Tierpsychologie: So wirst du Tierpsychologe oder Tierpsychologin

Tierpfleger Ausbildung

In Deutschland kannst du als Tierpsychologe oder Tierpsychologin arbeiten. Bei der Tierpsychologie handelt es sich um ein Wachstumsfeld, das auch gut für Quereinsteiger und Ausländer geeignet ist. Unser Guide dazu.

Tierpsychologie: Darum geht es

Es ist wissenschaftlich umstritten, ob es eine Tierpsychologie geben kann. Fakt ist jedoch, dass Experten gesucht sind, die sich mit dem Verhalten von Tieren befassen. Hierbei geht es nicht nur im Haustiere wie Hunde und Katzen, sondern auch um Nutztiere.

Tierpsychologie Haustiere

Haustiere leben in zwei von drei deutschen Haushalten. Nicht immer ist die Haltung von Haustieren jedoch einfach:

  • oftmals besitzen Halterinnen und Halter von Haustieren keine Erfahrung mit Tieren
  • es werden Fehler in der Erziehung gemacht
  • die Haustiere stammen von Vorbesitzern, die nicht kundig mit den Tieren umgegangen sind
  • es gibt Entwicklungsstörungen bei den Tieren oder Haltungsprobleme
  • das Umfeld und die Tiere passen nicht zusammen.

Tierpsychologen können nicht wie Psychologen für Menschen das Empfinden und Denken der Tiere analysieren, aber sie können die Situationen des Tieres und sein Umfeld erfassen und Änderungen vorschlagen. Tierbesitzer können dadurch beraten und die Situation für die Tiere verbessert werden. Insbesondere wird von Tierpsychologen festgestellt, ob das Tierverhalten artgerecht ist, wo Probleme lauern und wie diese zu lösen sind. Dazu zählen auch Anforderungen die Ernährung, die Versorgung und die Erziehung von Tieren.

Tierpsychologie Nutztiere

Die Behandlung von Nutztieren erfolgt in der Regel ausschließlich durch Tierärzte und eventuell noch durch Tierheilpraktiker. Generell ändert sich jedoch die gesellschaftliche Haltung zur Massenhaltung von Nutztieren und ihnen werden immer mehr angemessenere Lebensbedingungen zugemessen. Wir nehmen daher an, dass in Zukunft auch ein Markt für die Tierpsychologie von Nutztieren entstehen könnte.

Als Tierpsychologin oder Tierpsychologe nimmst du oft auch den generellen Zustand eines Tieres unter die Lupe. Dies hilft, gesundheitliche Ursachen für bestimmtes Verhalten auszuschließen und gibt Einblicke in das Verhalten der Tierhalter.

Life-in-Germany.de ist ein unabhängiges Online-Magazin, das seit 2018 über Karrieremöglichkeiten in Deutschland informiert. Wir geben Tipps zu Ausbildung, Dualem Studium, Studium, Job und Bewerbung. Wir unterstützen Unternehmen und Initiativen bei der internationalen Fachkräftegewinnung. Wir freuen uns über Kooperationsanfragen und Themenvorschläge.

So wirst du Tierpsychologe

Um Tierpsychologe / Tierpsychologin zu werden, benötigst du keine besonderen Bildungsvoraussetzungen. Das bedeutet: In Deutschland kann jeder Tierpsychologe werden und auf diesem Feld arbeiten. Dies ist eine enorme Chance für alle Menschen, die:

  • einen beruflichen Neuanfang suchen
  • gerne mit Tieren und deren Halterinnen und Haltern arbeiten
  • selbstständig arbeiten möchten
  • etwas dazulernen möchten und sich für die Tätigkeit qualifizieren
  • bereit sind, Verantwortung für die Tiere zu übernehmen und sich als deren Anwälte und als Ratgeber für die Halter zu sehen.
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Kurse belegen

Um Tierpsychologin oder Tierpsychologe zu werden, kannst du beispielsweise einen Online-Lehrgang Tierpsychologie besuchen*, der dir die wesentlichen Hintergründe gezielt beibringt. Der Vorteil ist hier, dass du angeleitet wirst, aktuelles und umfassendes Wissen erhältst und am Ende mit einem Zertifikat abschließt.

Mit einem solchen Zertifikat kannst du dann für dich werben: Es zeigt deinen Kundinnen und Kunden deine Qualifikationen und kann diese veranlassen, deine Dienste in Anspruch zu nehmen.

Ein guter Online-Kurs Tierpsychologie* sollte dir mindestens die folgenden Grundlagen beibringen:

  • Anforderungen an Ernährung, Versorgung und Erziehung von Tieren
  • artgerechtes Tierverhalten
  • typische Problemlagen bei verschiedenen Tieren
  • Lösungsansätze bei Fehlverhalten.
Um Tierpsychologin oder Tierpsychologe zu werden, solltest du dir zuerst das erforderliche Fachwissen aneignen. Hierzu kannst du ein Selbststudium wählen oder du besuchst bequem etablierte Online-Kurse, die dir viele Informationen für deine Tätigkeit bereits fertig vorbereitet vermitteln.

Tierpsychologe durch Selbststudium werden

Neben einem Online-Fernlehrgang Tierpsychologie* kannst du auch Tierpsychologe oder Tierpsychologin werden, indem du dir dieses Wissen durch ein Selbststudium aneignest. Hierzu kannst du dir das Wissen aus verschiedenen Lehrbüchern und Fachbüchern selbst zusammentragen oder im Internet recherchieren. Es gibt eine Reihe von Fachbüchern, die hier möglicherweise gut zu deinen Zielen passen:

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Häufige Fragen und Antworten zur Tierpsychologie

  1. Wer darf sich Tierpsychologe / Tierpsychologin nennen?

    Da es sich nicht um eine geschützte Berufsbezeichnung handelt, darf sich in Deutschland jeder Tierpsychologe oder Tierpsychologin nennen. Dennoch empfiehlt es sich, neben einer Begabung im Umgang mit Tieren und Menschen auch eine Ausbildung zu absolvieren, um gewisse Qualitätsstandards zu erfüllen.

  2. Wie kann man Tierpsychologe werden?

    Um Tierpsychologe zu werden, brauchst du kein Studium. Es empfiehlt sich eine Ausbildung, die du online und als Kompaktkurs absolvieren kannst. Du brauchst keinen besonderen Schulabschluss, um Tierpsychologe zu werden. Allerdings solltest du nicht nur gut mit Tieren umgehen können, sondern auch mit Menschen als Haltern der Tiere. Oftmals liegen Probleme beim Tier auch in den Beziehungen zum Halter, daher musst du Tiere und Halter gleichermaßen in den Blick nehmen.

Welche Investitionen braucht man, um Tierpsychologe zu werden?

Entscheidest du dich für eine Ausbildung, entstehen hierfür einmalige Kosten. Machst du dich dann als Tierpsychologe selbstständig, kommen mindestens folgende Kosten auf dich zu:

Fixkosten als Tierpsychologe

  • Passende Arbeitskleidung, Arbeitstasche, Hygieneausrüstung
  • Schutzkleidung (bei größeren und aggressiven Tieren)
  • Räumlichkeiten (wenn du deine Dienste nicht als reine Hausbesuche anbietest)
  • Fachliteratur
  • Computer für Erfassung von Befunden, Dokumentationen und Ausdruck der Rechnungen
  • Visitenkarten, Prospekte
  • Kosten für die Gründung deines Unternehmens (in der Regel Gewerbeanmeldung)

Optionale Kosten als Tierpsychologe

  • Ansprechendes Büro mit Untersuchungszimmer / Sprechzimmer
  • Fahrzeug für Besuche
  • Sekretärin, Sprechstundenhilfe
  • Diktiergerät
  • Kosten für Anzeigen oder Werbung

Du siehst, dass diese Kosten alles in allem sehr überschaubar sind. Zu Beginn deiner Tätigkeit kannst du beispielsweise nur von zu Hause aus arbeiten und bietest ausschließlich Hausbesuche an. Dadurch sparst du dir die hohen Ausgaben für eine Praxis und Personal.

Hast du eine gewisse Reputation und einen Kundenstamm erreicht und sind damit deine Einnahmen stabil und ausreichend, kannst du dich Schritt für Schritt vergrößern und professionalisieren.

Was sollte ich noch wissen?

Wenn du Tierpsychologe oder Tierpsychologin werden möchtest, gibt es noch einige angrenzende Themenbereiche, die für dich interessant sein können. So gibt es beispielsweise Online-Kurse auch für diese Themenbereiche*:

  • Tierernährungsberater/in (Hunde und Katzen)
  • Tierheilpraktiker/in
  • Rhetorik-Training – erfolgreich kommunizieren
  • Sichere Existenzgründung

Einflüsse von Künstlicher Intelligenz im Bereich Tierpsychologie

Wie verändert Künstliche Intelligenz derzeit die Tierpsychologie? Dr. Wolfgang Sender, Karriereberater mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz, erklärt: “Ich sehe in meiner Beratungspraxis, dass KI-Systeme bereits heute Verhaltensmuster bei Tieren automatisiert erfassen und auswerten.” Konkret unterstützen Algorithmen die Analyse von Tierbewegungen, Lautäußerungen und sozialen Interaktionen durch videobasierte Beobachtungssysteme. Diese Technologien ermöglichen eine objektivierte Datengrundlage für Verhaltensbeurteilungen. Die menschliche Fachkraft bleibe jedoch für die Interpretation und Therapieentscheidungen unverzichtbar, betont Sender.

Für die kommenden fünf bis zehn Jahre prognostiziert Sender eine zunehmende Verfeinerung prädiktiver Analysemodelle. Nach seiner Einschätzung werden KI-gestützte Systeme wahrscheinlich Frühwarnsignale für Verhaltensstörungen erkennen, noch bevor diese klinisch manifest werden. “Ich erwarte voraussichtlich eine stärkere Integration von Sensorik und Machine Learning in der tierpsychologischen Diagnostik”, so Sender. Spezialisierte manuelle Arbeit bei der Interaktion mit Tieren und die akademische Steuerung der KI-Systeme werden seiner Prognose nach weiterhin bestehen bleiben.

Berufseinsteigern rät Sender zur gezielten Aneignung von Kompetenzen im Umgang mit KI-basierten Diagnosetools und ethischen Bewertungsrahmen. “Ich empfehle, sich auf Bereiche zu konzentrieren, wo menschliche Empathie und KI-gestützte Analytik synergistisch wirken”, führt Dr. Sender aus. Die Chancen liegen in präziseren Interventionsmöglichkeiten, während Risiken in einer möglichen Überstandardisierung der Diagnostik bestehen. Eine General AI würde nach aktuellem Stand eher unterstützende Funktionen übernehmen. Blue-Collar-Tätigkeiten in der praktischen Tierarbeit und akademische Forschung zur KI-Validierung behalten ihre Bedeutung.

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