Was kannst du als Ausländer in deiner Ausbildung vom Arbeitgeber erwarten?

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H√§ufig werden wir gefragt, was denn ein guter Arbeitgeber f√ľr eine Ausbildung in Deutschland ist. Dazu haben wir die unsere Erfahrungen niedergeschrieben, damit du dich informieren kannst. Unsere Ideen gelten vor allem f√ľr Ausl√§nderinnen und Ausl√§nder. Deutsche und EU-B√ľrger k√∂nnen aber sicher einige Gedanken f√ľr sich nutzen.

Guter Arbeitgeber f√ľr eine Ausbildung: Wie definieren?

Fragen wir nach einem ‚Äúguten Arbeitgeber‚ÄĚ, dann z√§hlen f√ľr die meisten angehenden Azubis sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oftmals die folgenden Kriterien auf:

  • Gutes Gehalt, Bonuszahlungen und angemessen steigendes Gehalt beziehungsweise Ausbildungsverg√ľtung
  • Angenehme Arbeitsatmosph√§re
  • Gute Entwicklungsm√∂glichkeiten (Weiterbildung, Aufstieg)

Neben diesen Kernmerkmalen haben sich in den letzten Jahren in Deutschland einige zusätzliche Leistungen herausgebildet, die von vielen Arbeitgebern geleistet werden:

  • L√§ngerer bezahlter Urlaub als in Gesetz oder Tarifvertr√§gen vereinbart (mindestens 30 Tage pro Jahr)
  • Kostenlose Parkm√∂glichkeiten
  • Verm√∂genswirksame Leistungen
  • Kostenlose Getr√§nke und frisches Obst etc.
  • M√∂glichkeit zur Teilzeitarbeit
  • Mentoring
  • M√∂glichkeit zum Homeoffice

Da es in Deutschland in vielen Bereichen aktuell deutlich mehr offene Arbeitspl√§tze gibt als durch qualifiziertes Personal besetzt werden k√∂nnen, m√ľssen die Arbeitgeber gerade diese zus√§tzlichen Leistungen ausweiten, um wettbewerbsf√§hig zu bleiben und um neues Personal zu finden.

Guter Arbeitgeber f√ľr eine Ausbildung
Die ‚ÄúAllensbach Hochschulstudie 2020‚ÄĚ hat ergeben, dass 72% der Sch√ľlerinnen und Sch√ľler in Deutschland eine betriebliche Ausbildung als attraktive Alternative zum Studium sehen. Die duale Ausbildung erm√∂glicht es jungen Menschen, theoretisches Wissen und praktische Fertigkeiten zu erwerben und somit gut auf das sp√§tere Berufsleben vorbereitet zu sein.

Wenn du dich als Ausl√§nder aus der EU oder aus dem Nicht-EU-Raum f√ľr eine Ausbildung oder einen Job bewirbst, solltest du diese zus√§tzlichen Leistungen kennen und kannst danach fragen.

Dar√ľber hinaus sollte dein deutscher Arbeitgeber einige zus√§tzliche Leistungen f√ľr dich als Ausl√§nder oder Ausl√§nderin anbieten, die wir im Folgenden beschreiben.

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Unsere Kriterien f√ľr einen guten Arbeitgeber f√ľr Ausl√§nderinnen und Ausl√§nder in Ausbildung

Wenn du als Ausl√§nderin oder Ausl√§nder nach Deutschland gehst, um hier eine Berufsausbildung, ein duales Studium oder einen Job zu machen, dann solltest du von deinem Arbeitgeber erwarten, dass er besondere R√ľcksicht auf deine Umst√§nde nimmt.

Als Ausländerin oder Ausländer hast du es nämlich besonders schwer, eine Arbeit oder Ausbildung zu beginnen. Schließlich beginnst du in einem neuen Land. Der Umzug in ein neues Land, eine neue Sprache und ein generell neues Umfeld werden sehr anstrengend und belastend sein.

Den Kopf f√ľr die Arbeit frei bekommen

Als Arbeitgeber sollte man daher im eigenen Interesse darauf achten, dass die neuen Mitarbeiter oder der neuen Mitarbeiterin so viele Probleme wie möglich abgenommen werden. Nur dann ist es möglich, dass man sich als internationaler Mitarbeiter auch voll auf seine Tätigkeit in Deutschland konzentrieren kann.

Wer im Kopf Probleme mit der Wohnung, sprachlichem Herausforderungen oder die Sorge um die Integration der Familie hat, kann sich nur schwer auf seinen Job oder seine Ausbildung konzentrieren. Es ist also im Interesse des Arbeitgebers, dass er dir so viele Probleme wie möglich abnimmt.

Es ist gar nicht so schwer, wie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dir als internationale Mitarbeiterin oder internationalen Mitarbeiter unter die Arme greifen k√∂nnen. Du solltest daher darauf achten, ob dein Arbeitgeber einige der folgenden Leistungen f√ľr dich anbieten kann. In vielen F√§llen solltest du hierzu ein offenes Gespr√§ch mit deinem Arbeitgeber suchen. Nicht jeder Personalabteilung hat bereits viel Erfahrung mit der Anstellung ausl√§ndischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und muss manchmal erst auf die M√∂glichkeiten hingewiesen werden.

K√ľmmern

Wenn du dich bei einem deutschen Unternehmen bewirbst, dann solltest du darauf achten, ob du das Gef√ľhl hast, dass sich dein Arbeitgeber auch um dich k√ľmmern wird. Es sollte dem Arbeitgeber klar sein, dass ausl√§ndische Mitarbeiterrinnen und Mitarbeiter mehr Unterst√ľtzung brauchen als deutsches Personal.

Deutsche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschr√§nken ihren Kontakt mit dem Unternehmen in vielen F√§llen tats√§chlich nur auf die Arbeitszeit. Arbeit und Privatleben trennen sie gerne vollst√§ndig. Dein Arbeitgeber ist daran vielleicht gew√∂hnt. Er kommt gar nicht auf die Idee, dich √ľber die unmittelbare Ausbildung hinaus zu unterst√ľtzen. Dir als Ausl√§nderin oder Ausl√§nder k√∂nnte es jedoch massiv helfen, wenn der deutsche Arbeitgeber dir auch in Teilen deines Privatleben hilft. Dies gilt zumindest f√ľr den Anfang.

Ein guter Arbeitgeber f√ľr eine Ausbildung von Ausl√§ndern ist ein Arbeitgeber aus unserer Sicht dann, wenn er mit dir vor Ausbildungsbeginn Folgendes im Detail kl√§rt und auch schriftlich festh√§lt:

  • Wie reist du vom Heimatland an?
  • Wer holt dich am Flughafen/Bahnhof ab?
  • Wie findest du eine Unterkunft?
  • Wann und wo musst du sein, um zu arbeiten und die Ausbildung zu machen?
  • Wie wirst du im Betrieb betreut?
  • An welche Notfallnummer wendest du dich bei Problemen?
  • Wie und wo kaufst du Lebensmittel ein?
  • Woher bekommst du die Ausstattung f√ľr deine Wohnung, Kleidung etc.
  • Wie und wo meldest du dich bei Beh√∂rden an?
  • Welche Bank nutzt du und wie kannst du ein Konto er√∂ffnen?

Ein guter Arbeitgeber f√ľr eine Ausbildung in Deutschland bietet dir spezielle Ansprechpartner

Wenn du als Azubi in einer betrieblichen Ausbildung oder im Dualen Studium in Deutschland neu im Unternehmen startest, dann hast du in der Regel einen Ausbildungsleiter oder eine Ausbildungsleiterin an deiner Seite. Diese Personen sind f√ľr die organisatorische und inhaltliche Koordinierung deine Ausbildung im Unternehmen zust√§ndig. In den meisten F√§llen geht es hier aber nur um die inhaltliche Koordinierung. Es ist vielen F√§llen nicht m√∂glich, dass diese Ausbildungsleiter dir auch bei privaten Herausforderungen und Problemen helfen.

Du solltest aber genau das zu Beginn deiner Ausbildung im Unternehmen kl√§ren. Hilft dir der Ausbildungsleiter als Ansprechpartner auch bei allen Fragen, die √ľber die unmittelbare Ausbildung hinausgehen oder kann hier f√ľr ein weiterer Ansprechpartner gestellt werden?

Manche Unternehmen haben hierf√ľr spezielle Sozialarbeiter engagiert, andere bieten hier Mentorinnen und Mentoren an. Wichtig ist, dass dein Ansprechpartner dir auch nach Betriebsschluss und auch am Wochenende zur Verf√ľgung steht, wenn du einmal ein Problem hast.

Am besten du machst eine Liste mit möglichen Themenfeldern, und fragst deinen Arbeitgeber, wer dir bei diesen Themenfeldern helfen kann. Nutze hierzu die Themen, die in diesem Artikel stehen.

Ein guter Arbeitgeber f√ľr eine Ausbildung in Deutschland hilft bei der Wohnungssuche

Als Ausl√§nderin oder Ausl√§nder solltest du von deinem anstellenden Unternehmen in Deutschland erwarten, dass es dir bei der Wohnungssuche hilft. Viele mittelst√§ndische Unternehmen sehen das als selbstverst√§ndlich an. Gerade Unternehmen, die im l√§ndlichen Raum angesiedelt sind und in der Gesellschaft gut vernetzt sind, k√∂nnen oft problemlos zumindest f√ľr den Anfang eine kosten g√ľnstige Wohnung f√ľr dich organisieren.

Jährlich werden in Deutschland rund eine halbe Million neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Dies zeigt, wie wichtig Ausbildung als beruflicher Einstieg in Deutschland ist. Die Zahl der Auszubildenden in dualen Berufsausbildungen bleibt damit konstant hoch. Unternehmen investieren weiterhin in die Ausbildung junger Fachkräfte, um den Bedarf an qualifiziertem Personal zu decken.

Andere Unternehmen bieten sogar eigene Wohnheime oder verg√ľnstigte Apartments an. In jedem Falle solltest du deinen Arbeitgeber offen auf dieses Thema hinweisen. Erkl√§re allersp√§testens im Bewerbungsgespr√§ch, dass du voraussichtlich Hilfe bei der Findung einer Wohnung ben√∂tigst und auf den Arbeitgeber angewiesen bist, dass du diese am Anfang auch finanzieren kannst.

Vorschuss

Im Zusammenhang mit der Wohnung ist auch die Frage eines Vorschusses zu kl√§ren. Wenn du als Ausl√§nderin oder Ausl√§nder nach Deutschland reist, um mir eine Ausbildung oder einen Job zu √ľbernehmen, dann hast du bereits sehr hohe Kosten.

Dies sind in der Regel zun√§chst die Reisekosten f√ľr deinen Flug nach Deutschland und damit zusammenh√§ngender √úbernachtungen. Es w√§re praktisch unzumutbar, dass du dar√ľber hinaus noch eine Wohnung in Deutschland anmieten und vor finanzieren musst.

Deinen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sollte es daher klar sein, dass du am Anfang auf einen finanziellen Vorschuss angewiesen bist. Zumindest sollte dir zu Beginn der T√§tigkeit das erste Gehalt beziehungsweise die erste Ausbildungsverg√ľtung am Monats Anfang direkt √ľberwiesen werden.

Soziale Integration

Weiterhin solltest du darauf achten, ob dein Arbeitgeber auch versteht, dass du Hilfe bei der sozialen Integration ben√∂tigst, wenn du frisch nach Deutschland kommst. Ein guter Arbeitgeber sollte dir daher beispielsweise einen Mentor im Betrieb anbieten, der dich in das gesellschaftliche Leben einf√ľhrt.

Vorstellbar ist beispielsweise, dass du von den Beschäftigten im Unternehmen einmal zum Abendessen nach Hause eingeladen wirst oder dass diese dich einmal mit zu sportlichen Aktivitäten oder kulturellen Aktivitäten mitnehmen.

Ist dies in deinem Unternehmen nicht m√∂glich oder nicht √ľblich, dann sollte dein Arbeitgeber dir zumindest einen Ansprechpartner organisieren, der dir au√üerhalb des Betriebes Hilfe bei der sozialen Integration gibt. Hierf√ľr gibt es Integrationsbeauftragte in vielen St√§dten in Deutschland und dar√ľber hinaus spezielle Beratungseinrichtungen.

Ein guter Arbeitgeber bringt dich in einen Kontakt mit diesen Stellen. Er sorgt auch daf√ľr, dass du hier alle Informationen und Beratung sowie Betreuung erh√§ltst, die dir eine gute soziale Integration in Deutschland erm√∂glichen.

Ein guter Arbeitgeber f√ľr eine Ausbildung in Deutschland hilft dir mit einem Deutschkurs

Wenn du in Deutschland eine Ausbildung beginnst, dann musst du in der Regel bereits Deutsch auf Niveau B1 sprechen. Auch wenn du hier ein Studium oder einen Job beginnst, brauchst du in der Regel bereits gute Deutschkenntnisse.

Diese Deutschkenntnisse reichen jedoch in den meisten Fällen noch nicht aus, um vollumfänglich in Deutschland zu arbeiten und die Ausbildung zu beenden. Dies ist die meisten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber klar. Deinem Chef sollte jedoch auch klar sein, dass sich eine Verbesserung deiner Sprachkenntnisse nicht unbedingt automatisch ergibt.

Darauf solltest du achten

Du solltest also darauf achten, dass dir dein Arbeitgeber die Möglichkeit gibt, deine Sprachkenntnisse systematisch zu erweitern:

  1. In finanzieller Hinsicht sollte dein Arbeitgeber daf√ľr sorgen, dass f√ľr dich hier keine zus√§tzlichen Kosten entstehen. Hierzu gibt es spezielle F√∂rderprogramme des deutschen Staates, die dein Arbeitgeber in Anspruch nehmen kann.
  2. Weiterhin sollte dein Arbeitgeber auch dazu beitragen, dass du organisatorisch in der Lage bist, diese Sprachkurse zu belegen. D.h. ganz konkret: Es sollte vereinbart werden, an welchen Sprachkursen du teilnimmst. Dies sollte auch passfähig mit deinen Ausbildungszeiten in der Berufsschule und im Betrieb gemacht werden.
  3. Achte darauf, dass dein Arbeitgeber nach M√∂glichkeit nicht nur die Kosten f√ľr einen Sprachkurs √ľbernimmt. Auch die Kosten f√ľr das Lehrmaterial (B√ľcher) k√∂nnen vom Arbeitgeber √ľbernommen werden. Au√üerdem erh√§ltst du hier durch auch sprachliche Zertifikate, die f√ľr Beh√∂rdeng√§nge in Deutschland f√ľr dich wichtig sind. Achte darauf, dass dein Arbeitgeber nach M√∂glichkeit nicht nur die Kosten f√ľr einen Sprachkurs √ľbernimmt. Er sollte wenn m√∂glich auch die Kosten f√ľr das Lehrmaterial (B√ľcher) sowie die Pr√ľfungsgeb√ľhren √ľbernehmen. Eine solche Pr√ľfungsgeb√ľhr kann durchaus im Bereich von 100 ‚ā¨ liegen.

F√ľr den Fall, dass du wei√üt dass du sehr gut in der Sprache bist und sehr schnell gute Ergebnisse erzielen kannst, kannst du mit deinem Arbeitgeber auch vereinbaren, dass der dir einen Bonus zahlt oder eine h√∂here Ausbildungsverg√ľtung, sobald du ein neues Sprachniveau erreicht hast.

Dies w√§re dann sowohl f√ľr den Arbeitgeber wie auch f√ľr dich ein guter Anreiz, hier systematisch und strukturiert zu lernen. Au√üerdem erh√§ltst du hierdurch auch sprachliche Zertifikate, die f√ľr Beh√∂rdeng√§nge in Deutschland f√ľr dich wichtig sind.

Urlaub

Als Azubi in Deutschland hast du in der Regel pro Jahr zwischen 20 und 30 Tagen Urlaub. Vom Gesetz her soll Urlaub dazu dienen, dass du dich von deinem Arbeitsleben erholen kannst. Du solltest also darauf achten, dass du nicht etwa in deiner Urlaubszeit noch zusätzlich Sprachkurse belegen sollst, sondern dass du dich hier tatsächlich erholst.

Deutsche Azubis und Arbeitnehmer fahren typischerweise im Jahr f√ľr etwa zwei bis drei Wochen in einen Sommerurlaub und absolvieren dar√ľber hinaus noch etwa eine Woche Urlaub im Winter (Weihnachtsferien und Silvester).

Besondere Lage f√ľr Ausl√§nderinnen und Ausl√§nder

F√ľr dich als Ausl√§nderin oder Ausl√§nder kommt jedoch noch eine weitere Notwendigkeit hinzu. Du m√∂chtest vielleicht auch mindestens einmal pro Jahr in deine Heimat fahren oder fliegen, schon allein weil du hier Beh√∂rdeng√§nge machen musst oder um private Dinge zu regeln.

Als Ausl√§nderin oder Ausl√§nderin solltest du daher von deinem Arbeitgeber fordern, dass du zus√§tzlichen Urlaub erhalten kannst. Hier kommt es auf dein Verhandlungsgeschick an. Wir halten es durchaus f√ľr m√∂glich, dass dir Arbeitgeber hier zus√§tzliche Urlaubstage anbieten. Realistisch sind hier durchaus f√ľnf Tage pro Jahr.

KI-Bild von Midjourney
Laut einer Studie des Deutschen Industrie‚Äď und Handelskammertages (DIHK) sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die Hauptakteure bei der Ausbildung junger Menschen in Deutschland. √úber 90% der Ausbildungspl√§tze werden von KMU angeboten. Diese Unternehmen spielen somit eine entscheidende Rolle in der Sicherung des Fachkr√§ftenachwuchses.

Die Frage ist, ob dein Arbeitgeber bereit ist, dir dies als bezahlten Urlaub anzubieten oder als unbezahlten Urlaub. Du kannst durchaus zunächst in die Verhandlung gehen und einen bezahlten Urlaub einfordern. Verweise einfach darauf, dass du im Unterschied zu deutschen Azubis oder Arbeitnehmern eine schwierigere persönliche Lage hast.

Ist dein Arbeitgeber nicht bereit, dir hierf√ľr bezahlten Urlaub anzubieten, dann kannst du immer noch versuchen, mit ihm mehr Stunden Arbeit auszuhandeln, die du w√§hrend des Jahres leistest und die du dann abbummeln kannst (Zeitkonto). Ist auch dies nicht m√∂glich, dann sollte dir dein Arbeitgeber zumindest unbezahlten Urlaub anbieten.

√úber den Autor: Dr. Wolfgang Sender hat Soziologie und Politikwissenschaft studiert und schreibt als Journalist seit 2018 zu Fragen internationaler Karriere. Er ist Autor mehrerer B√ľcher und vieler Fachartikel. Wolfgang hat √ľber 30 Jahre Arbeitserfahrungen in Unternehmen, Medien, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Folgen Sie dem Autor auf LinkedIn.

Wie sprichst du deinen Arbeitgeber darauf an?

Es ist nat√ľrlich schwierig, wenn du w√§hrend des Bewerbungsgespr√§chs zu deinem Arbeitgeber sagst, dass du diese und diese Leistung gerne h√§ttest. Besser ist es vielleicht, wenn du deinem k√ľnftigen Arbeitgeber bereits vor dem Bewerbungsgespr√§ch einen Link auf diesen Artikel sendest und ihn fragst, welche hier genannten Leistungen er/sie anbietet.

Damit hast du nicht das Problem, dass du mit W√ľnschen/Forderungen ins Bewerbungsgespr√§ch gehst, sondern mit einer Vorschlagsliste, die sich der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin in Ruhe ansehen und sich eine Meinung dazu bilden kann.

Daten und Fakten

  • In Deutschland gibt es j√§hrlich rund 500.000 Ausbildungspl√§tze.
  • Fast 20% der Auszubildenden in Deutschland sind Ausl√§nder.
  • Im Durchschnitt erhalten Auszubildende in Deutschland etwa 900 Euro brutto pro Monat.
  • Die meisten Ausl√§nder-Auszubildenden in Deutschland kommen aus der EU.
  • Im Jahr 2020 bildeten rund 80% der Handwerksbetriebe in Deutschland aus.
  • Die durchschnittliche Dauer einer Ausbildung in Deutschland betr√§gt drei Jahre.
  • Fast 97% der Auszubildenden in Deutschland sind mit ihrer Verg√ľtung zufrieden.

Fragen und Antworten

  1. Welche Zusatzleistungen bieten Arbeitgeber in Deutschland f√ľr Auszubildende an?

    Zusatzleistungen f√ľr Auszubildende k√∂nnen von Arbeitgeber zu Arbeitgeber variieren, √ľblich sind jedoch beispielsweise verm√∂genswirksame Leistungen, betriebliche Altersvorsorge, Mitarbeiterpr√§mien oder Weiterbildungsangebote. Dar√ľber hinaus bieten viele Betriebe auch soziale Leistungen wie betriebliche Gesundheitsf√∂rderung, Essenszusch√ľsse oder verg√ľnstigte Mitarbeiterangebote f√ľr Produkte und Dienstleistungen an.

  2. Sind Arbeitgeber verpflichtet, Auszubildenden Zusatzleistungen zu gewähren?

    Arbeitgeber sind in Deutschland nicht gesetzlich verpflichtet, Auszubildenden Zusatzleistungen zu bieten. Allerdings sind solche Leistungen f√ľr Unternehmen ein wichtiges Instrument zur Mitarbeiterbindung und k√∂nnen dazu beitragen, qualifizierte Fachkr√§fte langfristig im Unternehmen zu halten.

  3. Wie sind verm√∂genswirksame Leistungen f√ľr Auszubildende geregelt?

    Verm√∂genswirksame Leistungen sind eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers und k√∂nnen in den Anlageformen Banksparpl√§ne, Bausparvertr√§ge oder Investmentfonds angelegt werden. Die staatliche F√∂rderung f√ľr verm√∂genswirksame Leistungen erfolgt durch Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbaupr√§mie, f√ľr die bestimmte Einkommensgrenzen gelten.

  4. Können Auszubildende von betrieblicher Altersvorsorge profitieren?

    Ja, auch Auszubildende k√∂nnen grunds√§tzlich von der betrieblichen Altersvorsorge profitieren, indem sie einen Teil ihres Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Die genauen Regelungen und M√∂glichkeiten h√§ngen jedoch vom jeweiligen Arbeitgeber und dem gew√§hlten Durchf√ľhrungsweg der betrieblichen Altersvorsorge ab.

  5. Gibt es Weiterbildungsangebote speziell f√ľr Auszubildende?

    Viele Arbeitgeber bieten Auszubildenden Weiterbildungsangebote an, die sowohl die fachliche als auch die pers√∂nliche Entwicklung f√∂rdern. Dazu geh√∂ren zum Beispiel Schulungen, Seminare, Workshops oder E-Learning-Angebote, die auf die Bed√ľrfnisse der Auszubildenden zugeschnitten sind.

  6. Wie funktionieren Essenszusch√ľsse f√ľr Auszubildende?

    Essenszusch√ľsse sind eine Zusatzleistung, bei der Arbeitgeber ihren Auszubildenden einen finanziellen Beitrag zum Mittagessen gew√§hren. Dies kann entweder durch direkte Zusch√ľsse, Essensgutscheine oder subventionierte Kantinenangebote erfolgen.

  7. Welche Rolle spielen betriebliche Gesundheitsf√∂rderung und Sportangebote f√ľr Auszubildende?

    Betriebliche Gesundheitsf√∂rderung und Sportangebote k√∂nnen dazu beitragen, das Wohlbefinden und die Leistungsf√§higkeit der Auszubildenden zu steigern. Arbeitgeber k√∂nnen zum Beispiel Fitnessstudio-Mitgliedschaften, Pr√§ventionskurse oder betriebssportliche Aktivit√§ten anbieten, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Auszubildenden zu unterst√ľtzen.

  8. Was sind Mitarbeiterprämien und wie können Auszubildende davon profitieren?

    Mitarbeiterpr√§mien sind finanzielle oder materielle Anreize, die Arbeitgeber gew√§hren, um besondere Leistungen oder Engagement der Auszubildenden zu belohnen. Diese k√∂nnen beispielsweise als Bonuszahlungen, Gutscheine oder Sachpr√§mien ausgestaltet sein und bieten zus√§tzliche Motivation und Anerkennung f√ľr die Auszubildenden.

  9. Können Auszubildende auch von Firmenrabatten profitieren?

    Ja, viele Unternehmen bieten ihren Auszubildenden verg√ľnstigte Mitarbeiterangebote f√ľr firmeneigene Produkte oder Dienstleistungen an. Diese Rabatte k√∂nnen den Auszubildenden dabei helfen, Kosten zu sparen und gleichzeitig die Verbundenheit mit dem Unternehmen zu st√§rken.

  10. Wie ist der Urlaubsanspruch f√ľr Auszubildende geregelt?

    Der Urlaubsanspruch f√ľr Auszubildende ist gesetzlich festgelegt und betr√§gt mindestens 24 Werktage pro Jahr bei einer 6-Tage-Woche. Bei einer 5-Tage-Woche entspricht dies mindestens 20 Urlaubstagen. Einige Arbeitgeber gew√§hren jedoch auch zus√§tzliche Urlaubstage als freiwillige Zusatzleistung.

  11. Gibt es finanzielle Unterst√ľtzung f√ľr Auszubildende bei Umzug oder Wohnungssuche?

    Einige Arbeitgeber bieten Auszubildenden finanzielle Unterst√ľtzung bei Umzug oder Wohnungssuche an, beispielsweise in Form eines Umzugskostenzuschusses oder einer Mietbeihilfe. Die genauen Regelungen und Voraussetzungen sind jedoch vom jeweiligen Arbeitgeber abh√§ngig und k√∂nnen variieren.

  12. Was sind m√∂gliche Anreize f√ľr Auszubildende im Bereich Mobilit√§t?

    Arbeitgeber k√∂nnen Auszubildenden Anreize im Bereich Mobilit√§t bieten, indem sie beispielsweise Jobtickets f√ľr den √∂ffentlichen Nahverkehr oder verg√ľnstigte Firmenfahrzeuge zur Verf√ľgung stellen. Solche Angebote k√∂nnen die Auszubildenden bei ihrer t√§glichen Mobilit√§t entlasten und gleichzeitig zum Umweltschutz beitragen.

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