Bildungsurlaub in Deutschland

Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland haben Anspruch auf Bildungsurlaub. Bildungsurlaub ist eine Freistellung von der Arbeit, in der du dich weiterbilden kannst. Was musst du dazu wissen?

Was ist Bildungsurlaub?

Im Bildungsurlaub musst du nicht an deinem Arbeitsplatz arbeiten, sondern du besuchst in dieser Zeit eine Weiterbildung. Der Arbeitgeber zahlt in dieser Zeit dein Gehalt weiter. Du kannst dir selbst aussuchen, an welcher Weiterbildung du teilnehmen möchtest, allerdings müssen die Anbieter der Weiterbildung in der Regel in deinem Bundesland anerkannt sein. Die Weiterbildung findet während deiner Arbeitszeit statt und du erhältst weiter dein Gehalt.

Wer kann Bildungsurlaub nehmen?

Wer Bildungsurlaub nehmen kann, ist nicht einheitlich geregelt, sondern in den Bundesländern unterschiedlich. In Bayern und Sachsen gibt es überhaupt kein Gesetz zum Bildungsurlaub – hier kannst du dich also nicht auf ein Gesetz berufen. Es gibt eine Vielzahl von einzelnen Regelungen, wer Bildungsurlaub nehmen kann. Es hängt unter anderem vom Bundesland, deiner Betriebszugehörigkeit und manchen anderen Faktoren ab. Schaue dazu in den Landesgesetzen nach.

Wer bezahlt den Bildungsurlaub?

Im Bildungsurlaub erhältst du weiter dein Gehalt. Die Weiterbildung im Bildungsurlaub musst du jedoch selbst bezahlen. Die Kosten dafür kannst du eventuell später zumindest teilweise steuerlich geltend machen. Möglich ist auch, dass du eine Förderung für deine Weiterbildung bekommst. Hierzu kannst du unter foerderdatenbank.de nachschauen.

Tipp: Wenn du dir eine Weiterbildung an deinem Wohnort heraussuchst, dann musst du nichts extra für Unterkunft und Verpflegung zahlen. Somit kommst du deutlich günstiger.

Was sagen Arbeitgeber zum Bildungsurlaub?

Die meisten Arbeitgeber unterstützen die Weiterbildung ihrer Beschäftigten. Brauchst du beispielsweise Unterstützung für Word, PowerPoint oder Excel, dann sind die meisten Unternehmen bereit, dich hierbei zu unterstützen. Natürlich ist klar, dass du Vieles auch online lernen kannst – durch Tutorials auf Youtube oder in anderen Quellen. Manche Arbeitgeber meinen daher, dass du diese Kenntnisse auch in deiner Freizeit nachholen kannst.

Arbeitgeber begrüßen oft vor allem Weiterbildungen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit deiner Aufgabe im Unternehmen zusammenhängen.

Zurückhaltender sind Arbeitgeber oft, wenn es um Weiterbildungen geht, die nicht im engen Zusammenhang mit der Arbeit stehen. Gesundheit, IT-Kenntnisse, Rhetorik, Verhandlungsführung oder Datenschutz werden in dieser Hinsicht oft gerne gesehen. Weiterbildungen zu Hobbies oder anderen Dingen, die nicht im engen Zusammenhang mit der Beschäftigung stehen, unterstützen die Arbeitgeber in der Regel eher weniger.

Gemäß der Gesetze zum Bildungsurlaub musst du deinen Bildungsurlaub beim Arbeitgeber beantragen und der Arbeitgeber kann dem auch widersprechen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Besser als eine überraschende Beantragung beim Arbeitgeber erscheint es, wenn du zunächst im Personalgespräch mit dem Arbeitgeber auf eine Wissenslücke hinweist, die du schließen willst. Dazu kannst du dann Bildungsurlaub vorschlagen.

Fragen und Antworten zum Bildungsurlaub

  1. Kann ich als Azubi Bildungsurlaub nehmen?

    Das kommt darauf an, in welchem Bundesland du beschäftigt bist. In Thüringen, Niedersachsen, Hamburg und anderen Bundesländern zählen auch die Azubis zu den Berechtigten für den Bildungsurlaub. Allerdings können bestimmte weitere Regelungen gelten, die du im Gesetz zum Bildungsurlaub des jeweiligen Bundeslandes findest.

  2. Was sind Bildungsurlaub, Bildungsfreistellung und Bildungszeit

    Dies sind unterschiedliche Begriffe für die im wesentlichen gleiche Sache: Eine Freistellung von deiner Arbeit, in der du dich weiterbilden kannst.

  3. Wird der Bildungsurlaub vom Erholungsurlaub abgezogen?

    Nein, der Bildungsurlaub wird nicht von deinem Erholungsurlaub abgezogen.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert