Integrationsfachkraft: Was ist das eigentlich?

Als Integrationsfachkraft arbeitet man bei einer Arbeitsagentur und betreut hier Menschen, die Arbeit suchen. Alles, was du zum Thema Integrationsfachkraft wissen musst.

Integrationsfachkraft: Worum geht es hier?

Integrationsfachkraft, Integrationsfachdienst, Schülerintegration, Ausländerintegration oder Integration von behinderten Menschen: Beim Begriff “Integrationsfachkraft” geht es schnell durcheinander. Das liegt auch daran, dass es sich bei der “Integrationsfachkraft” nicht um einen anerkannten Ausbildungsberuf handelt.

Es ist also in Deutschland nicht verbindlich und nicht einheitlich festgelegt:

  • welche Aufgaben eine Integrationsfachkraft hat
  • mit welchen Qualifikationen man als Integrationsfachkraft arbeiten kann
  • in welchen Bereichen man als Integrationsfachkraft arbeitet.

Tatsächlich kannst du auf den Begriff “Integrationsfachkraft” in verschiedenen Kontexten treffen.

Arbeit mit Behinderten

Im Bereich Behindertenbetreuung findest du einen Integrationsfachdienst, hier geht es um die Integration von behinderten Menschen in die Gesellschaft. Einrichtungen, die sich speziell um Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland kümmern, können ebenfalls Integrationsfachkräfte beschäftigen – hier geht es also um die Integration von ausländischen Menschen. Diese Dienste sind meist im Sozialressort in Städten oder Landkreisen angesiedelt.

Arbeit mit Schülerinnen und Schülern

Ebenfalls findest du den Begriff Integrationsfachkraft in der Arbeit an Schulen. Hier geht es darum, dass du als Fachkraft dabei hilfst, dass bestimmten Schülerinnen und Schülern eine Integration in den Klassenverband gelingt. Du hilfst hier also dabei, Chancengleichheit herzustellen. Dein Arbeitsort ist hierzu die Schule und du arbeitest mit den Schülerinnen und Schülern, den Eltern und den Lehrkräften sowie Sozialfachkräften an der Schule zusammen.

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Zur Fachkraft für Inklusions- und Integrationspädagogik kannst du dich beispielsweise bequem online und von zu Hause im Fernlehrgang „Fachkraft für Inklusions- und Integrationspädagogik“* weiterbilden. Die Kosten hierfür übernimmt oftmals die Arbeitsagentur.

Im Lehrgang eignest du dir die erforderlichen Kompetenzen an, um Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, die aufgrund ihrer Herkunft oder Behinderung besondere Unterstützung benötigen, bedarfsgerechte Entwicklungsbedingungen zu ermöglichen. Deine späteren Arbeitgeber sind in der Regel Städte, Gemeinden, Landkreise sowie private Träger und Vereine.

Integrationsfachkräfte im Bereich der Arbeitsvermittlung

Am häufigsten findet man jedoch Integrationsfachkräfte im Bereich der Arbeitsvermittlung, also in den Jobcentern. Speziell um diese Tätigkeit geht es im Folgenden.

Integrationsfachkräfte in der Arbeitsvermittlung arbeiten in jedem Jobcenter in Deutschland. Dies sind über 400 Standorte auf ganz Deutschland verteilt. Hauptaufgabe der Integrationsfachkräfte ist es hier, arbeitslosen Menschen auf dem Weg zurück in eine Arbeit oder eine Ausbildung zu helfen.

Es geht dabei darum, die Fähigkeiten und Potenziale arbeitsloser Menschen zu ermitteln, sie zu ermutigen und mit Fördermöglichkeiten zu unterstützen. Dies reicht vom Bewerbungscoaching über den Erwerb eines Führerscheins bis zur Umschulung mit Berufsabschluss.

Deine Aufgabe ist es aber auch, die Lebensumstände der Arbeitslosen zu berücksichtigen. Du musst dich gut im sozialen System auskennen und deinen Kundinnen und Kunden aufzeigen, wo und wie sie Hilfe bekommen können, beispielsweise Bildungsträger (Schulen, Berufsschulen, Sprachschulen), Schuldnerberatung oder soziale und psychologische Beratungsangebote.

Die Tätigkeit einer Integrationsfachkraft wird oft als sehr vielfältig und dynamisch beschrieben. Aber natürlich ist es nicht immer ein Spaß und du brauchst eine gefestigte Psyche, um in schwierigen Fällen einen kühlen Kopf zu bewahren. Dazu gibt es auch Weiterbildungen. Wichtig ist, dass du gut mit dem Computer umgehen kannst: Immer mehr wird diese Tätigkeit mit elektronischen Mitteln erledigt. Außerdem musst du gut und gerne telefonieren können.

Integrationsfachkraft: Was ist das eigentlich?

Was macht man als Integrationsfachkraft im Jobcenter?

Als Integrationsfachkraft begleitest du im Jobcenter Menschen in besonderen Lebenslagen. Du übernimmst die persönliche Beratung in vielen Lebenssituationen zu diesen fachlichen Themen:

  • Beratung über Rechte und Pflichten nach dem SGB II
  • Betreuung während einer beruflichen Weiterentwicklung
  • Eingliederungsziele ableiten und Integrationspläne erstellen
  • Strukturieren und Bewerten der Fähigkeiten und Entwicklungsbedarfe
  • Intensive Einzelfallbetreuung (fehlende Kinderbetreuung, häusliche Pflege)
  • Überschuldungssituation – Aufnahme der Schuldenproblematik und Weiterleitung an die Schuldnerberatung
  • Einleitung und Eröffnung von Gutachten des arbeitsmedizinischen und des psychologischen Dienstes.

Darüber hinaus musst du auch viele administrative Aufgaben stemmen:

  • Gespräche mit Arbeitgebern Fördermöglichkeiten
  • Kommunikation mit Bildungsträgern und Maßnahmen bei Bildungsträgern prüfen
  • Einschaltung und Zusammenarbeit mit dem Ermittlungsdienst
  • Aufnahme von Widersprüchen zur Niederschrift und Weiterleitung
  • Umfangreiche Dokumentation der Gespräche
  • Sanktionsprüfung
  • Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen sozialen Dienst (ASD) in Fragen zur psychosozialen Beratung
  • Verantwortlichkeit für einzelne Maßnahmen, als Pate/Patin im Jobcenter
  • Teilnahme und Durchführung von kollegialer Beratung.

Welche Qualifikationen braucht man, um als Integrationsfachkraft zu arbeiten?

  • Positive Einstellung zum System der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland
  • Durchsetzungsfähigkeit, Sorgfalt und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen
  • Eine sehr gut ausgeprägte Kommunikations- und Gesprächsfähigkeit
  • Rechtskenntnisse des SGB II, bzw. die Bereitschaft, sich diese Kenntnisse kurzfristig anzueignen
  • Eine hohe empathische Kundenorientierung und Problemlösungskompetenz
  • Fähigkeit sich auf wechselnde Anforderungssituationen einzustellen und Eigeninitiative zu übernehmen
  • Hohe Team- und Kontaktfähigkeit, Loyalität, ein sicheres und gewandtes Auftreten
  • Wirtschaftliches Verhalten, sowie eine service- und zielorientierte Grundeinstellung, welche insbesondere im Umgang mit ratsuchenden und hilfesuchenden Kunden und Kundinnen
  • Interkulturelle Kompetenz und Menschenkenntnis

Integrationsfachkräfte: Fragen und Antworten zum Job

  1. Kann man als Ausländer Integrationsfachkraft in Deutschland werden?

    Ja, auch als Ausländerin oder Ausländer kannst du Integrationsfachkraft in Deutschland werden. Voraussetzung ist natürlich unter anderem, dass du in Deutschland arbeiten darfst, ein Arbeitgeber (Jobcenter) dich einstellt und dass du gut Deutsch sprichst. Arbeitssprache wird in jedem Falle Deutsch sein und du musst viele Regelungen, Gesetze und Dokumente ganz genau lesen und verstehen können. Außerdem musst du viel schreiben und auch telefonieren und mit Deutschen persönlich sprechen.

  2. Wie viel verdient man als Integrationsfachkraft?

    Als Integrationsfachkraft verdient man etwa ab 3.000 Euro brutto pro Monat in einer Vollzeitstelle. Es gibt verschiedene Zulagen je nach persönlicher Situation, Arbeitserfahrung und Aufgabengebiet. In manchen Funktionen kann man hier sogar bis zu 5.000 Euro brutto pro Monat verdienen.

  3. Hat der Job als Integrationsfachkraft Zukunft?

    Wir glauben ja! Erstens gehen in den nächsten Jahren viele bisherige Integrationsfachkräfte in Rente. Speziell außerhalb der größeren Städte wird es für die Jobcenter tendenziell schwieriger, geeignete Integrationsfachkräfte zu finden. Zudem wachsen die Aufgaben ständig. Das neue Bürgergeld in Deutschland soll zwar keinen personellen Mehraufwand verursachen – ob dies aber wirklich so sein wird, muss man sehen. Auch hier könnten also viele neue Möglichkeiten entstehen.

  4. Wie finde ich einen Job als Integrationsfachkraft?

    Am besten wendest du dich direkt an dein örtliches Jobcenter oder suchst im Stellenmarkt der Bundesagentur für Arbeit. Informiere dich auch auf den Personalseiten deiner Stadt, deines Landkreises und deines Bundeslandes zu eventuellen Möglichkeiten.

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