Heilpraktiker Ausbildung: Alles, was du wissen musst

Lesedauer: 6 Minuten.

Die Heilpraktiker Ausbildung ist eine Weiterbildungsmöglichkeit für Ärzte, andere Gesundheitsfachkräfte oder Quereinsteiger, die sich auf den Bereich der Naturheilkunde spezialisieren möchten. Wir erklären dir alles, was du dazu wissen musst.

Grundsätzliches zur Naturheilkunde

Trotz mancher Vorbehalte: Von der Naturheilkunde kann nach wie vor behauptet werden, dass sich die alternative Medizin in allen Belangen als sehr effektiv erwiesen hat. Viele Menschen setzen auf die Naturheilkunde und wenden alternative Behandlungsmethoden an. Mit einer Ausbildung zum Heilpraktiker* lernst du die Methoden in der Heilpraktik kennen, die du bei deinen Patienten anwenden und deren Wirkweise du verstehen kannst.

Naturheilkunde ist älter als die Schulmedizin und hat eine lange Tradition. Es wurde bereits in der Antike praktiziert, sowohl von Griechen als auch von Römern. In der sogenannten Neuzeit hat es einen kontinuierlichen Niedergang erlitten. Zwar waren die Menschen damals für den Körper des Patienten besorgt, aber sie hatten auch andere Theorien, zum Beispiel die Vorstellung, dass Krankheit eine Strafe Gottes sei.

Die naturheilkundliche Heilmethode ist eine Mischung aus ganzheitlichem Denken und dem Verständnis über die menschliche Anatomie und Physiologie. Sie setzt sich dafür ein, dass jeder Patient selbst den Heilungsprozess in Gang setzt.

Naturheilkunde: Was ist das?

Aber was heißt das eigentlich: Naturheilkunde? Diesen Begriff gibt es seit fast 150 Jahren und hat sich in dieser Zeit sehr verändert. Naturheilkunde ist nicht mehr “die Heilkunst der Naturvölker”. Wir haben gelernt, mit den menschlichen Lebensgewohnheiten umzugehen und etwas daraus zu machen, was wir für gesünder halten.

Naturheilkunde beschäftigt sich mit der Behandlung von Krankheiten mittels Naturmitteln. Die Betonung liegt auf der Verwendung von Natur und nicht auf der Vermeidung von Medikamenten. Durch die heutige Industrialisierung sind viele Menschen zu starken Allergien gegenüber künstlichen Zusatzstoffen entwickelt worden. Es ist daher eine gute Idee, auf Naturheilkunde zurückzugreifen, um Krankheiten zu behandeln statt sie zu medikamentös oder operativ zu bekämpfen.

Heilpraktiker Ausbildung: Alles, was du wissen musst

Naturheilkunde lässt sich in vier große Kategorien einteilen: Homöopathie, Bionaturologie, Heilpraktiker und Naturopathie.

Naturheilkunde ist eine Lebensweise, geprägt von dem Leitgedanken “Umweltschutz und Lebensschutz”. Im Zentrum dieser sich laufend weiterentwickelnden Lebensanschauung steht die Erkenntnis, dass wir alle als Mitglieder der Natur leben. Diese Einsicht führte nicht nur dazu, dass man vieles in Frage stellte, was bis dato unumstößlich schien, sondern auch dazu, dass man neue Wege suchte.

Naturheilkunde bietet dem Menschen konkrete Hilfe zur Selbsthilfe. Sie setzt an den Anfängen des Menschen an: im Körper und im Geist und lenkt den Blick auf das Wesentliche: die Beziehung zwischen Mensch und Natur.

Naturheilkunde ist eine unter anderem in der Naturheilverfahrensatzung verankerte Therapieform, die ein umfassendes über den gesamten Menschen und seine Lebensumwelt hinausreichendes Gesundheitskonzept für Behandlungsansätze und Therapieverfahren auf biologischer, psychischer, sozialer, kultureller sowie spiritueller Ebene anbietet.

Naturheilkunde beruht auf einem ganzheitlichen Verständnis von Gesundheit und Krankheit als Störungen der Selbstregulation des lebenden Organismus aufgrund von Ungleichgewichten zwischen Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit (Gleichgewicht von Resilienz und Vulnerabilität) in den dynamischen Wechselbeziehungen von Biologie, Psychologie, Sozialem, Kultur und Spiritualität.

Naturheilkunde ist nicht nur eine Alternative zu den konventionellen Therapien. Naturheilkunde ist eine ganzheitliche Gesundheitslehre für den Menschen in seiner Ganzheit. Dieses Heilsystem basiert auf mehreren Säulen:

  1. Die Gesundheit des Menschen beruht auf dem Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele.
  2. Das Leben ist ein Prozess, das heißt, es verläuft nie gleichförmig, sondern in ständigen Wechselwirkungen mit der Umwelt. Eine Krankheit ist immer eine Reaktion des Organismus auf Situationen und Bedingungen im Leben oder in der Umwelt.
  3. Der Mensch trägt Verantwortung für seinen Gesundheitszustand und muss sich bewusst werden, welche Bedeutung sein Verhalten für seine Gesundheit hat.

Welchen therapeutischen Ansatz verfolgt die Naturheilkunde?

Naturheilkunde ist eine alternative Heilmethode. Sie befasst sich mit vielen Krankheiten, darunter auch schweren Krankheiten wie Krebs, Multiple Sklerose, Parkinson und andere neurologische Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Diabetes und Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie z.B. Bluthochdruck sowie psychosomatische Beschwerden oder psychosomatisch bedingte Erkrankungen wie z.B. Depressionen und Burnout.

Die Behandlungsmethoden der Naturheilkunde decken ein breites Spektrum ab: von der Akupunktur über die Homöopathie, die Osteopathie bis hin zur klassischen Naturheilkunde wie Moxibustion oder der Phytotherapie (Kräuterbehandlung). Naturheilkunde befasst sich mit dem gesamten Mensch-Tier-Umwelt-System. Dabei wird die menschliche Biologie betrachtet und inwieweit diese durch Umwelteinflüsse (hormonell, chemisch, mechanisch) verändert werden kann. Das bedeutet, dass wir nicht nur Erkrankungen oder Symptome behandeln sondern auch den Menschen als Ganzes.

Naturheilkunde ist die traditionelle Heilkunst, die naturgemäße Gesundheit ausgleichend oder selbst erst wiederherstellend hervorbringen soll. Naturheilkunde befasst sich mit der gesamten Lebensumwelt des Menschen, also nicht nur mit bestimmten Krankheiten oder Symptomen. Sie beschäftigt sich vielmehr mit allen Vorgängen im Körper und in der Seele des Menschen, die zu einem Ungleichgewicht geführt haben — und dieses Ungleichgewicht ist der Auslöser für Krankheiten. Ziel des Naturheilverfahrens ist es das Ungleichgewicht wieder auszugleichen, indem man es durch entsprechende Behandlungsmethoden korrigiert.

Abgrenzung zu Ärzten

Heilpraktiker verfügen nicht über eine Approbation – dies unterscheidet sie von Ärzten und Psychotherapeuten. Anders als Ärzte oder Psychologen dürfen Heilpraktiker keine verschreibungspflichtige Medikamente oder Betäubungsmittel verordnen. Ebenfalls nicht behandeln dürfen Heilpraktiker:

  • meldepflichtigen Krankheiten
  • zahnmedizinische Krankheiten
  • Geschlechtskrankheiten
  • Strahlentherapie und
  • Geburtshilfe.

Heilpraktiker werden nach der Heilpraktiker Ausbildung

Aufgrund des großen und anhaltenden Erfolgs der Naturheilkunde kann es für dich eine interessante Perspektive sein, Heilpraktikerin oder Heilpraktiker zu werden. Egal ob du bereits Arzt oder Ärztin bist, in einem anderen Gesundheitsberuf arbeitest oder Quereinsteiger bist: Heilpraktikerin oder Heilpraktiker zu werden, kann für dich eine interessante Perspektive sein.

„Heilpraktiker“ und „Heilpraktikerin“ sind geschützte Berufsbezeichnungen. Das bedeutet: Nur wer eine Zulassung hat, darf sich so nennen. Und nur wer eine entsprechende Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich absolviert hat, bekommt eine solche Zulassung.

Wenn du also Heilpraktikerin oder Heilpraktiker werden möchtest, musst du eine entsprechende Ausbildung oder ein Studium absolvieren. Eine Ausbildung zum Heilpraktiker dauert in den meisten Fällen etwa 12 bis 24 Monate. Es gibt deutliche Unterschiede in der Ausbildung: Manche Anbieter bereiten strikt nur darauf vor, eine Zulassung vor dem Gesundheitsamt zu erhalten. Andere Ausbildungen gehen tiefer und möchten den Beruf umfassender vermitteln.

Heilpraktiker Ausbildung: Häufig gestellte Fragen

  • Kann man Naturheilkunde studieren?

    Seit 1997 gibt es die Möglichkeit einen Bachelor-Studiengang zu belegen. An der Universität Witten/Herdecke wird seit 2012 ein solcher Studiengang angeboten, in Kiel kann man seit 2017 einen Master of Science in Naturheilkunde belegen und an der Freien Universität Berlin gibt es seit 2018 einen Masterstudiengang für Naturheilkunde mit dem Schwerpunkt Phytotherapie. Natürlich kann man Naturheilkunde studieren, auch als Allgemeinmediziner. Es gibt die Möglichkeit, sich fachübergreifend weiterzubilden, wenn man das will und wenn man in einem Krankenhaus arbeitet, das solche Weiterbildungsangebote macht.

  • Kann ich auch als Ausländerin oder Ausländer Heilpraktiker in Deutschland werden?

    Ja, das ist möglich. Du musst dazu wie auch deutsche Bewerberinnen und Bewerber die erforderlichen fachlichen Prüfungen bei den Behörden bestehen. Dazu musst du außerdem Deutsch beherrschen. Ein Niveau B2/C1 wird dazu erforderlich sein.

  • Welche Berufsaussichten habe ich als Heilpraktiker?

    Die meisten Heilpraktiker machen sich selbstständig und eröffnen ihre eigene Praxis. Dies ist zwar mit einigen Investitionen verbunden, dennoch erscheint der Ausblick für eine Selbstständigkeit als Naturheiler oder Naturheilerin sehr vielversprechend.

Alternativen

Vielleicht ist auch eine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin / Ausbildung zum Tierheilpraktiker für dich interessant. Wenn du Tiere magst, könnte diese Ausbildung eine interessante Alternative zur Heilpraktiker Ausbildung sein.

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