
Lehrstellen gibt es zuhauf: Statistisch kommt auf jede Lehrstelle nur ein Bewerber oder eine Bewerberin. Wer Azubi werden möchte, kann sich also oft den Arbeitgeber aussuchen – solange man ein bisschen regional mobil ist.
Wenn man aber aus der Heimatregion in Deutschland wegzieht oder als Ausländer erst neu nach Deutschland kommt: Welches ist dann eigentlich die beste Stadt für eine Ausbildung in Deutschland? Wo soll man die Ausbildungsplatzsuche beginnen? Wir geben Ihnen 10 Kriterien.
Inhaltsverzeichnis
Kriterium 1: Berufsschule und Arbeitgeber an einem Ort
Es ist wichtig, dass die Berufsschule und der Ausbildungsbetrieb in der gleichen Stadt liegen oder gut erreichbar sind. Lange Pendelwege können zusätzliche Kosten verursachen und deine Freizeit stark einschränken. Kurze Wege erleichtern dir den Alltag und reduzieren den Stress. Viele Unternehmen bieten sogar Unterstützung durch Fahrtkostenzuschüsse an, was ein weiterer Pluspunkt für eine gute Infrastruktur zwischen Wohnort, Betrieb und Schule ist.
Eine kurze Anfahrt spart nicht nur Zeit, sondern bietet auch Flexibilität im Tagesablauf. Die Nähe zu beiden Lernorten ermöglicht es dir, dein Leben besser zu planen und auf unerwartete Situationen schnell zu reagieren.
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Kriterium 2: Mehrere Arbeitgeber für den Ausbildungsberuf am Ort
Wenn du in einer Stadt lebst, die mehrere Arbeitgeber für deinen Ausbildungsberuf bietet, hast du bei Unzufriedenheit oder Schwierigkeiten mehr Flexibilität. Du könntest den Ausbildungsbetrieb wechseln, ohne die Stadt verlassen zu müssen. Ein breites Angebot von Firmen in deinem Berufsfeld stärkt deine Position und bietet zudem Netzwerkmöglichkeiten.
Durch diese Vielfalt kannst du dich auch im Verlauf deiner Ausbildung besser mit anderen Azubis austauschen, was dir beruflich und privat zugutekommt. Eine Stadt mit mehreren potenziellen Arbeitgebern gibt dir also mehr Sicherheit und bessere Zukunftsperspektiven.
Kriterium 3: Kultur, Sport und Lebensfreude
Die Stadt, in der du deine Ausbildung machst, sollte ein vielfältiges Angebot an Freizeitmöglichkeiten bieten. Theater, Museen, Kinos oder Sportvereine – solche Angebote tragen dazu bei, dass du nach der Arbeit entspannen und dich kulturell weiterentwickeln kannst. Gerade junge Menschen profitieren davon, wenn sie in einer lebendigen und kreativen Umgebung leben.
Sportliche Aktivitäten fördern zudem dein körperliches und mentales Wohlbefinden. Städte mit einem umfangreichen Sportangebot, egal ob Fitnessstudios oder Vereine, bieten dir die Möglichkeit, auch während der Ausbildung aktiv und gesund zu bleiben.
Kriterium 4: Gute Infrastruktur
Eine Stadt mit einer guten Infrastruktur macht deinen Alltag einfacher. Ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr erleichtert dir den Weg zur Arbeit und Schule. Zudem sollte die Stadt gut angebunden sein, damit du Freunde und Familie leicht besuchen kannst. Neben Verkehrsverbindungen zählen auch Krankenhäuser, Apotheken und Freizeitangebote zur wichtigen Infrastruktur.
Eine Stadt, die all diese Elemente bietet, sorgt dafür, dass du dich in deiner Ausbildungszeit wohlfühlst. Die Erreichbarkeit von Dienstleistungen, Freizeitangeboten und Arbeitsplätzen ist entscheidend für eine angenehme und stressfreie Ausbildungszeit.
Kriterium 5: Ähnliche Azubis am Ort
Es ist ein großer Vorteil, wenn es in deiner Stadt viele andere Azubis gibt. Der Austausch mit Gleichgesinnten ermöglicht dir nicht nur beruflich, sondern auch privat eine wertvolle Unterstützung. Wenn es vor Ort viele junge Menschen gibt, die sich in einer ähnlichen Lebensphase befinden, kannst du leichter Freundschaften schließen und Kontakte knüpfen.
Azubi-Netzwerke oder Stammtische bieten dir zusätzlich die Möglichkeit, dich über Erfahrungen auszutauschen. Solche sozialen Kontakte fördern den Lernerfolg und helfen dir, die Ausbildungszeit abwechslungsreicher und angenehmer zu gestalten.
Kriterium 6: Günstiger Wohnraum
Erschwinglicher Wohnraum ist ein wichtiges Kriterium, besonders für Auszubildende. Städte wie München oder Hamburg sind bekannt für hohe Mieten, was deine Ausbildungsvergütung stark belasten kann. Daher solltest du bei der Wahl deiner Stadt auf die Mietpreise achten und prüfen, ob es spezielle Angebote wie Azubi-Wohnheime oder Unterstützung bei der Wohnungssuche gibt.
Eine bezahlbare Wohnung ermöglicht es dir, stressfrei zu leben und deine Ausbildung in vollen Zügen zu genießen. Günstige Lebenshaltungskosten lassen dir auch mehr finanziellen Spielraum für Freizeitaktivitäten und persönliche Ausgaben.
Kriterium 7: Nähe zu Familie und Freunden
Die Nähe zu Familie und Freunden kann während der Ausbildungszeit von großer Bedeutung sein. Gerade in schwierigen Phasen oder bei wichtigen Ereignissen möchtest du auf dein soziales Umfeld zurückgreifen können. Wenn du nicht in deiner Heimatstadt bleibst, ist es wichtig, dass du trotzdem eine gute Verbindung hast, um deine Liebsten regelmäßig zu besuchen.
Falls du aus dem Ausland kommst, ist es hilfreich, in einer Stadt mit internationalen Gemeinschaften zu leben. Dort findest du vielleicht schneller Anschluss und Unterstützung, um den Kontakt zu deiner Heimat aufrechtzuerhalten.
Kriterium 8: Stadt mit Entwicklungspotenzial
Eine Stadt, die sich wirtschaftlich weiterentwickelt, bietet auch nach der Ausbildung viele Möglichkeiten. Wirtschaftlich aufstrebende Städte wie Berlin, München oder Hamburg ziehen viele Unternehmen an und bieten dir eine solide berufliche Zukunft. In einer Stadt mit vielen Karrieremöglichkeiten hast du die Chance, auch nach deiner Ausbildung eine attraktive Arbeitsstelle zu finden.
Zusätzlich bieten dynamische Städte oft interessante Praktika und Fortbildungsmöglichkeiten während der Ausbildung. Ein Ort mit Wachstumsperspektive bietet dir langfristige Sicherheit und eine positive berufliche Zukunft.
Kriterium 9: Mindestgröße der Stadt
Eine Stadt sollte nicht zu klein sein, damit du genug berufliche und private Möglichkeiten hast. Städte mit mindestens 20.000 Einwohnern bieten dir genügend Auswahl an Arbeitgebern, aber auch an Freizeitaktivitäten. Kleinere Städte können oft keine ausreichenden Arbeitsplätze und sozialen Angebote bieten, was deine Ausbildungszeit weniger abwechslungsreich machen kann.
Eine Mindestgröße der Stadt stellt sicher, dass du Zugang zu einer lebendigen Azubi-Community hast und genügend Weiterbildungsmöglichkeiten findest. Diese Kombination macht deine Ausbildungszeit spannender und vielfältiger.
Kriterium 10: Ausreichend soziale und medizinische Hilfseinrichtungen
Es ist entscheidend, dass du in einer Stadt lebst, die über gute soziale und medizinische Einrichtungen verfügt. Leicht zugängliche Krankenhäuser, Ärzte und Beratungsstellen geben dir Sicherheit, falls du während deiner Ausbildung auf Unterstützung angewiesen bist. Gerade wenn du in einer neuen Stadt alleine wohnst, sind solche Einrichtungen essenziell.
Auch Freizeitangebote für Auszubildende, die dir Unterstützung bei Stress oder psychischen Belastungen bieten, tragen dazu bei, dass du dich in deiner Ausbildungszeit gut aufgehoben fühlst
Fazit: Welches ist die beste Stadt für eine Ausbildung in Deutschland?
Hier ist unsere Tabelle mit 20 der besten Städte in Deutschland für eine Ausbildung, basierend auf den Kriterien unserer Webseite:
| Stadt | Begründung |
|---|---|
| München | Viele große Unternehmen und Branchenführer wie BMW, Siemens und Allianz bieten zahlreiche Ausbildungsplätze. |
| Berlin | Vielfältige Branchen mit hoher Nachfrage nach Auszubildenden, zudem eine sehr dynamische Startup-Szene. |
| Hamburg | Wichtiger Hafenstandort und Logistikzentrum, starke Handels- und Industrieunternehmen mit vielen Ausbildungsangeboten. |
| Frankfurt am Main | Finanzzentrum Deutschlands mit vielen Banken, Versicherungen und Dienstleistungsunternehmen, die gute Ausbildungsplätze bieten. |
| Stuttgart | Zentrum der Automobilindustrie mit Unternehmen wie Daimler und Porsche, bietet hervorragende Ausbildungsmöglichkeiten. |
| Düsseldorf | Sitz vieler großer Konzerne und stark in der Mode– und Werbebranche, vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten. |
| Köln | Medienhauptstadt Deutschlands mit einer hohen Dichte an Ausbildungsangeboten in Medien und Kommunikationsberufen. |
| Leipzig | Wachsende Stadt mit starker Logistik- und Dienstleistungsbranche, bietet viele Ausbildungsplätze in neuen Branchen. |
| Dresden | Stark im Bereich Mikroelektronik und Maschinenbau, mit vielen Möglichkeiten für technisch orientierte Ausbildungen. |
| Hannover | Bedeutender Standort für die Automobil- und Maschinenbauindustrie, bietet viele Ausbildungsplätze in technischen Berufen. |
| Bremen | Wichtiger Logistik- und Handelsstandort, besonders im Bereich Hafenwirtschaft und Schiffbau starke Ausbildungsmöglichkeiten. |
| Nürnberg | Stark in den Bereichen IT und Elektronik, bietet viele moderne Ausbildungsmöglichkeiten. |
| Essen | Industrie- und Handelsstandort mit großen Unternehmen, die eine breite Palette an Ausbildungsplätzen anbieten. |
| Mannheim | Zentrum der Chemie- und Maschinenbauindustrie, bekannt für praxisnahe und spezialisierte Ausbildungsprogramme. |
| Dortmund | Stark im Bereich Logistik und Dienstleistungen, bietet viele Ausbildungsmöglichkeiten in diesen Branchen. |
| Karlsruhe | Starke IT- und Ingenieursszene, viele Ausbildungsmöglichkeiten in zukunftsorientierten Berufen. |
| Augsburg | Bedeutender Industriestandort mit Schwerpunkt auf Maschinenbau und Textilindustrie, bietet attraktive Ausbildungsplätze. |
| Kiel | Wichtiger Standort für maritime Wirtschaft, bietet viele Ausbildungsplätze im Bereich Schiffbau und Logistik. |
| Freiburg | Starker Fokus auf Umwelttechnik und erneuerbare Energien, viele Ausbildungsplätze in zukunftsorientierten Branchen. |
| Wolfsburg | Heimat von Volkswagen, eines der größten Automobilunternehmen der Welt, bietet exzellente Ausbildungsmöglichkeiten. |
Diese Tabelle spiegelt die Attraktivität der Städte in Bezug auf Ausbildungsplätze wider, basierend auf wirtschaftlicher Stärke, Branchenvielfalt und Zukunftsperspektiven für Auszubildende.
Einflüsse von Künstlicher Intelligenz im Bereich Berufsausbildung
Wie verändert Künstliche Intelligenz derzeit die Berufsausbildung? Künstliche Intelligenz verändert bereits heute die Berufsausbildung in grundlegender Weise, erklärt Dr. Wolfgang Sender. “Ich beobachte, dass adaptive Lernsysteme individuelle Schwächen von Auszubildenden erkennen und gezielt fördern”, so der Arbeitsmarktexperte. In vielen Betrieben kommen laut Sender bereits KI-gestützte Tutorensysteme zum Einsatz, die praktische Fertigkeiten vermitteln. Besonders in technischen Berufen unterstützen intelligente Assistenzsysteme die Ausbildung, indem sie Arbeitsprozesse visualisieren und Fehlerquellen aufzeigen. Diese Entwicklung betrifft vor allem Berufe mit stark standardisierbaren Abläufen, während manuelle Spezialtätigkeiten vorerst weniger beeinflusst werden.
Die weitere Durchdringung des Ausbildungsbereichs durch KI wird sich nach Einschätzung von Dr. Sender in den nächsten fünf bis zehn Jahren deutlich beschleunigen. “Ich erwarte, dass KI-Systeme künftig komplexere praktische Prüfungssituationen simulieren können”, sagt der Experte. Der Mechanismus dieser Entwicklung basiert auf der Verbesserung von Sensortechnologien und maschinellem Lernen. Allerdings dürfte der Einsatz von KI regional und nach Berufsfeldern unterschiedlich verlaufen. In Ballungsräumen mit entsprechender digitaler Infrastruktur wird die Integration wahrscheinlich schneller voranschreiten als in ländlichen Regionen.
Für Ausbildungssuchende empfiehlt Dr. Sender, sich mit grundlegenden KI-Anwendungen vertraut zu machen: “Ich rate dazu, zumindest die Bedienung von KI-gestützten Planungstools und Diagnosesystemen zu erlernen.” Blue-Collar-Berufe und spezialisierte Handwerksarbeiten bleiben seiner Einschätzung nach voraussichtlich stabil, während administrative Routinetätigkeiten stärker unter Druck geraten. Bezüglich einer möglichen General Artificial Intelligence äußert sich Sender zurückhaltend: “Ich halte kurzfristige disruptive Veränderungen durch eine allgemeine künstliche Intelligenz für unwahrscheinlich.” Stattdessen betont er die Bedeutung von hybriden Arbeitsmodellen, bei denen menschliche Fachkraft und KI-Systeme zusammenwirken.
Fragen und Antworten
Wie kann man Berufsschule und Arbeitgeber an einem Ort finden?
Achte darauf, dass Ausbildungsbetrieb und Berufsschule in derselben Stadt oder gut erreichbar liegen. Kurze Wege sparen Zeit und reduzieren Pendelkosten. Viele Unternehmen bieten Fahrtkostenzuschüsse bei guter Infrastruktur an.
Wie kann man mehrere Arbeitgeber für den Ausbildungsberuf am Ort identifizieren?
Recherchiere vorab, ob mehrere Betriebe deinen Wunschberuf in der Stadt anbieten. Dies gibt dir Alternativen und erhöht deine Chancen. Online-Ausbildungsportale und die lokale IHK helfen bei der Suche.
Wie kann man Kultur, Sport und Lebensfreude in einer Stadt bewerten?
Informiere dich über Freizeitangebote wie Vereine, Parks, Veranstaltungen und kulturelle Einrichtungen. Eine aktive Stadt fördert dein Wohlbefinden und den Ausgleich zur Arbeit. Besuche die Stadt vorab oder nutze Stadtportale.
Wie kann man die Infrastruktur einer Stadt prüfen?
Überprüfe die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, Radwege und Autobahnen. Gute Infrastruktur erleichtert Pendeln und Alltagswege. Nutze Kartenapps oder lokale Verkehrsbetriebe für Informationen.
Wie kann man ähnliche Azubis am Ort finden?
Suche nach Azubi-Treffs, Berufsschulklassen oder Online-Foren für Auszubildende in der Stadt. Der Austausch mit Gleichaltrigen unterstützt beim Netzwerken und bei der Eingewöhnung. Soziale Medien können hier helfen.
Wie kann man günstigen Wohnraum in einer Stadt finden?
Vergleiche Mietpreise in verschiedenen Stadtteilen und prüfe Wohnheime oder WG-Angebote. Günstige Mieten entlasten dein Budget. Nutze Immobilienportale und lokale Zeitungen für die Suche.
Wie kann man die Nähe zu Familie und Freunden berücksichtigen?
Wähle eine Stadt, die gut an dein Heimatumfeld angebunden ist, z.B. mit Bahn- oder Autobahnverbindungen. Regelmäßige Besuche stärken soziale Kontakte.
Wie kann man Städte mit Entwicklungspotenzial erkennen?
Achte auf wirtschaftliches Wachstum, neue Unternehmen und Investitionen in der Region. Solche Städte bieten langfristig bessere Jobchancen. Wirtschaftsberichte und lokale Nachrichten geben Hinweise.
Wie kann man die Mindestgröße einer Stadt für eine Ausbildung bestimmen?
Orientiere dich an Städten ab 50.000 Einwohnern, da diese oft ausreichend Ausbildungsplätze und Infrastruktur bieten. Kleinere Städte können je nach Beruf ebenfalls geeignet sein. Vergleiche Einwohnerzahlen und Angebote.
Wie kann man soziale und medizinische Hilfseinrichtungen in einer Stadt prüfen?
Informiere dich über Ärzte, Krankenhäuser, Beratungsstellen und soziale Dienste. Gute Versorgung ist wichtig für Notfälle und Unterstützung. Stadtverwaltungen oder Gesundheitsportale liefern Details.
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