschland muss man sich bewerben. Mit einer Bewerbung übersendest du deinem Arbeitgeber eine Sammlung aller wichtigen Daten über dich. Auf dieser Datengrundlage kann der Arbeitgeber entscheiden, ob er dich einstellt.

Der Arbeitgeber entscheidet nicht nur auf Grundlage deiner Bewerbung, sondern sichert sich auch ab.

Beispiel: Stell dir vor, du bewirbst dich als LKW-Fahrer und es stellt sich nach einiger Zeit im Job heraus, dass du gar keinen gültigen LKW-Führerschein hast. Wenn der Arbeitgeber nachweisen kann, dass deine Bewerbungsunterlagen falsch waren, sichert er sich ab. Arbeitgeber nutzen also die Bewerbungsunterlagen auch für die Zukunft.

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Es ist daher wichtig, dass deine Bewerbung:

  1. aussagekräftig ist: Du musst alle relevanten Daten einfügen, die den Arbeitgeber interessieren
  2. wahrheitsgemäß ist: Du kannst durchaus Dinge weglassen, aber du darfst nichts “erfinden” oder falsch darstellen
  3. in der richtigen Form vorliegt: Der Arbeitgeber möchte Dokumente in der Hand halten.

Heißt schriftlich bewerben auf Papier bewerben?

Schriftlich bewerben dient also dem Arbeitgeber dazu, deine Angaben in der Hand zu halten und in den Akten zu dokumentieren.

Damit dies möglich ist, musst du deine Unterlagen nicht zwingend in Papierform einreichen. Oftmals reicht es auch, die Unterlagen elektronisch einzureichen – also per E-Mail oder per Upload über eine Webseite. Und natürlich kannst du alle Dokumente mit dem Computer schreiben.

Allerdings ist es üblich, dass du zumindest dein Anschreiben handschriftlich unterschreibst, wenn du es als Dokument hochlädst. Manche Bewerberinnen und Bewerber fügen die Unterschrift auch elektronisch ein – dann aber so, dass es nicht sichtbar ist, dass es elektronisch eingefügt ist.

Manche Arbeitgeber allerdings bestehen auf einer Bewerbung in Papierform. Das ist vor allem der Fall bei Jobs im Öffentlichen Dienst in Deutschland. In vielen Fällen musst du hier eine Bewerbungsmappe per Post schicken, bestehend aus:

  • einer “Mappe”, also einem Umschlag für deine Unterlagen
  • deinem Anschreiben, Lebenslauf und deinen Zeugnissen und weiteren Dokumenten.

Das Ganze kommt dann in einen Briefumschlag und wird per Briefpost verschickt.

Der Öffentliche Dienst möchte dies vor allem aus rechtlichen Gründen und weil die moderne Technik hier noch nicht so weit entwickelt ist.

Heißt schriftlich bewerben auf Papier bewerben?
Lass dir bei Bewerbungen immer von jemanden helfen. Zwei Gehirne wissen mehr und vier Augen sehen mehr. Nutze die Hilfe und Aufmerksamkeit von anderen, wenn es um so etwas wichtiges wie einen neuen Job geht.

Papierbewerbungen zeigen deine Qualitäten

Aber auch manche Arbeitgeber möchten, dass du dich auf Papier bewirbst. Warum? Weil die Qualität deiner Bewerbung auf Papier bereits zeigt:

  • wie stark du dich wirklich für den Job interessierst
  • ob du sauber, ordentlich, gewissenhaft und fehlerfrei arbeitest
  • du in der Lage bist, Dokumente wie einen Brief und deinen Lebenslauf per Computer anständig herzustellen.

Und woher weißt du nun, wie du dich bewerben sollst: Auf Papier oder elektronisch? Die Antwort: Es steht in der Stellenausschreibung.

Kannst du dich elektronisch per Mail oder Uploadmaske bewerben, steht beispielsweise ein Satz wie “Bewerben Sie sich per E-Mail über info@…..”. Sollst du dich mit Ausdrucken auf Papier bewerben, dann steht ein Satz wie: “Senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an: Unternehmen, Straße, Ort etc.”. Wünscht der Arbeitgeber, dass du dich über eine Bewerbungsmaske im Internet bewirbst, dann steht das auch in der Stellenausschreibung, beispielsweise so: “Nutzen Sie zur Bewerbung unsere Bewerbungsmaske in unserem Karriereportal”. Du gehst in diesem Fall auf die Homepage des Unternehmens, meistens gibt es dann den Menüpunkt “Karriere” und suchst dann die Bewerbungsmaske.

Du musst also genau in der Stellenausschreibung lesen, wie du dich bewerben sollst.

Was ist, wenn nicht klar ist, wie ich mich bewerben soll?

Wenn aus der Stellenanzeige nicht klar wird, wie du dich bewerben sollst, dann musst du beim Arbeitgeber nachfragen. Rufe dort am besten an (meistens ist eine Telefonnummer angegeben) und frage nach. Generell kann es selten schaden, dass du bei allen Fragen zur Ausschreibung beim Arbeitgeber anrufst und fragst, bevor du eine Bewerbung schreibst. Oftmals werden dir die Dinge dann klarer.

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