Was ist eine Initiativbewerbung?

Lesedauer: 5 Minuten.

Was ist eine Initiativbewerbung und wie funktioniert dies in Deutschland? Unser Guide dazu.

Initiativbewerbung: Eine Einordnung

In Deutschland gibt es im Groben drei Wege, auf denen Arbeitsplätze besetzt werden:

  • Der erste Weg ist eine klassische Stellen Ausschreibung. Hier veröffentlicht ein Unternehmen einen Hinweis auf eine freie Arbeitsstelle beispielsweise im Internet.
  • Zweitens werden Stellen durch eine gezielte Suche nach Bewerberinnen und Bewerbern beispielsweise durch Personalvermittler besetzt.
  • Der dritte Weg ist die Initiativbewerbung.

Immer häufiger findest du auf Karriereseiten von Unternehmen den Hinweis, dass es keine konkreten aktuellen Stellenausschreibungen gibt, dass du dich aber jederzeit Initiativbewerbung kannst. Bei der Initiativbewerbung bewirbt sich ein Arbeitnehmer ohne konkrete Stellenausschreibung bei einem Unternehmen. Im Englischen lässt sich dies am besten mit ‘general application‘ übersetzen.

Warum gibt es Initiativbewerbungen?

Wenn du auf einer Karriereseite eines Unternehmens den Hinweis auf die Möglichkeit einer Initiativbewerbung siehst, solltest du nicht vermuten, dass das Unternehmen gar keine Stellen zu besetzen hat.

Hintergrund dieses Trends ist oftmals vielmehr der große Aufwand, der mit konkreten Stellenausschreibungen für das Unternehmen verbunden ist. Es kostet nicht nur sehr viel Zeit, eine Stellenausschreibung zu verfassen. Für das Unternehmen gibt es auch eine Reihe rechtlicher Implikationen, wenn diese Stellenausschreibungen veröffentlichen.

Gerade kleinere Unternehmen vermeiden es daher gelegentlich, konkrete Stellenausschreibungen zu veröffentlichen und setzen daher einen Hinweis auf Initiativbewerbungen ins Netz. Andere Unternehmen sind der Auffassung, dass sie eine so hohe Reputation haben, dass sich die besten Bewerberinnen und Bewerber bei ihnen ohne konkrete Stellenausschreibung bewerben.

Was ist eine Initiativbewerbung?

Wenn du also ein Unternehmen im Auge hast, bei dem du besonders gerne arbeiten möchtest, beispielsweise aufgrund der Reputation des Unternehmens, der Lage in deinem Wohnort, der Zukunftsaussichten oder weil hier schon Verwandte oder Freunde von dir arbeiten, dann kannst du dich bei diesem Unternehmen initiativ bewerben.

Initiativ bewerben: Was bedeutet das?

Initiativ bewerben bedeutet, dass du eine Bewerbung allgemeine Arzt zu dem Unternehmen schickst, ohne dass dazu eine konkrete Stellenausschreibung vorliegt.

Wenn du dich initiativ bewirbst, dann solltest du natürlich erläutern, in welchem Bereich oder in welcher Funktion du gerne arbeiten möchtest. Du könntest dich also als Verkaufsleiter bei einem Autohaus bewerben oder als Installateur bei einem Handwerksbetrieb oder als Filialleiter bei einer Supermarktkette. Wichtig ist, dass du in deiner Initiativbewerbung genau angibst, in welcher Funktion und welchem Bereich du arbeiten möchtest.

Wie in anderen Bewerbungen auch, solltest du beim Anschreiben der Initiativbewerbung konkret darlegen:

  • weshalb du dich genau bei diesem Unternehmen bewirbst
  • was deine Vorzüge als künftiger Mitarbeiter sind
  • welche Qualifikationen du mitbringst.

Auch solltest du angeben ab wann du verfügbar bist und was deine ungefähren Gehaltsvorstellungen sind.

Eine Initiativbewerbung ist ansonsten in vielen Facetten gleich zu einer normalen Bewerbung auf Basis einer Stellenausschreibung: Du solltest also neben dem Anschreiben deinen tabellarischen Lebenslauf beifügen (beispielsweise in Format Europass). Füge wie üblich deine Ausbildungszeugnisse, Studienzeugnisse und Arbeitszeugnisse sowie eventuelle weitere Unterlagen bei.

Wie geht es weiter, nachdem du die Initiativbewerbung abgeschickt hast?

In der Regel dauert es einige Tage, bis sich ein Unternehmen bei dir zurück meldet. Eventuell bekommst du zunächst eine Eingangsbestätigung ganz allgemeiner Art. Sollte sich das Unternehmen innerhalb von 3-5 Tagen bei dir nicht zurückmelden, solltest du dort nachfragen. Sende dazu eine E-Mail mit einer Nachfrage, ob die Bewerbung ordnungsgemäß eingegangen ist. Besser ist es natürlich noch, wenn du hier anrufst.

In manchen fällen wird dir das Unternehmen zurückmelden, dass aktuell keine passende Stelle verfügbar ist. In diesem Falle solltest du an das Unternehmen zurückmelden, dass es vielleicht deine Bewerbung behalten kann und sie bei Bedarf dann auf dich zurückkommen. Das kannst du auch schon im Bewerbungsschreiben mit notieren.

Wie sind die Erfolgsaussichten bei einer Initiativbewerbung?

Es kommt natürlich immer ganz auf die Branche und die Region an, welche Erfolgsaussichten eine Initiativbewerbung hat. Generell kann man aber für Deutschland aktuell sagen, dass in allen Branchen und in allen Bereichen ein Bedarf an Arbeitskräften besteht.

In aller Regel sind also die Unternehmen dankbar, wenn sie Initiativbewerbungen erhalten. Grundsätzlich gilt, dass deine Chancen natürlich dann umso höher sind, je besser deine Bewerbung ist, je höher deine Qualifikationen sind und je mehr Bewerbungen du verschickst.

Was sollte ich noch beachten bei einer Initiativbewerbung?

Wichtig ist bei Initiativbewerbungen wie bei anderen Bewerbungen immer, dass du die Übersicht darüber behältst, wann du an welches Unternehmen welche Bewerbung auf welche Position geschickt hast. Lege dir dazu vielleicht eine Excel Tabelle an, in der du dies notierst.

Hier kannst du auch verfolgen und eintragen, welches Unternehmen sich wann mit welchem Ergebnis zurückgemeldet hat. So vermeidest du unschöne Situationen, in denen du nicht mehr genau weißt weshalb du dich bei wem du dich wann zu welcher Position beworben hast.

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