Regulatory Affairs Manager: Zulassung von Medizinprodukten

Regulatory Affairs Manager sind die Schlüsselfiguren für die Marktzulassung von Medizinprodukten. Sie navigieren durch den komplexen regulatorischen Dschungel und stellen sicher, dass Produkte sicher und gesetzeskonform auf den Markt gebracht werden können. In Deutschland ist diese Rolle aufgrund der strengen Medizinprodukteverordnung (MDR) besonders gefragt und verantwortungsvoll. Zu den zentralen Aufgaben gehören die strategische Beratung zu regulatorischen Anforderungen, die Erstellung und Einreichung von Zulassungsdossiers sowie die kontinuierliche Überwachung der gesetzlichen Vorschriften. Dabei wird eng mit internen Abteilungen wie Entwicklung und Qualitätsmanagement zusammengearbeitet; auch die Kommunikation mit Behörden und Benannten Stellen wird koordiniert. Die Arbeit umfasst somit die gesamte Produktlebensdauer – von der Konzeption bis zur Marktüberwachung.

Überblick zum Berufsbild

Ein Regulatory Affairs Manager im Bereich Medizinprodukte übernimmt die strategische und operative Verantwortung für alle regulatorischen Prozesse rund um die Produktzulassung. Die Tätigkeit verbindet tiefgehendes Fachwissen aus Medizin, Technik und Recht mit Projektmanagement und Kommunikation. Ziel ist stets, die notwendigen behördlichen Genehmigungen für die Vermarktung von Medizinprodukten in den jeweiligen Zielregionen zu erlangen und aufrechtzuerhalten. In Deutschland sind die Anforderungen durch die Medical Device Regulation (MDR) der EU besonders hoch, was die Rolle anspruchsvoll und unverzichtbar macht.

AufgabenbereichBeschreibung
ZulassungsstrategieEntwicklung und Umsetzung von Strategien für nationale und internationale Marktzugänge.
DokumentenerstellungZusammenstellung technischer Dossiers und Antragsunterlagen für Behörden.
BehördenkommunikationKorrespondenz mit nationalen und internationalen Aufsichtsbehörden wie dem BfArM.
KonformitätsbewertungSicherstellung der Einhaltung von MDR, ISO 13485 und weiteren relevanten Normen.
Post-Market SurveillanceÜberwachung der Produktsicherheit nach der Markteinführung und Meldung von Vorkommnissen.

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Wirtschaftliche Bedeutung des Regulatory Affairs Managers

Die wirtschaftliche Bedeutung von Regulatory Affairs Managern für die deutsche Medizintechnik-Branche kann kaum überschätzt werden. Sie sind das entscheidende Bindeglied zwischen Innovation und Markt. Ohne ihre Expertise können selbst die innovativsten Produkte nicht verkauft werden, was erhebliche Umsatz- und Wettbewerbsnachteile für Unternehmen bedeuten würde. Der deutsche Arbeitsmarkt für Fachkräfte in diesem Bereich ist äußerst dynamisch, da die seit 2021 voll anwendbare EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) den regulatorischen Aufwand deutlich erhöht hat. Diese Nachfrage macht den Beruf zukunftssicher und karriereträchtig.

Die Tätigkeit ist nicht nur für Hersteller von Medizinprodukten essenziell, sondern auch für Zulieferer, Prüflabore, Beratungsunternehmen und Benannte Stellen. Durch die Sicherstellung der Konformität tragen Regulatory Affairs Manager maßgeblich zum Schutz der Patienten und zum Erhalt des hervorragenden Rufs deutscher Medizintechnik in der Welt bei. Sie ermöglichen es Unternehmen, in globale Märkte zu expandieren und sind damit ein zentraler Erfolgsfaktor für den Exportstandort Deutschland.

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Ein beispielhafter Tag als Regulatory Affairs Manager

Ein beispielhafter Arbeitstag könnte so aussehen – natürlich variiert dies je nach Projektphase und Unternehmensgröße. Der Tag würde mit der Priorisierung anstehender Aufgaben beginnen, beispielsweise der finalen Prüfung eines technischen Dossiers für eine Zulassungserneuerung. Im Laufe des Vormittags könnte ein Abstimmungsgespräch mit der Qualitätssicherung zur Klärung einer Abweichung im Herstellungsprozess stattfinden. Hierbei würde man gemeinsam eine strategische Lösung für die behördliche Meldung erarbeiten.

Am Nachmittag stünde möglicherweise eine Telefonkonferenz mit einer europäischen Benannten Stelle auf dem Plan, um offene Fragen im Rahmen der Konformitätsbewertung zu klären. Parallel dazu müssten eingehende Anfragen von Vertriebskollegen zu regulatorischen Anforderungen in asiatischen Ländern beantwortet werden. Zum Tagesabschluss könnte die Aktualisierung interner Prozessdokumente gemäß neuer Leitlinien einer Behörde stehen. Dies ist eine beispielhafte Darstellung, die den Mix aus strategischer Planung, detaillierter Dokumentation und intensiver Kommunikation verdeutlicht.

Wichtige Skills und Qualifikationen

Für den Erfolg als Regulatory Affairs Manager sind spezifische Fähigkeiten unerlässlich. Neben einem abgeschlossenen Studium in Life Sciences, Medizintechnik, Pharmazie oder einem verwandten Fachgebiet ist ein tiefes Verständnis der regulatorischen Landschaft, insbesondere der EU-MDR, erforderlich. Analytisches Denkvermögen ist zentral, um komplexe Vorschriften auf konkrete Produkte anzuwenden. Ebenso wichtig sind exzellente Kommunikationsfähigkeiten für den Dialog mit Behörden und internen Stakeholdern.

  • Umfassendes Wissen in regulatorischen Anforderungen (MDR, IVDR, ISO 13485)
  • Starke analytische Fähigkeiten und ein sehr genaues, strukturiertes Arbeitsweise
  • Projektmanagement-Kompetenzen und hohe Frustrationstoleranz
  • Sehr gute Englischkenntnisse für die internationale Korrespondenz
  • Erfahrung im Verfassen technischer Dokumentationen und Dossiers
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Konkrete Aufgaben und Verantwortlichkeiten

Die tägliche Arbeit eines Regulatory Affairs Managers für Medizinprodukte ist äußerst vielfältig. Zu den Kernaufgaben gehört die Entwicklung der regulatorischen Strategie für neue Produkte von der klinischen Prüfung bis zur Markteinführung. Dies beinhaltet die Auswahl des richtigen Zulassungsweges und die Identifikation aller relevanten Anforderungen. Ein weiterer großer Bereich ist die Erstellung und Pflege der technischen Dokumentation, die den Nachweis von Sicherheit und Leistung des Produkts erbringt.

Weitere Verantwortlichkeiten umfassen die Kommunikation und Verhandlung mit Behörden wie dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder Benannten Stellen. Nach der Marktzulassung liegt der Fokus auf der Überwachung der Produkte (Post-Market Surveillance), der Meldung von Serious Incidents und der Durchführung von Produktupdates oder -rückrufen. Auch die Schulung interner Abteilungen zu regulatorischen Themen fällt in den Aufgabenbereich.

Der Einstieg in die Regulatory Affairs

Der klassische Einstieg in das Regulatory Affairs Management für Medizinprodukte erfolgt oft über ein einschlägiges naturwissenschaftliches oder technisches Studium. Viele Berufseinsteiger starten als Associate oder Specialist und sammeln praktische Erfahrung in der Erstellung von Dossiers und der Behördenkorrespondenz unter Anleitung erfahrener Kollegen. Spezielle Weiterbildungen und Zertifikate, wie die der Regulatory Affairs Professionals Society (RAPS), können die Qualifikation ergänzen und formalisieren.

Quereinsteiger aus der Qualitätssicherung, der klinischen Forschung oder der Produktentwicklung sind aufgrund ihres Prozess- und Produktverständnisses ebenfalls gefragt. Wichtig ist der Wille, sich kontinuierlich in die sich ständig ändernden Vorschriften und Normen einzuarbeiten. In Deutschland bieten sich Einstiegsmöglichkeiten bei Medizintechnikherstellern, in Beratungsunternehmen oder bei Benannten Stellen.

Ähnliche und verwandte Bereiche

Das Aufgabenspektrum des Regulatory Affairs Managers weist Schnittstellen zu mehreren verwandten Berufsfeldern auf. Sehr eng ist die Verbindung zur Qualitätsmanagement-Beauftragten (QMB) in der Medizintechnik, die sich vorrangig mit dem internen Qualitätsmanagementsystem (meist nach ISO 13485) befasst. Auch der Bereich Clinical Affairs, der die Planung und Auswertung klinischer Prüfungen verantwortet, arbeitet Hand in Hand mit Regulatory Affairs.

Weitere ähnliche Bereiche sind der Beruf des Drug Safety Managers in der Pharmaindustrie, der sich mit der Pharmakovigilanz befasst, oder der Tätigkeitsbereich eines Patentmanagers, der geistige Eigentumsrechte sichert. Für Regulatory Affairs Manager mit Spezialisierung auf Medizinprodukte bietet sich zudem oft ein Wechsel in die behördliche Aufsicht, beispielsweise zum BfArM oder zu einer Benannten Stelle, an.

Zukunftsperspektiven und Karriereweg

Die Zukunftsperspektiven für Regulatory Affairs Manager im Bereich Medizinprodukte sind ausgezeichnet. Der regulatorische Druck wird global weiter zunehmen, und der Fachkräftemangel in diesem Nischenbereich ist spürbar. Erfahrene Fachkräfte können sich zu Senior Managern, Head of Regulatory Affairs oder sogar zur Geschäftsführung mit regulatorischem Fokus entwickeln. Eine Spezialisierung auf hochregulierte Produktklassen (z.B. implantierbare Devices), auf bestimmte Regionen (z.B. US-FDA oder Asien) oder auf Digital Health bietet interessante Karrierepfade.

Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung von Medizinprodukten (Software as a Medical Device, IoMT) schafft völlig neue regulatorische Herausforderungen und damit Nachfrage nach entsprechender Expertise. Auch der Trend zur Personalisierten Medizin erfordert angepasste regulatorische Strategien. Für ambitionierte Fachkräfte eröffnen sich somit ständig neue, zukunftsträchtige Betätigungsfelder.

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