Gerade in Zeiten von Covid wird die Suche nach Azubis, Praktikanten und generell nach Nachwuchs noch wichtiger. Wir erklären, wie man als Unternehmen Azubi Bewerber im Internet finden kann.
Inhaltsverzeichnis
Tipp 1: Starten Sie unbedingt lokal, bevor Sie Azubi Bewerber im Internet finden wollen
Eine der besten Quellen für die Gewinnung von Azubis bleiben Ihre örtlichen Schulen. Rufen Sie in den Sekretariaten der Hauptschulen, Regelschulen und Gymnasien an und fragen Sie, ob es dort Bewerbertage oder andere Möglichkeiten gibt, sich als Ausbildungsbetrieb vorzustellen – vielleicht durch eine Anzeige in der Schülerzeitung, durch Teilnahme am Girl’s Day, durch das Anbieten von Praktika etc. Manche Schulen bieten auch Arbeitgebertage.
Life-in-Germany.de ist ein unabhängiges Online-Magazin, das seit 2018 über Karrieremöglichkeiten in Deutschland informiert. Wir geben Tipps zu Ausbildung, Dualem Studium, Studium, Job und Bewerbung. Wir unterstützen Unternehmen und Initiativen bei der internationalen Fachkräftegewinnung. Wir freuen uns über Kooperationsanfragen und Themenvorschläge.
Tipp 2: Nutzen Sie Ausbildungsmessen
Weiterhin kann die Teilnahme an lokalen oder regionalen Ausbildungsmessen interessant sein. Achten Sie hierbei aber auf Kosten und Nutzen. Schauen Sie sich Messen persönlich an, bevor Sie einen Stand buchen: Besuchen Sie die Messe zu unterschiedlichen Uhrzeiten und prüfen Sie, wann die meisten Interessenten da sind. Planen Sie Ihre Messeteilnahme dann entsprechend.
Tipp 3: Schließen Sie sich mit anderen Unternehmen zusammen
Prüfen Sie, ob Sie sich mit (Partner-) Unternehmen Ihrer Region zusammenschließen können, um gemeinsam Azubis zu suchen. Tauschen Sie sich zu möglichen Kandidaten aus, die vielleicht bei Ihrem (Partner-) Unternehmen nicht passen oder überzählig sind und die als Azubis für Sie in Betracht kommen. Bündeln Sie Kräfte, indem Sie gemeinsame Messestände buchen oder Werbeinitiativen starten. Fragen Sie immer auch die Wirtschaftsförderungen Ihrer Kommunen, Landkreise und Länder nach möglichen Förderungen.
Tipp 4: Kontakt halten!
Wenn Sie dann Kontakt zu Schülerinnen und Schülern aufgebaut haben, dann bleiben Sie auch am Ball: Sprechen Sie die Schülerinnen und Schüler direkt auf die Möglichkeit zur Ausbildung an, fordern Sie sie auf, Freunde auf die Möglichkeiten hinzuweisen. Und sagt ein (möglicher) Interessent ab: Legen Sie es sich auf die Wiedervorlage – denn wer weiß schon, wie der (mögliche) Interessent in ein paar Monaten oder einem Jahr über eine Ausbildung bei Ihnen denkt.
Tipp 5: Azubi Bewerber im Internet finden mit Kleinanzeigen
Nutzen Sie die Möglichkeit für kostenlose Inserate für Azubis auf Kleinanzeigen. Hiermit können Sie sowohl regional gezielt ansprechen und auch dauerhaft und kostenfrei inserieren. Beachten Sie unsere weiteren Tipps für Anzeigen bei Kleinanzeigen.
Tipp 6: Azubi Bewerber im Internet finden mit der Stellenbörse der Bundesagentur für Arbeit
Die Stellenbörse der Bundesagentur für Arbeit ist besser als ihr Ruf. Vor allem können Unternehmen hierdurch die Sichtbarkeit ihrer Stellenausschreibungen im Netz deutlich erhöhen, wie wir hier beschrieben haben.
Tipp 7: Schreiben Sie gute und aussagekräftige Stellenanzeigen für’s Netz
Natürlich sollten Sie auch unsere übrigen Tipps beachten: Sie sollten kontinuierlich ausschreiben, auf verschiedenen Kanälen, Sie sollten eine Erfolgskontrolle durchführen und die Inhalte der Ausschreibungen variieren.
Tipp 8: Schalten Sie Anzeigen im Netz
Anzeigen für Ihre Zielgruppe sollten Sie am besten dort schalten, wo Sie die Zielgruppe auch erreichen. Junge Menschen, die für eine Ausbildung infrage kommen, erreichen Sie dabei wohl am besten online: Auf TikTok, Instagram oder Facebook. Überlegen Sie, ob es für Sie möglich ist, die Möglichkeiten gezielter Werbung dort zu nutzen: Sie können hier oft auch mit kleinem Budget eine regionale und zielgruppenspezifische Anzeigenkampagne starten.
Tipp 9: Nutzen Sie die Angebote der IHKs und HWKs
Die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern und viele weitere Einrichtungen führen kostenlose Bewerberbörsen und Stellenportale.
Tipp 10: Nutzen Sie Angebote regionaler Fachkräftebörsen, Berufsschulen und Bildungswerke
In Deutschland gibt es eine Vielzahl von staatlich betriebenen oder unterstützten Fachkräfte- und Rekrutierungsbörsen, beispielsweise für Thüringen die ThaFF. Suchen Sie nach solchen Fachkräftebörsen in Ihrer Region und nutzen Sie diese als zusätzlichen Kanal für Ihre Online-Suche nach neuen Azubis oder Mitarbeitern.
Vergessen Sie auch nicht, sich an Berufsschulen zu wenden: Eine Reihe von Berufsschulen rekrutiert auch selbst Bewerberinnen und Bewerber. Wirtschaftsnahe Bildungswerke, beispielsweise das Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft, können ggf. auch bei der Vermittlung von Azubis helfen.
Fragen und Antworten
Wie kann man Azubi Bewerber im Internet finden?
Nutzen Sie Kleinanzeigen-Portale für lokale Reichweite. Die Stellenbörse der Bundesagentur für Arbeit bietet zielgruppenspezifische Ansprache. Schalten Sie gezielte Online-Anzeigen auf relevanten Plattformen.
Wie kann man gute Stellenanzeigen für Azubis erstellen?
Formulieren Sie aussagekräftige und ansprechende Stellenbeschreibungen. Heben Sie die Vorteile der Ausbildung in Ihrem Unternehmen hervor. Verwenden Sie klare, verständliche Sprache für die Zielgruppe.
Wie kann man lokale Schulen für die Azubi-Suche nutzen?
Kontaktieren Sie Sekretariate von Hauptschulen, Regelschulen und Gymnasien. Fragen Sie nach Bewerbertagen oder Arbeitgebertagen. Bieten Sie Praktika oder Teilnahme am Girl’s Day an.
Wie kann man Ausbildungsmessen effektiv nutzen?
Besuchen Sie Messen vor der Buchung eines Standes zur Evaluation. Prüfen Sie Kosten und Nutzen der Teilnahme. Wählen Sie lokale oder regionale Messen mit passendem Publikum.
Wie kann man Kooperationen mit anderen Unternehmen bilden?
Schließen Sie sich mit Unternehmen ähnlicher Größe oder Branche zusammen. Teilen Sie Erfahrungen und Kontakte zur Azubi-Gewinnung. Entwickeln Sie gemeinsame Initiativen für die Nachwuchssuche.
Wie kann man den Kontakt zu potenziellen Azubis halten?
Pflegen Sie regelmäßige Kommunikation mit Interessenten. Bieten Sie Schnupperpraktika oder Betriebsbesichtigungen an. Erstellen Sie eine Interessentendatenbank für Folgekontakte.
Wie kann man IHKs und HWKs für die Azubi-Suche nutzen?
Nutzen Sie die Vermittlungsangebote der Kammern. Teilnehmen Sie an deren Ausbildungsbörsen und Veranstaltungen. Lassen Sie sich zu Fördermöglichkeiten beraten.
Wie kann man regionale Fachkräftebörsen einsetzen?
Registrieren Sie Ihr Unternehmen bei regionalen Jobportalen. Nutzen Sie spezielle Ausbildungsbörsen Ihrer Region. Kooperieren Sie mit Berufsschulen und Bildungswerken.
Einflüsse von Künstlicher Intelligenz im Bereich Azubirekrutierung
Wie verändert Künstliche Intelligenz die Azubirekrutierung derzeit?
Dr. Wolfgang Sender, Gründer der KI-Lernplattform TopTest.ai und KI-Berater, erklärt: “Ich sehe einen starken Trend zur Automatisierung von Screening-Prozessen, wodurch Personalverantwortliche entlastet werden.” Er betont, dass KI-gestützte Tools bereits heute eingesetzt werden, um große Mengen an Bewerbungen effizient nach vordefinierten Kriterien zu filtern, während zugleich die Gefahr einer Verstärkung von Vorurteilen (Bias) durch schlecht trainierte Algorithmen besteht, weshalb eine sorgfältige Überprüfung der Systeme notwendig ist.
Für die kommenden Jahre prognostiziert Sender, dass KI die Effizienz in der Azubirekrutierung deutlich steigern wird, weil sie Prozesse wie das Vorselektieren von Lebensläufen und das Durchführen erster Screening-Interviews (z.B. per Chatbot) automatisiert, was Zeit und Kosten reduziert. Zugleich wird die Qualität der Vorauswahl steigen, da KI Muster in Bewerberdaten erkennt, die menschlichen Recruitern verborgen bleiben. Eine klare Grenze bleibt jedoch die abschließende persönliche Beurteilung und die Entscheidung über die Einstellung, weil hier zwischenmenschliche Chemie und Potenzialabschätzungen eine entscheidende Rolle spielen, die Maschinen nicht zuverlässig leisten können. Berufseinsteigern rät Sender, sich frühzeitig mit KI-gestützten Bewerbungstools und den Grundlagen von Datenkompetenz vertraut zu machen, um in modernen Auswahlverfahren bestehen zu können. “Ich empfehle derzeit, sich aktiv mit automatisierten Feedback-Systemen auseinanderzusetzen und die eigene digitale Präsenz zu pflegen, da diese zunehmend von Recruiting-KIs analysiert wird.”
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