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Berufsausbildung zum Koch in Deutschland

Berufsausbildung zum Koch oder zur Köchin: Tolle Perspektiven in Deutschland. Was musst du wissen?

Grundlagen

Mindestens 15.000 Stellen sind in Deutschland derzeit mit Köchen und Köchinnen zu besetzen. Dies ist zumindest die Zahl der freien Stellen auf Arbeitsagentur.de. In der Realität ist diese Zahl noch viel höher: Viele Restaurants, Hotels, Ferienanlagen oder Kreuzfahrtunternehmen haben zusätzlich freie Stellen. Zusätzlich werden im Moment über die Arbeitsagentur über 4.500 Menschen gesucht, die eine Berufsausbildung zum Koch / zur Köchin absolvieren möchten.

Diese Zahlen zeigen:

  • wenn du eine Berufsausbildung zum Koch oder zur Köchin machen möchtest, findest du leicht einen Platz
  • schließt du deine Berufsausbildung zum Koch oder zur Köchin erfolgreich ab, wirst du später voraussichtlich auch leicht einen Job finden
  • da viele Jobs frei sind, bist du flexibel beim Ort deiner Beschäftigung und der Form deiner Beschäftigung (beispielsweise Arbeit auf dem Kreuzfahrtschiff oder Arbeit in Teilzeit oder Arbeit nachts
  • die Konjunktur mag hoch und runter gehen. Da immer gegessen wird, ist der Beruf des Kochs / der Köchin sehr krisenfest.

Wenn du diesen Weg gehen möchtest, erklären wir die nachfolgend die wichtigsten Details zur Berufsausbildung zum Koch oder zur Köchin.

Berufsausbildung zum Koch oder zur Köchin

Was lernt man in der Berufsausbildung zum Koch / zur Köchin?

Du zu erlernenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Ausbildung sind:

  1. Umgang mit Gästen und Teammitgliedern,
  2. Annahme und Einlagerung von Waren,
  3. Vor- und Nachbereitung von Arbeiten für die Speisenzubereitung sowie Einsatz von Geräten, Maschinen und Arbeitsmitteln,
  4. Anwendung der grundlegenden Arbeitstechniken in der Küche,
  5. Wahrnehmung der grundlegenden Aufgaben in Service und Wirtschaftsdienst,
  6. Zubereitung von einfachen Speisen und Gerichten,
  7. Zubereitung von pflanzlichen Nahrungsmitteln und von Pilzen,
  8. Zubereitung von Suppen, Soßen und Eintöpfen,
  9. Verarbeitung und Zubereitung von Fleisch,
  10. Verarbeitung und Zubereitung von Fisch,
  11. Herstellung und Verarbeitung von Teigen und Massen,
  12. Herstellung von Süßspeisen und Desserts,
  13. Planung und Umsetzung des nachhaltigen Einsatzes von Geräten, Maschinen, Arbeitsmitteln, Lebensmitteln und Ressourcen,
  14. Anwendung der speziellen Hygienevorschriften in der Küche,
  15. Zusammenstellung und Kennzeichnung von Speisen und Gerichten,
  16. Sicherstellung von Warenflüssen sowie Kalkulation von Kosten und Preisen,
  17. küchentechnische Verwaltungsprozesse,
  18. Beratung von Gästen sowie Verkauf von Produkten und Dienstleistungen und
  19. Anleitung und Führung von Mitarbeitenden.

sowie:

  1. Organisation des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht,
  2. Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit,
  3. Umweltschutz und Nachhaltigkeit,
  4. digitalisierte Arbeitswelt,
  5. Durchführung von Hygienemaßnahmen.

Überlegungen vor deiner Berufsausbildung

Wenn du überlegst, Koch oder Köchin zu werden, dann möchtest du vielleicht die Vorteile und Nachteile des Koch-Berufs lesen, wie wir sie sehen.

Vorteile

  • Gute Köche werden immer gebraucht: du hast sehr gute Berufsperspektiven.
  • Mit deinen Kochkünsten verbesserst du das Leben deiner Gäste: Du machst sie nicht nur satt, sondern auch zufriedener.
  • Du kannst praktisch überall arbeiten: in der Großstadt, auf dem Dorf, in Deutschland, Europa und in der ganzen Welt.
  • Es gibt viele Weiterbildungsmöglichkeiten.
  • Da Kochen und Küche international ist, lernst du oftmals viele Sprachen praktisch nebenbei.
  • Du kannst Inhaber deines eigenen Restaurants werden … und vielleicht sogar berühmter Fernsehkoch oder angesehener Sternekoch.
  • Oft bekommst du deine Verpflegung kostenlos während der Arbeit – das spart Geld.
  • Du lernst, wie du effizient, gut und gesund kochst – dies kannst du für deine Gesundheit und ein langes Leben nutzen.
  • In vielen Fällen kommst du mit vielen Kolleginnen und Kollegen zusammen. Du lernst, mit sehr unterschiedlichen Menschen umzugehen.
  • Du kannst deine Freunde und Familie mit deinen Kochkünsten begeistern. Dir musst dir nie Sorgen um ein Geschenk machen: Koche einfach für alle!
Koch sein bedeutet Liebe zu Speisen und Kreativität.

Nachteile

  • Der Ton in der Küche ist oft rau: das kann auch in deiner Ausbildung so sein. Du musst also entweder ein dickes Fell haben oder es dir zulegen.
  • In der Küche wird nicht viel diskutiert. In der Ausbildung wird dir zwar alles ganz genau erklärt und gezeigt – irgendwann musst du aber selbstständig und verlässlich kochen können.
  • Köchinnen und Köche arbeiten oft in Schichten.
  • Die Arbeit erfolgt überwiegend im Stehen. Du brauchst in der Regel abends keinen Sport mehr machen – aber Füße und Rücken können schon auch schmerzen.

Wann solltest du nicht Koch oder Köchin werden?

Aus unserer Sicht solltest du nochmal über den Berufswunsch Koch noch einmal näher nachdenken wenn:

  • du nicht mit rauem Umgangston umgehen kannst
  • es dir schwer fällt, körperlich aktiv zu sein und den ganzen Tag zu stehen
  • du Allergien hast, für die es in der Küche regelmäßig Auslöser gibt (Obstallergie, Mehlstauballergie, Glutenallergie, Meeresfrüchte). Beachte, dass du viele Speisen persönlich verkosten musst, du also mit diesen Auslösern oft in Kontakt kommen kannst
  • es dich stört, dass es an deinem Arbeitsplatz nach Essen riecht und du dadurch täglich duschen und Haare waschen solltest.

Vielleicht machst du in jedem Falle vor Ausbildungsbeginn einmal ein Praktikum in einer professionellen und modernen Küche. Du kannst dich beispielsweise bei einem gehobenen Hotel oder Restaurant einmal für eine befristete Aushilfstätigkeit bewerben.

Auch in einer Aushilfstätigkeit bekommst du mindestens rund 10 Euro brutto pro Stunde (Mindestlohn), oft aber sogar etwas mehr. Dies ist eine ideale Form, um deinen Berufswunsch einmal unmittelbar selbst kennenzulernen.

Neue Regeln zur Berufsausbildung zum Koch oder zur Köchin ab 2022

Ab August 2022 treten neue Regeln zur Berufsausbildung zum Koch oder zur Köchin in Kraft. Im Internet findest du noch viele Hinweise auf die alten Regeln aus 1998. Tatsächlich solltest du aber die Verordnung über die Berufsausbildung zum Koch oder zur Köchin (Kochausbildungsverordnung – KochAusbV) vom 9. März 2022 beachten.

Danach sind unter anderem folgende wichtige neue Punkte zu beachten:

  • Es gibt eine Zusatzqualifikation für vegetarische und vegane Küche.
  • Bestehst du deine Prüfung Teil 2 nicht, kannst du auf Antrag einen Ausbildungsabschluss Fachkraft Küche erwerben. Wenn die die Ausbildung also zu schwer war, bekommst du immerhin noch einen Abschluss, mit dem du weiterkommst.
  • Weitere neue Punkte kannst du dem Text der Verordnung über die Berufsausbildung zum Koch oder zur Köchin entnehmen.

Berufsausbildung zum Koch oder zur Köchin: Was musst du noch wissen?

  1. Wie lange ist die Berufsausbildung zum Koch?

    Die Berufsausbildung zum Koch oder zur Köchin dauert drei Jahre. Dies ist eine mittlere Ausbildungsdauer. Die schnellsten Ausbildungen dauern zwei Jahre und die längsten Ausbildungen dauern 3,5 Jahre.

  2. Wann finden die Prüfungen in der Koch-Ausbildung statt?

    Die Abschlussprüfung in der Berufsausbildung Koch besteht aus zwei Teilen: Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt, Teil 2 findet am Ende der Berufsausbildung statt. Zu welchen Terminen dies genau für dich sein wird, erfährst du von deinem Ausbildungsleiter.

  3. Kann ich als Ausländer eine Ausbildung zum Koch machen?

    Auf jeden Fall! Ausländer können in Deutschland eine Ausbildung zum Koch machen. Neben deutschen Sprachkenntnissen auf Niveau B1 musst du darüber hinaus deine Schulbildung im Heimatland abgeschlossen haben. Du bekommst für deine Ausbildung ein spezielles Visum.

  4. Kann ich eine Ausbildung zur Köchin als Ausländerin machen?

    Ja, auch Ausländerinnen können in Deutschland eine Ausbildung zur Köchin machen. Neben deutschen Sprachkenntnissen auf Niveau B1 musst du darüber hinaus deine Schulbildung im Heimatland abgeschlossen haben.

  5. Wie viel verdient man als Koch oder Köchin?

    In Deutschland verdienen die meisten Köchinnen und Köche etwa im Bereich 1.900€ bis 2.600€ pro Monat brutto bei einem 40-Stunden-Job. Es gibt auch Köchinnen und Köche, die deutlich mehr verdienen – beispielsweise, wenn diese ihr eigenes Restaurant führen.

  6. Wie viel verdient man in der Ausbildung zum Koch?

    Während der Ausbildung wächst dein Verdienst im Laufe der Zeit. Er beginnt meistens um die 700€ im ersten Ausbildungsjahr und steigert sich bis etwa 1.000€ im dritten Ausbildungsjahr (jeweils brutto pro Monat bei einer Vollzeitausbildung).

  7. Kann man eine Ausbildung zum Koch in Teilzeit machen?

    Ja, du kannst eine Ausbildung auch in Teilzeit machen. Es gibt jedoch einige Besonderheiten in der Teilzeit-Ausbildung.

Gibt es ein Duales Studium Koch?

Ein Duales Studium Koch ist uns bislang nicht bekannt, aber es gibt ein duales Studium Gastronomie bzw. Gastronomiemanagement. Hier bereitest du dich auf verantwortungsvolle Stellen unter anderem in Restaurants und Hotels vor.

Suchbegriffe, die du in diesem Zusammenhang ebenfalls benutzen solltest, sind Culinary Management, Hotel- und Gastronomiemanagement oder Food Management. Du kannst auch Betriebswirtschaftslehre oder Business Administration studieren und einen Schwerpunk auf Gastronomie legen.

Wie bei anderen Dualen Studien in Deutschland gilt auch hier, dass du etwas bessere Bedingungen hast als bei einer reinen Berufsausbildung:

  • du bekommst einen Studienabschluss (Bachelor), dies bedeutet in der Regel auch ein höheres Gehalt als nach einer Dualen Berufsausbildung
  • bereits während des Dualen Studiums in Deutschland bekommst du monatlich ein Gehalt von etwa 1.500€ (je nach Arbeitgeber)
  • nach Ende des Dualen Studiums hast du sehr gute Berufsaussichten im Management
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