
Viele Deutsche können auch im Urlaub nicht von ihrer Arbeit lassen. Eine repräsentative Studie der KÖNIGSTEINER Gruppe zeigt, dass fast die Hälfte der Befragten auch im Urlaub arbeitet. 48 % der Befragten gaben an, gelegentlich im Urlaub zu arbeiten, während 13 % dies regelmäßig tun. Die Studie basiert auf der Befragung von 1.017 Beschäftigten und beleuchtet das Zusammenspiel von Urlaub und Beruf.
Inhaltsverzeichnis
Arbeiten im Urlaub
Das Bundesurlaubsgesetz sieht vor, dass Beschäftigte während ihres Urlaubs nicht arbeiten sollen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Viele Arbeitnehmer*innen entscheiden sich freiwillig, auch im Urlaub berufliche Aufgaben zu übernehmen. Besonders problematisch wird es, wenn die Arbeit im Urlaub zur Norm wird und dies in die Unternehmenskultur übergeht.
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Tätigkeiten im Urlaub
Urlauberinnen, die arbeiten, konzentrieren sich hauptsächlich auf das Bearbeiten von E-Mails, Projektmanagement und administrative Aufgaben. 18 % der Befragten arbeiten immer an ihren E-Mails, während 40 % dies gelegentlich tun. Co-Working-Spaces werden ebenfalls immer beliebter. 20 % der Beschäftigten haben bereits im Urlaub in einem Co-Working-Space gearbeitet. Bei Akademikerinnen liegt dieser Anteil sogar bei 28 %.
| Tätigkeit | Anteil der Beschäftigten |
| Immer E-Mails bearbeiten | 18 % |
| Gelegentlich E-Mails bearbeiten | 40 % |
| Nutzung von Co-Working-Spaces | 20 % |
| Nutzung von Co-Working-Spaces durch Akademiker*innen | 28 % |
Arbeit und Karriere
Nur eine Minderheit der Beschäftigten arbeitet im Urlaub aus Karrieregründen. 22 % der Befragten erhoffen sich durch ihr Engagement einen Karrieresprung. 45 % glauben, dass ihre Urlaubsarbeit keinen Einfluss auf ihre beruflichen Ambitionen hat.
Wahrnehmung im beruflichen und privaten Umfeld
Arbeitnehmerinnen nehmen an, dass ihre Mehrarbeit im Urlaub von Kolleginnen und Vorgesetzten positiv bewertet wird. 37 % der Befragten glauben, dass ihre Kolleg*innen ihren Einsatz zu schätzen wissen, während 57 % davon ausgehen, dass ihre Führungskraft dies positiv wahrnimmt. Im privaten Umfeld wird die Arbeit im Urlaub jedoch oft als störend empfunden. 51 % der Befragten sind überzeugt, dass ihre Familie ihre Arbeit im Urlaub nicht gutheißt.
Urlaubstage der Deutschen
Laut der KÖNIGSTEINER Studie nehmen die Deutschen den größten Teil ihres Jahresurlaubs im Sommer. Im Durchschnitt beantragen sie 14 Urlaubstage für die Sommermonate. Eine Analyse des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass die tatsächliche Anzahl der genommenen Urlaubstage im Jahr 2022 bei durchschnittlich 31,8 Tagen lag. Diese Zahl berücksichtigt auch zusätzliche freie Tage wie Mutterschutzzeiten oder vom Unternehmen gewährte Brückentage.
Durchschnittliche Urlaubstage in Deutschland
| Zeitraum | Durchschnittliche Urlaubstage |
| Sommer | 14,0 Tage |
| Jahr 2022 (inkl. zusätzlicher freier Tage) | 31,8 Tage |
Fragen und Antworten
Wie kann man die Arbeit im Urlaub reduzieren?
Legen Sie klare Grenzen fest und kommunizieren Sie diese an Kollegen. Schalten Sie berufliche Benachrichtigungen auf dem Smartphone aus und delegieren Sie Aufgaben vor dem Urlaub. Planen Sie alternative Aktivitäten, um nicht in Versuchung zu geraten.
Wie kann man E-Mail-Bearbeitung im Urlaub vermeiden?
Richten Sie eine Urlaubsvertretung ein und informieren Sie Kunden über Ihre Abwesenheit. Nutzen Sie automatische Abwesenheitsnachrichten und priorisieren Sie wichtige Mails für die Rückkehr. Begrenzen Sie die tägliche E-Mail-Zeit auf maximal 15 Minuten.
Wie kann man die gesetzlichen Urlaubsrechte durchsetzen?
Informieren Sie sich über das Bundesurlaubsgesetz, das ungestörten Urlaub vorsieht. Dokumentieren Sie Arbeitsanforderungen im Urlaub und wenden Sie sich bei Verstößen an den Betriebsrat. Nutzen Sie rechtliche Beratungsangebote bei systematischen Verstößen.
Wie kann man Co-Working im Urlaub sinnvoll nutzen?
Begrenzen Sie Co-Working-Aktivitäten auf 2-3 Stunden pro Tag an maximal 2 Urlaubstagen. Wählen Sie Orte mit guter Work-Life-Balance und trennen Sie Arbeits- und Freizeitbereiche deutlich. Planen Sie Erholungsphasen nach der Arbeit ein.
Wie kann man die Unternehmenskultur bezüglich Urlaub verbessern?
Fördern Sie eine Kultur der Erholung durch Vorbildfunktion der Führungskräfte. Implementieren Sie klare Richtlinien zur Urlaubsnutzung und schaffen Sie Anreize für ungestörte Erholung. Messen Sie regelmäßig die Work-Life-Balance der Mitarbeiter.
Einflüsse von Künstlicher Intelligenz im Bereich Arbeitsleben
Wie verändert Künstliche Intelligenz derzeit das Arbeitsleben? Dr. Wolfgang Sender, Experte für Künstliche Intelligenz, erklärt: “Ich sehe in meiner Beratungspraxis, dass KI-Systeme bereits heute administrative Routinetätigkeiten automatisieren und Datenanalysen beschleunigen.” Algorithmen übernehmen zunehmend standardisierte Büroaufgaben, während intelligente Assistenzsysteme die Projektkoordination unterstützen. Die menschliche Fachkraft bleibe jedoch für komplexe Entscheidungsprozesse und zwischenmenschliche Interaktionen unverzichtbar, betont Sender.
Für die kommenden fünf bis zehn Jahre prognostiziert Sender eine weitere Durchdringung kognitiver Arbeitsbereiche durch KI. Nach seiner Einschätzung werden sich KI-gestützte Planungstools und adaptive Lernsysteme in Unternehmen etablieren. Sender erwartet voraussichtlich eine Verschiebung von repetitiven Wissensarbeiten hin zu kontrollierenden und kuratierenden Tätigkeiten. Spezialisierte manuelle Arbeit sowie akademische Steuerungsfunktionen würden dabei voraussichtlich bestehen bleiben, da diese Bereiche schwer vollständig zu automatisieren seien.
Berufseinsteigern rät Sender zur Entwicklung von KI-Kompetenzen und kritischem Umgang mit automatisierten Systemen. “Ich empfehle, sich auf Bereiche zu konzentrieren, die menschliche Urteilsfähigkeit mit technologischem Verständnis verbinden”, so Sender. Chancen sieht er in der Entlastung von monotonen Aufgaben, während Risiken in unvorbereiteten Qualifikationsübergängen liegen. Eine General AI würde nach aktuellem Stand eher langfristig wirken, wobei blue-collar-Tätigkeiten und akademische Forschung weiterhin Bedeutung behalten.
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