Probezeit: Was musst du wissen?

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In Deutschland gibt es oft eine Probezeit in der Ausbildung und im Job: Beginnst du in einem Unternehmen neu, musst du dich beispielsweise erst für drei oder sechs Monate beweisen, bevor du einen unbefristeten Vertrag bekommst. Was solltest du in der Probezeit in der Ausbildung und im Job so alles beachten?

Grundlagen

Wenn du dich mit diesem Thema befasst, solltest du neben diesem Artikel und weiteren Quellen unbedingt Folgendes nutzen: Deinen Ausbildungsvertrag oder Arbeitsvertrag. Jeder Job, jede Berufsausbildung, jedes Duale Studium sowie auch Sommerjobs, Praktika, FSJ, FÖJ und BFD sollten immer eine vertragliche Grundlage in Form eines Vertrages haben.

In deinem Vertrag steht genau drin:

  • Wann die Probezeit beginnt
  • Wie lange deine Probezeit dauert
  • Welche Kündigungsfristen in dieser Zeitspanne beiderseits bestehen: Also sowohl wenn du kündigst wie auch wenn du gekündigt wirst.

Steht in deinem Arbeitsvertrag keine Regelung zur Probezeit (eventuell mit anderen Formulierungen), dann kann es sein, dass es bei dir keine Probezeit gibt. Lasse dich hierzu am besten fachlich beraten.

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Was passiert in der Probezeit?

Viele denken, dass man in der Probezeit besonders vom Arbeitgeber unter die Lupe genommen wird. Und das stimmt. Die Arbeitgeber schauen in dieser Zeit unter anderem:

  • ob du die erhofften Leistungen erbringst
  • wie zuverlässig du bist
  • ob du gut mit anderen zusammenarbeitest
  • oder ob sonst etwas besonders für oder gegen eine langfristige Zusammenarbeit spricht.

Du solltest aber nicht vergessen, dass die Probezeit auch für dich da ist, so dass du deinen Arbeitgeber prüfen kannst. Auch du kannst die Probezeit zur schnellen Trennung nutzen.

Über den Autor: Dr. Wolfgang Sender hat Soziologie und Politikwissenschaft studiert und schreibt als Journalist seit 2018 zu Fragen internationaler Karriere. Er ist Autor mehrerer Bücher und vieler Fachartikel. Wolfgang hat über 30 Jahre Arbeitserfahrungen in Unternehmen, Medien, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Folgen Sie dem Autor auf LinkedIn.

Dinge, die du in der Probezeit in der Ausbildung oder im Job vermeiden solltest

Es gibt einige Dinge, die man in der Probezeit eher nicht machen sollte, wenn man die Probezeit in der Ausbildung oder im Job überstehen möchte. Dazu zählen nicht nur Gesetzesverstöße wie Diebstahl, Beleidigung oder Gewalt, sondern auch Dinge, die gegen deine Arbeitsorientierung sprechen könnten.

Probezeit in der Ausbildung und im Job
In der Probezeit wird geprüft, ob und wie gut du auf deine Ausbildungsstelle oder deinen Arbeitsplatz passt.

Daher solltest du während der Probezeit – wie übrigens auch danach – unter anderem vermeiden:

  • zu spät oder nicht zur Arbeit kommen
  • dich mit privaten Dingen während der Arbeit beschäftigen
  • nicht ins Team integriert werden zu wollen
  • alkoholisiert oder in schlechtem äußeren Zustand zur Arbeit kommen.

Daten und Fakten

  • In Deutschland beträgt die maximale Dauer der Probezeit in der Regel sechs Monate.
  • Etwa 85% der Unternehmen nutzen die Probezeit, um die Eignung von neuen Mitarbeitern zu prüfen.
  • Laut einer Umfrage wechseln etwa 20% der Arbeitnehmer innerhalb der Probezeit den Job.
  • In einigen Branchen, wie z.B. der Gastronomie, ist eine längere Probezeit üblich.

Dinge, die du in der Probezeit machen solltest

Manche neuen Beschäftigten verstellen sich während der Probezeit und zeigen ein außerordentliches Engagement, um die Entfristung zu bekommen. Das kannst du machen, aber es birgt ein Risiko. Übertreibst du es in der Probezeit und fällst danach auf “Normalmaß” herunter spricht das auch nicht super für deine Glaubwürdigkeit.

Besser könnte es sein, es mit dem Engagement in der Probezeit ernst zu nehmen aber nicht zu übertreiben. In der Probezeit solltest du darüber hinaus je nach Situation:

  • den Chef und die Kollegen nach Feedback zu dir befragen und was du aus ihrer Sicht vielleicht besser machen kannst
  • am besten etwas früher als andere zur Arbeit kommen und wenn möglich etwas später gehen
  • genau und zuverlässig sein
  • viele Fragen stellen und zeigen, dass dich wirklich interessiert, was du machst .

Bei Problemen in der Probezeit in der Ausbildung oder im Job

Vergiss nicht, dass die Probezeit beidseitig ist – also dass nicht nur der Arbeitgeber dich erproben will, sondern dass auch du den Arbeitgeber erprobst.

Stellt sich beispielsweise heraus, dass:

  • du überhaupt nicht mit deinen Kollegen und/oder Vorgesetzten auskommst
  • absolut keine Lust hast, zur Arbeit oder zur Ausbildung zu gehen
  • du das Gefühl hast, dass dich die Arbeit krank macht
  • dich andere mobben oder ignorieren,

dann solltest du eine Änderung in Betracht ziehen. Das bedeutet: Bist du in deiner Ausbildung oder deinem Job nicht glücklich, dann solltest du versuchen, dies zu ändern. Denn bist du unzufrieden, ist dies in der Regel nicht nur schlecht für dich und dein Umfeld, sondern auch für deine Leistungen und deinen Arbeitgeber.

Beginne am besten zunächst damit, deine Einstellung und dein eigenes Verhalten zu hinterfragen und wenn erforderlich zu ändern. Ziehe dazu Freunde und Familienmitglieder zum Rat. Wende dich dann Kolleginnen und Kollegen sowie deinem Chef zu und erkläre, dass du unzufrieden bist und was dich stört. Bringt dies keine Verbesserung, solltest du Alternativen zu deiner Ausbildung oder deinem Job prüfen.

In der Probezeit ist ein Wechsel dann besonders leicht: Hier kannst du oft mit einer Kündigungsfrist von nur 2 Wochen aussteigen. Hast du schon etwas Urlaubsanspruch oder Überstunden angesammelt, kannst du oftmals kündigen und schon nach wenigen Tagen aussteigen. Manche Arbeitgeber lassen dich auch direkt gehen.

Bevor du kündigst

Bevor du während der Probezeit kündigst, solltest du folgende Punkte prüfen:

  • Hast du deinem Arbeitgeber aber auch deinen Kolleginnen und Kollegen und dir selbst genug Chancen gegeben, die Situation zu ändern?
  • Kann dein Arbeitgeber dich eventuell innerhalb des Unternehmens umsetzen?
  • Hast du bereits eine gute andere Perspektive?

In jedem Falle empfiehlt es sich fast immer, ein gutes Verhältnis zum Arbeitgeber zu behalten, selbst wenn du während der Probezeit kündigst. Dein Arbeitgeber kann dir – ein gutes Verhältnis vorausgesetzt:

  • ein gutes Zeugnis schreiben
  • dich anderen Unternehmen empfehlen
  • gemeinsam mit dir und der IHK oder Handwerkskammer nach einem anderen Ausbildungsbetrieb suchen
  • dir vielleicht statt einer Berufsausbildung ein Duales Studium oder einen regulären Job anbieten.

Fragen und Antworten

  1. Was ist die Probezeit in einer Ausbildung oder einem Job?

    Die Probezeit ist eine Einstiegsphase in einer Ausbildung, einem Job oder einem Praktikum, in der sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen und mit kurzer Kündigungsfrist beenden können. Sie dient dazu, die Eignung und Zufriedenheit beider Seiten zu überprüfen.

  2. Wie lange dauert die Probezeit in der Regel?

    Die Länge der Probezeit kann variieren, liegt aber in der Regel zwischen einem und sechs Monaten. Die genaue Dauer wird meist im Arbeitsvertrag festgelegt.

  3. Kann die Probezeit verlängert werden?

    Eine Verlängerung der Probezeit ist im Allgemeinen nicht üblich, kann aber in bestimmten Fällen und mit Zustimmung beider Parteien vereinbart werden. Dies muss jedoch immer im Einklang mit dem geltenden Arbeitsrecht stehen.

  4. Gibt es einen Kündigungsschutz während der Probezeit?

    Während der Probezeit besteht in der Regel kein besonderer Kündigungsschutz. Das bedeutet, dass beide Seiten das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von in der Regel zwei Wochen kündigen können.

  5. Was passiert nach der Probezeit?

    Nach Ablauf der Probezeit geht das Arbeitsverhältnis in ein reguläres über, wobei die Kündigungsfristen in der Regel länger sind und der Arbeitnehmer in der Regel einen stärkeren Kündigungsschutz genießt.

  6. Gibt es eine Probezeit im Bundesfreiwilligendienst (BFD) und im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ)?

    Ja, auch im BFD und FSJ gibt es eine Probezeit. Diese dauert in der Regel sechs Wochen.

  7. Kann ich während der Probezeit Urlaub nehmen?

    Ja, grundsätzlich haben Arbeitnehmer auch während der Probezeit einen Anspruch auf Urlaub. Die genauen Regelungen können jedoch von Unternehmen zu Unternehmen variieren.

  8. Was ist ein duales Studium und gibt es dort auch eine Probezeit?

    Ein duales Studium kombiniert theoretische Ausbildung an einer Hochschule mit praktischer Arbeit in einem Unternehmen. In der Regel gibt es auch hier eine Probezeit, die Dauer kann jedoch je nach Unternehmen und Studiengang variieren.

  9. Wie kann ich meine Chancen verbessern, die Probezeit erfolgreich zu überstehen?

    Eine gute Vorbereitung auf die neue Aufgabe, Engagement, Zuverlässigkeit und eine offene Kommunikation mit Vorgesetzten und Kollegen können helfen, die Probezeit erfolgreich zu überstehen.

  10. Wie verhält es sich mit der Vergütung während der Probezeit?

    Während der Probezeit erhalten Arbeitnehmer in der Regel die gleiche Vergütung wie nach deren Ablauf. Die genauen Regelungen können jedoch im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag festgelegt sein.

  11. Was passiert, wenn ich krank werde während der Probezeit?

    Wenn Sie während der Probezeit krank werden, haben Sie in der Regel Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber. Es ist jedoch wichtig, dass Sie sich so schnell wie möglich krank melden und gegebenenfalls eine ärztliche Bescheinigung vorlegen. Die genauen Regelungen können im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag festgelegt sein.

  12. Kann ich während der Probezeit eine Weiterbildung oder ein Seminar besuchen?

    Ja, grundsätzlich können Sie auch während der Probezeit an einer Weiterbildung oder einem Seminar teilnehmen. Dies sollte jedoch immer in Absprache mit Ihrem Arbeitgeber erfolgen, da die Teilnahme an solchen Veranstaltungen oft Arbeitszeit in Anspruch nimmt.

Weshalb kündigen manche Arbeitgeber während der Probezeit?

Häufige Gründe, warum Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag während der Probezeit kündigen, können folgende sein:

  1. Geänderte Geschäftslage: Beispielsweise können wegfallende Projekte oder Aufträge dazu führen, dass plötzlich entgegen der Erwartung weniger Personal gebraucht wird.
  2. Mangelnde Leistungsfähigkeit oder Qualifikation: Der Arbeitnehmer erfüllt die gestellten Anforderungen nicht oder zeigt eine unzureichende Arbeitsleistung.
  3. Fehlende Zuverlässigkeit: Zu spätes Erscheinen, häufige Fehlzeiten oder eine allgemeine Unzuverlässigkeit können zu einer Kündigung führen.
  4. Fehlende Anpassungsfähigkeit: Der Arbeitnehmer passt nicht in das Team oder die Unternehmenskultur.
  5. Verhaltensprobleme: Unangemessenes Verhalten, wie z. B. Konflikte mit Kollegen oder Vorgesetzten, können ebenfalls ein Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses sein.
  6. Wirtschaftliche Gründe: Manchmal sind wirtschaftliche Gründe oder eine schlechte Auftragslage der Grund für eine Kündigung während der Probezeit.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Arbeitgeber während der Probezeit keine Gründe für eine Kündigung angeben müssen.

Weshalb kündigen manche Arbeitnehmer während der Probezeit?

Häufige Gründe, warum Arbeitnehmer einen Arbeitsvertrag während der Probezeit kündigen, können folgende sein:

  1. Arbeitsklima: Der Arbeitnehmer fühlt sich im Team oder in der Unternehmenskultur nicht wohl.
  2. Arbeitsbedingungen: Die tatsächlichen Arbeitsbedingungen oder der Arbeitsumfang entsprechen nicht den ursprünglichen Vereinbarungen oder Erwartungen.
  3. Fehlende Perspektiven: Der Arbeitnehmer sieht keine langfristigen Karriere- oder Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen.
  4. Arbeitsbelastung: Die Arbeitsbelastung ist zu hoch oder das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben ist nicht gegeben.
  5. Besseres Angebot: Der Arbeitnehmer erhält ein attraktiveres Jobangebot von einem anderen Unternehmen.

Auch hier gilt, dass Arbeitnehmer während der Probezeit keine Gründe für eine Kündigung angeben müssen.

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