Chemie: Höchstes Ausbildungsangebot in 10 Jahren

KI-Bild von Midjourney

Die Berufsausbildung in der Chemie-Branche boomt. In Rheinland-Pfalz gab es 2022 das beste Angebot in der klassischen Ausbildung seit 10 Jahren. Es besteht eine sichere Übernahmechance für Azubis und der Ausblick ist sehr gut.

Duale Ausbildung in der Chemie-Branche in Rheinland-Pfalz

Neben der hohen Zahl von Ausbildungsstellen besteht eine sichere Übernahmemöglichkeit für die Azubis, wie das Ergebnis der diesjährigen Umfrage zur Ausbildungssituation in der rheinland-pfälzischen Chemie-, Pharma- und Kunststoff verarbeitenden Industrie zeigt. “Das steigende Angebot zeigt, dass die Berufsausbildung auch in Zukunft wichtig ist”, bestätigt Stefanie Lenze vom Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz. “Die Betriebe der Chemie sind verlässliche Ausbilder – trotz der aktuellen Krisenlage in der Branche.”

1.347 Plätze haben die Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes Rheinland-Pfalz 2022 angeboten. Diese setzen sich aus Plätzen für die duale Berufsausbildung, das duale Studium und Fördermaßangebote zusammen. Zu letzteren gehören Programme zur Förderung und Integration von jungen Menschen, die für einen erfolgreichen Ausbildungsverlauf vorbereitet werden sollen.

Die Ausbildung zu Facharbeiter:innen macht den größten Teil des Angebots aus. Dabei haben die Ausbildungsbetriebe das Angebot in der klassischen Ausbildung in diesem Jahr erhöht. Über 90 Prozent der Betriebe planen, ihre Angebote an Berufseinstiegen zu halten bzw. auszubauen – auch in Zeiten dramatisch steigender Energiepreise, gestörter Lieferketten und Großaufgaben wie der digitalen Transformation.

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Weiterhin gute Chancen für die Ausbildung in der Chemie-Branche erwartet

“Die Betriebe haben erkannt, wie wichtig die Ausbildung des eigenen Nachwuchses am Standort ist. Wir erwarten, dass die Unternehmen weiterhin in unser duales Ausbildungssystem und somit in Zukunftsfähigkeit der Standorte hier in Rheinland-Pfalz investieren,” ergänzt Nils Winternheimer von der Gewerkschaft IGBCE und betont: “Viele Arbeitnehmer:innen gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand.

Junge Fachkräfte stehen im gleichen Maße nicht zur Verfügung. Daher müssen wir unsere Möglichkeiten ausschöpfen und den jungen Menschen den Weg ins Berufsleben ermöglichen – mit guten Ausbildungsbedingungen sowie einer langfristigen Perspektive in unseren Branchen.”

Über den Autor: Dr. Wolfgang Sender hat Soziologie und Politikwissenschaft studiert und schreibt als Journalist seit 2018 zu Fragen internationaler Karriere. Er ist Autor mehrerer Bücher und vieler Fachartikel. Wolfgang hat über 30 Jahre Arbeitserfahrungen in Unternehmen, Medien, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Folgen Sie dem Autor auf LinkedIn.

Sehr gute Chancen für technische und naturwissenschaftliche Berufe

Fast alle der angebotenen Plätze wurden besetzt, doch besonders in technischen und naturwissenschaflichen Berufen – beispielsweise Chemikant:in, Elektroniker:in oder Lagerlogistiker:in – finden sich nicht immer genügend Bewerber:innen. “Hier zeigen sich sicherlich noch die Effekte der Corona-Pandemie. Es fehlen Praktika und Berufsorientierung, die einen direkten Bezug zur Arbeitswelt haben,” so Lenze. Darüber hinaus spüren die Unternehmen einen demografiebedingten Rückgang bei den Schulabgängerzahlen.

Daten und Fakten

  • Die Zahl der Chemiker in Deutschland steigt seit 2010 kontinuierlich an.
  • Die Chemieindustrie verzeichnet jedes Jahr hohe Umsätze im Milliardenbereich.
  • Deutschland ist einer der größten Exporteure von chemischen Produkten weltweit.
  • Die pharmazeutische Industrie ist der größte Teilsektor der Chemieindustrie in Deutschland.
  • Die Chemiebranche bietet viele verschiedene Tätigkeitsfelder, von Forschung und Entwicklung bis hin zur Produktion und Qualitätskontrolle.
  • Die hohe Nachfrage nach Chemikanten und Chemielaboranten führt zu einem hohen Angebot an Ausbildungsplätzen.
  • Die Zulieferindustrie für die Chemiebranche ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Deutschland.

Übernahme nach dem Abschluss: Sehr gute Perspektiven

Wer seine Prüfung erfolgreich beendet, wird in der Regel vom Betrieb übernommen. Dies zeigt die Übernahmequote von 96 Prozent. Drei von vier der Ausgelernten werden unbefristet übernommen.

Winternheimer freut sich, “dass unser Tarifvertrag ‘Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg’, der unter anderem die Übernahme von unseren Auslerner:innen regelt, Früchte trägt. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die unbefristete Übernahme flächendeckend zum Regelfall wird und wir somit den jungen Menschen eine zukunftsfähige Berufsperspektive bieten können.”

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