Gehalt im Gesundheitswesen

KI-Bild von Midjourney

Für Pflegekräfte in Deutschland schlägt sich die steigende Berufserfahrung kaum im Gehalt nieder: Wer mehr als zehn Jahre Berufserfahrung hat, verdient nicht sonderlich mehr als Berufseinsteiger zeigt eine neue Studie zum Gehalt im Gesundheitswesen. Ärzte verdienen im Westen mehr als im Norden Deutschlands.

Neue Studie gibt Einblicke in das Gehalt im Gesundheitswesen

In vielen Tätigkeiten steigen mit den Berufsjahren Erfahrung und Kompetenz, und daher meist auch das Gehalt. Für Pflegekräfte schlägt sich die steigende Berufserfahrung allerdings kaum im Gehalt nieder. Obschon generell die Gehälter in der Pflege steigen, zeigt sich, dass Pflegerinnen und Pfleger mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung nur 6.511 EUR brutto mehr pro Jahr verdienen als ihre KollegInnen, die erst seit zwei bis vier Jahren tätig sind. Das sind 542,58 EUR brutto mehr pro Monat.

Ein Pflege-Studium kann hingegen kann sich finanziell gesehen lohnen: 4.800 EUR brutto, ein Plus von etwa zehn Prozent, sehen Bachelor-AbsolventInnen jährlich mehr auf ihrem Konto als ihre KollegInnen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Das zeigt die neue Gehaltsstudie für Medizin und Pflege von Gehaltsreporter und doctari, Deutschlands führendem Personaldienstleister für Pflegekräfte und ÄrztInnen.

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Pflegekräfte müssen immer mehr leisten

Die nur geringe Gehaltsentwicklung in Relation zur steigenden Erfahrung im Job sieht doctari-Geschäftsführer Prof. Dr. Cai-Nicolas Ziegler kritisch: “Der Beruf der Pflegekraft hat sich sehr stark weiterentwickelt. Pflegekräfte müssen immer mehr können, immer mehr leisten, aber das Gehalt ändert sich kaum.”

Laut Ziegler zeigt sich die mangelhafte Bezahlung und Gehaltsentwicklung als einer der Hauptgründe, warum Pflegekräfte ihre Festanstellung aufgeben: “Aus internen Umfragen wissen wir, dass das Gehalt für Pflegekräfte der größte Treiber ist, in die Zeitarbeit zu wechseln.”

Über den Autor: Dr. Wolfgang Sender hat Soziologie und Politikwissenschaft studiert und schreibt als Journalist seit 2018 zu Fragen internationaler Karriere. Er ist Autor mehrerer Bücher und vieler Fachartikel. Wolfgang hat über 30 Jahre Arbeitserfahrungen in Unternehmen, Medien, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Folgen Sie dem Autor auf LinkedIn.

ÄrztInnen verdienen je nach Fachrichtung sehr unterschiedlich

Im Rahmen der Studie wurden auch die Daten von über 1.900 Ärztinnen und Ärzte in verschiedener Fachrichtungen in unterschiedlichen Positionen ausgewertet. Die Verdiensthöhe variiert dabei je nach Weiterbildungsgrad und Fachrichtung. Beispielweise zeigt sich im Bereich der Anästhesiologie nach Weiterbildung vom Assistenz- zum/zur FachärztIn ein Gehalt von 89.640 EUR brutto/Jahr. Im Vergleich zu anderen Fachrichtungen ist der Gehaltssprung nach Weiterbildung hier besonders groß (plus 23.880 EUR brutto pro Jahr).

Einen noch höheren Sprung kann man in derselben Fachrichtung beim Aufstieg zum Oberarzt erwarten (plus 30.360 EUR brutto). Starke Unterschiede im Gehalt gibt es auch regional: Bei gleicher Tätigkeit erhalten ÄrztInnen im Norden Deutschlands weniger Gehalt als Ihre KollegInnen in westlichen Regionen Deutschlands: Dort haben ÄrztInnen jährlich 9.466 EUR brutto mehr zur Verfügung als ihre KollegInnen in Norddeutschland.

Daten und Fakten

  • Im Jahr 2020 lag das Durchschnittsgehalt eines Arztes in Deutschland bei 91.000 Euro brutto pro Jahr.
  • Laut einer Studie verdienen Fachärzte im Durchschnitt 40% mehr als Allgemeinärzte.
  • Die Gehälter im Gesundheitswesen variieren stark je nach Region und Krankenhausträger.
  • Männliche Ärzte verdienen im Schnitt etwa 20% mehr als weibliche Ärzte.
  • Pflegekräfte verdienen im Durchschnitt rund 3.000 Euro brutto pro Monat.

Über die Studie zum Gehalt im Gesundheitswesen

Es wurden deutschlandweit die Daten von insgesamt 2.672 Pflegekräften und 1.923 ÄrztInnen unterschiedlicher Fachrichtungen in verschiedenen Positionen ausgewertet (Oktober 2020 bis Oktober 2022). Die Daten wurden über das Online-Tool “Gehaltscheck” von Gehaltsreporter erhoben. Dieses wurde auf doctari.de eingebunden, wo auch die Erhebung der Daten stattfand. Nach Eingabe ihrer Berufs- und Gehaltsdaten konnten TeilnehmerInnen ihre Angaben direkt mit denen anderer vergleichen.

Die bereinigten Angaben beziehen sich auf das Grundgehalt mit 12 Monatsgehältern. Für alle Ergebnisse wurde der Median ermittelt. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie wurden durch Gehaltsreporter mittels Vergleich mit weiteren Branchen-Daten validiert. Die komplette Gehaltsstudie für Pflegekräfte und ÄrztInnen finden Sie unter folgenden Links: Gehaltsstudie: Das verdienen Ärzt*innen in Deutschland – Gehaltsreporter und Gehaltsstudie: Das verdienen Pflegekräfte in Deutschland – Gehaltsreporter.

Allgemeines zum Gehalt im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen ist in Deutschland eine der Branchen, die die höchsten Gehälter für Arbeitnehmer bieten. Verschiedene Faktoren beeinflussen jedoch die Höhe des Verdienstes für verschiedene Berufe im Gesundheitswesen. Im Folgenden werden wir die Faktoren, die den Verdienst im Gesundheitswesen beeinflussen, genauer betrachten.

Ausbildung und Erfahrung

Ein wichtiger Faktor für das Gehalt im Gesundheitswesen ist die Ausbildung und Erfahrung des Arbeitnehmers. Hochqualifizierte Berufe wie Ärzte und Zahnärzte verdienen in der Regel mehr als Pflegekräfte und Krankenschwestern. Dies liegt daran, dass die Ausbildung für diese Berufe länger dauert und häufig einen höheren Abschluss erfordert. Auch Erfahrung kann eine Rolle spielen. Ärzte und Chirurgen, die seit vielen Jahren praktizieren, können höhere Gehälter erwarten als Neulinge in der Branche.

Aber nicht nur Ärzte und Zahnärzte verdienen gut. Auch Physiotherapeuten und Ergotherapeuten, die in der Regel eine dreijährige Ausbildung absolvieren, verdienen in der Regel ein höheres Gehalt als Pflegekräfte und Krankenschwestern. Selbstständige Therapeuten können ihr Gehalt oft selbst bestimmen und haben oft höhere Einkommen als angestellte Therapeuten.

Branche

Innerhalb des Gesundheitswesens können Gehälter je nach Branche variieren. Einige Branchen wie beispielsweise die Privatkliniken oder die plastische Chirurgie bieten höhere Gehälter als andere Branchen wie zum Beispiel die öffentlichen Krankenhäuser oder die Altenpflege. Dies liegt daran, dass in einigen Branchen aufgrund von Fachkräftemangel oder hoher Nachfrage nach speziellen Fähigkeiten ein höherer Wert auf die Arbeit gelegt wird, die die Mitarbeiter leisten. Wenn man in einer solchen Branche arbeitet, kann man eine höhere Bezahlung erwarten.

Aber auch als Selbstständiger kann man im Gesundheitswesen ein hohes Einkommen erzielen. Zum Beispiel können Privatärzte, die sich auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert haben, ein hohes Gehalt erzielen. Aber auch Heilpraktiker, die eine eigene Praxis führen, können von ihrem Einkommen gut leben.

Verantwortung und Position

Die Verantwortung und Position, die man in einem Unternehmen oder einer Praxis hat, kann ebenfalls einen großen Einfluss auf das Gehalt haben. In der Regel verdienen Ärzte, die in leitenden Positionen tätig sind, mehr als Krankenschwestern oder Pflegekräfte. Dies liegt daran, dass sie oft für die Leitung und Koordination von Teams und Projekten verantwortlich sind und daher einen höheren Wert für das Unternehmen haben. Auch Selbstständige, die eine eigene Praxis führen, können höhere Einkommen erzielen, da sie oft für alle Aspekte ihres Geschäfts verantwortlich sind.

Allerdings kann auch innerhalb einer bestimmten Position die Verantwortung und damit das Gehalt variieren. Pflegekräfte und Krankenschwestern, die zusätzliche Verantwortung übernehmen oder zusätzliche Aufgaben ausführen, können in der Regel ein höheres Gehalt erzielen als ihre Kollegen. Das Gleiche gilt für Therapeuten, die sich auf spezielle Bereiche wie beispielsweise die Kindertherapie oder die Rehabilitation von Patienten nach einer Operation spezialisiert haben.

Regionale Unterschiede

Wie in vielen Branchen können auch im Gesundheitswesen Gehälter regional unterschiedlich sein. In der Regel sind die Gehälter in Großstädten höher als in ländlichen Gebieten. Dies liegt daran, dass es in Städten oft mehr Unternehmen und Arbeitsplätze gibt, was zu einer höheren Nachfrage nach Arbeitskräften führt. Allerdings kann das höhere Gehalt in den Städten oft mit höheren Lebenshaltungskosten einhergehen.

In ländlichen Gebieten kann die Bezahlung jedoch oft niedriger sein, da die Nachfrage nach Arbeitskräften geringer ist und es weniger Unternehmen und Arbeitsplätze gibt. Allerdings können auch hier bestimmte Positionen aufgrund von Fachkräftemangel oder hoher Nachfrage ein höheres Gehalt bieten.

Tarifverträge

Im Gesundheitswesen gibt es viele Branchen, die durch Tarifverträge geregelt werden. Tarifverträge legen die Mindestgehälter für bestimmte Positionen fest. Arbeitgeber sind in der Regel verpflichtet, diese Mindestgehälter zu zahlen, auch wenn sie höher sind als das, was sie ihren Mitarbeitern normalerweise zahlen würden. Wenn man in einem Unternehmen arbeitet, das durch einen Tarifvertrag geregelt wird, kann dies dazu führen, dass man ein höheres Gehalt erhält.

Gender Pay Gap

Auch im Gesundheitswesen gibt es ein Gender Pay Gap, das Frauen benachteiligt. Frauen verdienen in der Regel weniger als Männer, auch wenn sie die gleiche Arbeit leisten und die gleichen Qualifikationen und Erfahrungen haben. Die Gründe dafür sind vielfältig, von Diskriminierung bis hin zu strukturellen Problemen in der Arbeitswelt.

Es ist wichtig, dass Deutschland daran arbeitet, den Gender Pay Gap im Gesundheitswesen zu schließen und eine faire und gleiche Bezahlung für alle Arbeitnehmer zu gewährleisten. Hierzu können Maßnahmen wie die Förderung von Frauen in Führungspositionen, die Stärkung der Rolle von Gewerkschaften und die Einführung von Gesetzen zur Gleichstellung der Bezahlung beitragen.

Kriterien, von denen das Gehalt abhängen kann

Das Gehalt von Beschäftigten im Gesundheitswesen in Deutschland kann von verschiedenen Faktoren abhängen, darunter bespielsweise:

KriteriumBeschreibung
Berufliche QualifikationHöhere Qualifikationen wie Facharzt- oder Spezialisierungsgrade können zu höheren Gehältern führen.
BerufserfahrungMit zunehmender Berufserfahrung steigen in der Regel die Gehälter.
Spezialisierung/FachrichtungEinige Fachrichtungen, wie z.B. Radiologie oder Anästhesie, werden höher vergütet als andere.
Art der EinrichtungGehälter können je nach Art der Einrichtung variieren (z.B. Krankenhaus, Privatpraxis, Forschungseinrichtung).
Regionale LageDie Gehälter können je nach Region und Lebenshaltungskosten variieren, z.B. sind sie in städtischen Gebieten oft höher als in ländlichen.
Trägerschaft der EinrichtungÖffentliche, private oder kirchliche Träger können unterschiedliche Gehaltsstrukturen haben.
ArbeitszeitmodellVollzeitbeschäftigte verdienen in der Regel mehr als Teilzeitbeschäftigte; Überstunden und Schichtarbeit können das Gehalt ebenfalls beeinflussen.
Tarifvertragliche BindungBeschäftigte in Einrichtungen, die an Tarifverträge gebunden sind, erhalten oft höhere und regelmäßig angepasste Gehälter.
Zusätzliche QualifikationenZusatzqualifikationen wie Managementfähigkeiten oder Zusatzausbildungen können das Gehalt positiv beeinflussen.
Leistungsbezogene ZusatzvergütungenBoni oder leistungsabhängige Zusatzvergütungen können das Gesamtgehalt erhöhen.

Diese Tabelle bietet einen Überblick über die Faktoren, die das Gehalt von Beschäftigten im Gesundheitswesen in Deutschland beeinflussen können. Das tatsächliche Gehalt kann je nach individueller Situation und Verhandlung variieren.

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