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Probezeit in der Ausbildung und im Job: Was musst du wissen?

In Deutschland gibt es oft eine Probezeit in der Ausbildung und im Job: Beginnst du in einem Unternehmen neu, musst du dich beispielsweise erst für drei oder sechs Monate beweisen, bevor du einen unbefristeten Vertrag bekommst. Was solltest du in der Probezeit in der Ausbildung und im Job so alles beachten?

Grundlagen

Wenn du dich mit diesem Thema befasst, solltest du neben diesem Artikel und weiteren Quellen unbedingt Folgendes nutzen: Deinen Ausbildungsvertrag oder Arbeitsvertrag. Jeder Job, jede Berufsausbildung, jedes Duale Studium sowie auch Sommerjobs, Praktika, FSJ, FÖJ und BFD sollten immer eine vertragliche Grundlage in Form eines Vertrages haben.

In deinem Vertrag steht genau drin:

  • Wann die Probezeit beginnt
  • Wie lange deine Probezeit dauert
  • Welche Kündigungsfristen in dieser Zeitspanne beiderseits bestehen: Also sowohl wenn du kündigst wie auch wenn du gekündigt wirst.

Steht in deinem Arbeitsvertrag keine Regelung zur Probezeit (eventuell mit anderen Formulierungen), dann kann es sein, dass es bei dir keine Probezeit gibt. Lasse dich hierzu am besten fachlich beraten.

Was passiert in der Probezeit?

Viele denken, dass man in der Probezeit besonders vom Arbeitgeber unter die Lupe genommen wird. Und das stimmt. Die Arbeitgeber schauen in dieser Zeit unter anderem:

  • ob du die erhofften Leistungen erbringst
  • wie zuverlässig du bist
  • ob du gut mit anderen zusammenarbeitest
  • oder ob sonst etwas besonders für oder gegen eine langfristige Zusammenarbeit spricht.

Du solltest aber nicht vergessen, dass die Probezeit auch für dich da ist, so dass du deinen Arbeitgeber prüfen kannst. Auch du kannst die Probezeit zur schnellen Trennung nutzen.

Dinge, die du in der Probezeit in der Ausbildung oder im Job vermeiden solltest

Es gibt einige Dinge, die man in der Probezeit eher nicht machen sollte, wenn man die Probezeit in der Ausbildung oder im Job überstehen möchte. Dazu zählen nicht nur Gesetzesverstöße wie Diebstahl, Beleidigung oder Gewalt, sondern auch Dinge, die gegen deine Arbeitsorientierung sprechen könnten. Daher solltest du während der Probezeit – wie übrigens auch danach – unter anderem vermeiden:

  • zu spät oder nicht zur Arbeit kommen
  • dich mit privaten Dingen während der Arbeit beschäftigen
  • nicht ins Team integriert werden zu wollen
  • alkoholisiert oder in schlechtem äußeren Zustand zur Arbeit kommen.
Probezeit in der Ausbildung und im Job
In der Probezeit wird geprüft, ob und wie gut du auf deine Ausbildungsstelle oder deinen Arbeitsplatz passt.

Dinge, die du in der Probezeit machen solltest

Manche neuen Beschäftigten verstellen sich während der Probezeit und zeigen ein außerordentliches Engagement, um die Entfristung zu bekommen. Das kannst du machen, aber es birgt ein Risiko. Übertreibst du es in der Probezeit und fällst danach auf “Normalmaß” herunter spricht das auch nicht super für deine Glaubwürdigkeit.

Besser könnte es sein, es mit dem Engagement in der Probezeit ernst zu nehmen aber nicht zu übertreiben. In der Probezeit solltest du darüber hinaus je nach Situation:

  • den Chef und die Kollegen nach Feedback zu dir befragen und was du aus ihrer Sicht vielleicht besser machen kannst
  • am besten etwas früher als andere zur Arbeit kommen und wenn möglich etwas später gehen
  • genau und zuverlässig sein
  • viele Fragen stellen und zeigen, dass dich wirklich interessiert, was du machst .

Bei Problemen in der Probezeit in der Ausbildung oder im Job

Vergiss nicht, dass die Probezeit beidseitig ist – also dass nicht nur der Arbeitgeber dich erproben will, sondern dass auch du den Arbeitgeber erprobst.

Wenn du in deiner Ausbildung oder deinem Job nicht glücklich bist, solltest du dies ändern. Die Probezeit erleichtert dir eine Änderung.

Stellt sich beispielsweise heraus, dass:

  • du überhaupt nicht mit deinen Kollegen und/oder Vorgesetzten auskommst
  • absolut keine Lust hast, zur Arbeit oder zur Ausbildung zu gehen
  • du das Gefühl hast, dass dich die Arbeit krank macht
  • dich andere mobben oder ignorieren,

dann solltest du eine Änderung in Betracht ziehen. Das bedeutet: Bist du in deiner Ausbildung oder deinem Job nicht glücklich, dann solltest du versuchen, dies zu ändern. Denn bist du unzufrieden, ist dies in der Regel nicht nur schlecht für dich und dein Umfeld, sondern auch für deine Leistungen und deinen Arbeitgeber.

Beginne am besten zunächst damit, deine Einstellung und dein eigenes Verhalten zu hinterfragen und wenn erforderlich zu ändern. Ziehe dazu Freunde und Familienmitglieder zum Rat. Wende dich dann Kolleginnen und Kollegen sowie deinem Chef zu und erkläre, dass du unzufrieden bist und was dich stört. Bringt dies keine Verbesserung, solltest du Alternativen zu deiner Ausbildung oder deinem Job prüfen.

In der Probezeit ist ein Wechsel dann besonders leicht: Hier kannst du oft mit einer Kündigungsfrist von nur 2 Wochen aussteigen. Hast du schon etwas Urlaubsanspruch oder Überstunden angesammelt, kannst du oftmals kündigen und schon nach wenigen Tagen aussteigen. Manche Arbeitgeber lassen dich auch direkt gehen.

Bevor du kündigst

Bevor du während der Probezeit kündigst, solltest du folgende Punkte prüfen:

  • Hast du deinem Arbeitgeber aber auch deinen Kolleginnen und Kollegen und dir selbst genug Chancen gegeben, die Situation zu ändern?
  • Kann dein Arbeitgeber dich eventuell innerhalb des Unternehmens umsetzen?
  • Hast du bereits eine gute andere Perspektive?

In jedem Falle empfiehlt es sich fast immer, ein gutes Verhältnis zum Arbeitgeber zu behalten, selbst wenn du während der Probezeit kündigst. Dein Arbeitgeber kann dir – ein gutes Verhältnis vorausgesetzt:

  • ein gutes Zeugnis schreiben
  • dich anderen Unternehmen empfehlen
  • gemeinsam mit dir und der IHK oder Handwerkskammer nach einem anderen Ausbildungsbetrieb suchen
  • dir vielleicht statt einer Berufsausbildung ein Duales Studium oder einen regulären Job anbieten.

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Dieser Artikel wurde verfasst von Dr. Wolfgang Sender und am 03.05.2022 publiziert.

Der Artikel wurde am 17.06.2022 aktualisiert.