Studie zu Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund

KI-Bild von Midjourney

Aktuelle Studie zu Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund zeigt: Chancengleichheit im Bewerbungsprozess ist aus Sicht vieler Beschäftigten häufig immer noch Wunschdenken

Eine Frage der Herkunft?

Chancengleichheit im Bewerbungsprozess ist aus Sicht vieler Beschäftigten eine Frage der Herkunft. Diese Wahrnehmung teilen sowohl Menschen mit als auch ohne Migrationshintergrund. So lautet ein Ergebnis des aktuellen Trendence HR-Monitors, für den das Marktforschungsunternehmen Trendence bundesweit 4.961 Beschäftigte und 1.953 Studierende befragte.

Demnach finden 48,8% der Arbeitnehmer*innen mit Migrationshintergrund, dass sie nicht die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt besitzen wie einheimische Kandidat*innen. Den Eindruck bestätigen 48,6% der Befragten ohne Migrationshintergrund. Deutlich höher ist der Anteil der Studierenden, die von einem solchen Ungleichgewicht auf dem Jobmarkt ausgehen. 63,3% der Studierenden mit Migrationshintergrund beklagen fehlende Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt, was 62,7% ihrer Kommiliton*innen ohne bestätigen.

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Ein Viertel müssen taktlose Andeutungen zur Herkunft hinnehmen

41,0% der Beschäftigten, die nicht in Deutschland geboren wurden oder mindestens ein Elternteil ohne einheimische Wurzeln haben, geben in der Trendence-Umfrage zudem an, sie seien bereits mindestens einmal im Bewerbungsprozess diskriminiert worden.

Mehr als ein Viertel berichten von Diskriminierungserfahrungen, in der sie deplatzierte Bemerkungen zu ihrer Herkunft hinnehmen mussten (26,1%) oder im Bewerbungsprozess eine offensichtliche Ungleichbehandlung erfuhren (23,5%). 14,8% erhielten eigenen Angaben zufolge gar eine Absage, in der eine fehlende Eignung für den entsprechenden Job mit der Herkunft des Bewerbenden begründet wurde.

Über den Autor: Dr. Wolfgang Sender hat Soziologie und Politikwissenschaft studiert und schreibt als Journalist seit 2018 zu Fragen internationaler Karriere. Er ist Autor mehrerer Bücher und vieler Fachartikel. Wolfgang hat über 30 Jahre Arbeitserfahrungen in Unternehmen, Medien, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Folgen Sie dem Autor auf LinkedIn.

Mitarbeiter*innen zufrieden mit der Zusammensetzung der Belegschaften

Eine Zahl zur erlebten Vielfalt von Beschäftigten bei ihrem aktuellen Arbeitgeber zeigt, dass der Bewerbungsprozess und die Situation im Unternehmen unterschiedlich wahrgenommen werden. So zeigen sich derzeit fast zwei Drittel der Befragten (63,1%) in ihrem aktuellen Arbeitsumfeld mit der diversen Unternehmenskultur hinsichtlich der Herkunft zufrieden. Gerade einmal 7,4% bemängeln, dass ihr Unternehmen hier nicht zufriedenstellend aufgestellt sei.

Trotzdem würden sich 35,0% der Beschäftigten wünschen, dass ihr Arbeitgeber seine Bemühungen zu mehr Vielfalt, was die Herkunft der Mitarbeitenden betrifft, maximiert. 49,4% finden, dieser sollte zumindest den aktuellen Status diesbezüglich beibehalten. Dazu passt: 57,5% aller Befragten finden, dass sich eine solche Belegschaft positiv auf die Kommunikation an ihrer Arbeitsstelle auswirkt. Weitere 58,5% geben zudem an, dass sie ihre Zufriedenheit mit ihrem Arbeitgeber steigere. 54,1% sind letztlich überzeugt, dass eine derart bunte Zusammensetzung die Innovationskraft im Unternehmen anhebt.

„Unsere Zahlen zeigen: Ein Großteil der Beschäftigten bestätigt, dass viele Arbeitgeber in Deutschland bereits bunt und vielfältig aufgestellt sind. Nur wenige Mitarbeitende sehen das nicht so. Allerdings gehört es offenbar auch zur Wahrheit, dass diese gelebte Vielfalt nicht immer auch in den Bewerbungsprozess übertragen wird. Das ist traurig, denn Chancengleichheit sollte vom Vorstellungsgespräch über das Onboarding und über die komplette Spanne der Zusammenarbeit hinweg eine Selbstverständlichkeit für Arbeitgeber sein“, so Robindro Ullah zu den Ergebnissen der Befragung.

Daten und Fakten

  • Laut einer Studie (Statistik 1) haben Menschen mit Migrationshintergrund eine niedrigere Beschäftigungsquote als Deutsche ohne Migrationshintergrund.
  • Gemäß (Statistik 2) haben Bewerber mit ausländisch klingenden Namen eine geringere Einladungsrate zu Vorstellungsgesprächen.

Über die Befragung

Für die hier thematisierte repräsentative Umfrage befragte das Trendence Institut bundesweit 6.914 Menschen – 4.961 Beschäftigte sowie 1.953 Studierende. 1.106 der befragten Arbeitnehmer*innen besitzen eigenen Angaben zufolge einen Migrationshintergrund. Der Befragungszeitraum lag im Mai 2023.

Über den Trendence HR-Monitor

Der HR-Monitor ist ein Tool mit HR-Daten und Insights für Employer Branding, Personalmarketing, und Recruiting. Die Dashboards des Trendence HR-Monitors spiegeln das aktuelle Verhalten und die Wünsche von Arbeitnehmenden auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Diese wertvollen Insights ermöglicht Arbeitgebern eine daten-getriebene Entscheidungsbasis, um Mitarbeiter zu finden und binden.

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