Wie läuft ein Bewerbungsprozess üblicherweise ab?

KI-Bild von Midjourney

In vielen Ländern läuft ein Bewerbungsprozess unterschiedlich ab. Wir erklären dir, wie Bewerbungsprozesse üblicherweise in Deutschland ablaufen.

Berufsorientierung, Stellensuche und Ausschreibung von offenen Stellen

Bewerber: Bei der Berufsorientierung geht es darum, die eigenen Fähigkeiten, Interessen und beruflichen Ziele zu analysieren. Es ist wichtig, zu wissen, was man in einem Job sucht und welche Art von Unternehmen und Position am besten zu den eigenen Zielen und Fähigkeiten passt. Dazu gehört auch die Recherche von Unternehmen und offenen Stellen, die diesen Kriterien entsprechen. Bei der Stellensuche sollte man sowohl auf Online-Jobbörsen als auch auf den Karriereseiten von Unternehmen schauen, die einen interessieren. Netzwerken, d.h. der Austausch mit bereits in der Branche Tätigen, kann ebenfalls sehr hilfreich sein.

Arbeitgeber: Auf der anderen Seite des Prozesses plant das Unternehmen, welche Positionen benötigt werden, und erstellt entsprechende Stellenanzeigen. Eine gute Stellenanzeige ist klar und informativ, gibt einen genauen Überblick über die Aufgaben der Stelle, die Anforderungen an die Bewerber und was das Unternehmen bietet. Es ist auch wichtig, dass die Stellenanzeige über die geeigneten Kanäle verbreitet wird (beispielsweise auch TikTok, Facebook oder Instagram), um die gewünschte Zielgruppe zu erreichen. Dabei sollte der Arbeitgeber darauf achten, dass die Anzeige ansprechend und repräsentativ für das Unternehmen ist.

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Vorbereitung und Einreichung der Bewerbungsunterlagen, sowie deren Empfang und Verwaltung

Bewerber: In diesem Schritt erstellt der Bewerber die Bewerbungsunterlagen. Das Herzstück hierbei sind der Lebenslauf und das Anschreiben. Der Lebenslauf sollte lückenlos und klar strukturiert sein und einen Überblick über die berufliche Laufbahn des Bewerbers geben. Im Anschreiben wird spezifisch auf die ausgeschriebene Stelle und das Unternehmen eingegangen. Hier wird argumentiert, warum der Bewerber für die Stelle geeignet ist und welche Motivation ihn dazu bewegt, sich zu bewerben. Darüber hinaus werden relevante Zeugnisse und Zertifikate beigefügt. Die gesamten Bewerbungsunterlagen sollten auf Fehler geprüft und sauber formatiert sein, um einen professionellen Eindruck zu hinterlassen. Nach der Vorbereitung werden die Unterlagen eingereicht, meist digital, manchmal aber auch noch auf dem Postweg.

Arbeitgeber: Nach dem Bewerbungsschluss sammelt der Arbeitgeber alle eingegangenen Bewerbungen und organisiert sie oft in einer Liste oder Bewerberdatenbank. Dies ermöglicht es dem Arbeitgeber, einen Überblick über alle Kandidaten zu behalten und den Bewerbungsprozess effizient zu gestalten. Der Arbeitgeber überprüft die Bewerbungen auf Vollständigkeit und ob die Bewerber die in der Stellenanzeige genannten Anforderungen erfüllen. Anschließend werden die Bewerber, die in die engere Auswahl kommen, meist zu einem ersten Vorstellungsgespräch eingeladen.

Über den Autor: Dr. Wolfgang Sender hat Soziologie und Politikwissenschaft studiert und schreibt als Journalist seit 2018 zu Fragen internationaler Karriere. Er ist Autor mehrerer Bücher und vieler Fachartikel. Wolfgang hat über 30 Jahre Arbeitserfahrungen in Unternehmen, Medien, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Folgen Sie dem Autor auf LinkedIn.

Durchführung des Vorstellungsgesprächs und Evaluierung der Kandidaten

Bewerber: Nachdem der Bewerber eine positive Rückmeldung auf seine Bewerbung erhalten hat, bereitet er sich auf das Vorstellungsgespräch vor. In der Vorbereitung sollte er sich gründlich über das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle informieren. Auch die Wiederholung der eigenen Bewerbungsunterlagen ist hilfreich, um im Gespräch sicher und selbstbewusst auftreten zu können. Häufige Fragen im Vorstellungsgespräch drehen sich um die Motivation des Bewerbers, seine beruflichen Ziele und seine Fähigkeiten. Der Bewerber sollte zudem Fragen an das Unternehmen vorbereiten, um sein Interesse zu zeigen und mehr über die Position und das Unternehmen herauszufinden. Nach dem Gespräch ist es üblich, eine Follow-up-E-Mail zu senden, um sich für das Gespräch zu bedanken und das eigene Interesse zu bekräftigen.

Arbeitgeber: Der Arbeitgeber führt das Vorstellungsgespräch durch, um den Bewerber besser kennenzulernen. Ziel ist es, herauszufinden, ob der Bewerber fachlich und menschlich zur ausgeschriebenen Stelle und zum Unternehmen passt. Im Gespräch werden Fragen zu den Bewerbungsunterlagen, zur Motivation des Bewerbers und zu seinen Fähigkeiten gestellt. Dabei sollte der Arbeitgeber dem Bewerber genügend Gelegenheit geben, sich zu präsentieren und eigene Fragen zu stellen. Nach dem Gespräch bewertet der Arbeitgeber den Bewerber und entscheidet, ob er in die engere Auswahl kommt. Es kann sein, dass weitere Gesprächsrunden oder Auswahlverfahren wie ein Assessment-Center folgen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Daten und Fakten

  • In Deutschland dauert der Bewerbungsprozess durchschnittlich 29 Tage.
  • Etwa 60% der Bewerber fügen ein Bewerbungsfoto bei.
  • Laut einer Studie legen 83% der Personaler Wert auf ein passendes Anschreiben.
  • Circa 50% der Arbeitgeber legen Wert auf die Darstellung der „Soft Skills“ des Bewerbers.
  • Ungefähr 30% der Deutschen haben ihren Job über persönliche Kontakte gefunden.

Weiterführende Auswahlverfahren und Entscheidungsfindung

Bewerber: Sollte der Bewerber das erste Vorstellungsgespräch erfolgreich durchlaufen haben, können weitere Auswahlverfahren folgen. Dazu können weitere Gesprächsrunden mit anderen Mitgliedern des Unternehmens, Probearbeitstage oder Assessment-Center gehören. Diese Methoden dienen dazu, die Fähigkeiten des Bewerbers genauer zu überprüfen und einen besseren Eindruck davon zu bekommen, wie er sich in der Arbeitsumgebung verhält. Der Bewerber sollte sich auch auf diese Schritte sorgfältig vorbereiten, um seine Fähigkeiten und Motivation bestmöglich darzustellen.

Arbeitgeber: Auf Basis der Vorstellungsgespräche und weiterer Auswahlverfahren trifft der Arbeitgeber schließlich eine Entscheidung. Diese basiert auf der Beurteilung der fachlichen Kompetenzen, der persönlichen Eignung und der Passung des Bewerbers zum Unternehmen und zur ausgeschriebenen Stelle. Je nach Größe und Struktur des Unternehmens kann diese Entscheidung von einer Einzelperson oder einem Team getroffen werden. Es ist wichtig, dass der Entscheidungsprozess transparent und fair ist und dass alle Kandidaten über das Ergebnis informiert werden.

Jobangebot und Vertragsunterzeichnung

Bewerber: Wenn der Bewerber ausgewählt wurde, erhält er ein Jobangebot vom Unternehmen. Dieses enthält in der Regel Details zur Position, zum Gehalt, zu den Arbeitszeiten und anderen Arbeitsbedingungen. Der Bewerber sollte das Angebot sorgfältig prüfen und gegebenenfalls mit dem Unternehmen verhandeln, bevor er es annimmt. Nach der Annahme des Angebots unterzeichnet der Bewerber den Arbeitsvertrag.

Arbeitgeber: Nach der Auswahl des geeigneten Kandidaten bereitet der Arbeitgeber das Jobangebot und den Arbeitsvertrag vor. Dieser enthält alle rechtlichen und praktischen Details zur Anstellung. Nachdem der Bewerber das Angebot angenommen hat, wird als zentraler Schritt im Bewerbungsprozess der Vertrag unterzeichnet und der Bewerber wird offiziell zum Mitarbeiter. Der Arbeitgeber sollte sicherstellen, dass der neue Mitarbeiter alle notwendigen Informationen erhält und gut in das Unternehmen eingeführt wird.

Abschluss im Bewerbungsprozess: Onboarding und Integration des neuen Mitarbeiters

Bewerber: Nach der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags beginnt der Bewerber seine Tätigkeit im Unternehmen. Der Einstieg in das Unternehmen, auch Onboarding genannt, ist ein wichtiger Prozess, um sich mit den internen Prozessen, der Unternehmenskultur und den neuen Kollegen vertraut zu machen. Dieser Prozess kann von ein paar Tagen bis zu mehreren Wochen dauern, je nach Größe und Komplexität des Unternehmens. Es ist wichtig, dass der Bewerber offen und proaktiv in diese Phase geht, um schnell ein effektives Mitglied des Teams zu werden.

Arbeitgeber: Sobald der Arbeitsvertrag unterzeichnet ist, beginnt das Unternehmen mit dem Onboarding-Prozess. Der Arbeitgeber hat in diesem abschließenden Schritt im Bewerbungsprozess die Aufgabe, den neuen Mitarbeiter in das Unternehmen zu integrieren und ihm alle notwendigen Ressourcen und Informationen zur Verfügung zu stellen, um seine Aufgaben effektiv ausführen zu können. Dies kann eine formelle Einführungsveranstaltung, Schulungen, Meetings mit Kollegen und Vorgesetzten sowie eine Einführung in die internen Prozesse und Systeme beinhalten. Ein gutes Onboarding hilft dabei, die Produktivität des neuen Mitarbeiters zu steigern und seine Zufriedenheit und Bindung an das Unternehmen zu erhöhen.

Mit diesem Schritt endet der Bewerbungsprozess offiziell, obwohl sowohl für den Bewerber als auch für den Arbeitgeber die kontinuierliche Entwicklung und das Engagement in der beruflichen Rolle weitergehen. Die Zusammenarbeit und das gegenseitige Feedback zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber sind unerlässlich, um eine positive und produktive Arbeitsumgebung zu schaffen und aufrechtzuerhalten.

Fragen und Antworten zum Bewerbungsprozess

  1. Wie lange dauert der durchschnittliche Bewerbungsprozess in Deutschland?

    Der durchschnittliche Bewerbungsprozess in Deutschland dauert von der Ausschreibung der Stelle bis zur Einstellung des Bewerbers etwa 28 bis 42 Tage, kann aber je nach Branche und Position variieren.

  2. Wie viele Bewerber gibt es im Durchschnitt auf eine Stelle in Deutschland?

    Je nach Branche und Position kann die Anzahl der Bewerber stark variieren, aber im Durchschnitt bewerben sich in Deutschland etwa 50 Personen auf eine ausgeschriebene Stelle.

  3. Wie wichtig sind soziale Netzwerke für die Stellensuche?

    Soziale Netzwerke spielen eine immer größere Rolle bei der Stellensuche: Eine Studie des Bitkom aus dem Jahr 2022 ergab, dass 56% der Befragten soziale Medien für die Jobsuche nutzen.

  4. Wie viele Jobs werden durch persönliche Kontakte vermittelt?

    Schätzungen zufolge werden in Deutschland etwa 30% der Jobs durch persönliche Kontakte vermittelt, was die Bedeutung des Netzwerkens unterstreicht.

  5. Wie oft wechseln Menschen in Deutschland ihren Job?

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wechseln Arbeitnehmer in Deutschland im Durchschnitt alle 10,5 Jahre ihren Job.

  6. Wie hoch ist die durchschnittliche Erfolgsquote bei Bewerbungen?

    Die Erfolgsquote variiert je nach Branche, Qualifikationsniveau und Art der Stelle, aber im Durchschnitt führen etwa 10% der Bewerbungen zu einem Vorstellungsgespräch.

  7. Wie viele Bewerber kommen im Durchschnitt zu einem Vorstellungsgespräch?

    Im Durchschnitt lädt ein Arbeitgeber 5 bis 10 Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch ein, aber dies hängt stark von der Anzahl und Qualität der eingegangenen Bewerbungen ab.

  8. Wie lange dauert ein durchschnittliches Vorstellungsgespräch?

    Ein Vorstellungsgespräch dauert in Deutschland im Durchschnitt zwischen 30 und 60 Minuten, kann aber je nach Position und Arbeitgeber variieren.

  9. Wie lange dauert es im Durchschnitt, bis ein Bewerber nach einem Vorstellungsgespräch eine Rückmeldung erhält?

    Die Dauer bis zur Rückmeldung kann im Bewerbungsprozess stark variieren, im Durchschnitt erhalten Bewerber jedoch innerhalb von ein bis zwei Wochen nach einem Vorstellungsgespräch eine Rückmeldung.

  10. Wie verbreitet sind Assessment-Center in Deutschland?

    Assessment-Center sind besonders bei größeren Unternehmen und für Führungs- oder Trainee-Positionen im Bewerbungsprozess üblich. Schätzungsweise 20% der Unternehmen in Deutschland nutzen diese Methode im Auswahlprozess.

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