Die Bundesregierung will mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität Brücken, Netze und die Digitalisierung voranbringen. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt jedoch, dass dafür die nötigen Fachkräfte fehlen. Ohne qualifiziertes Personal bleiben auch große Summen wirkungslos.
Die Bundesregierung setzt dabei auf zusätzliche staatliche Investitionen in Höhe von 500 Milliarden Euro. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass Geld allein keine neuen Kapazitäten schafft.
Laut IW-Studie fehlten zwischen Juli 2025 und Juni 2026 im Durchschnitt 148.047 Fachkräfte für die Investitionsagenda in den Bereichen Infrastruktur, Energiewende und Digitalisierung. 44 Prozent der gesamten Fachkräftelücke entfallen auf diese drei Berufsgruppen. Besonders groß sind die Lücken bei technischen Tätigkeiten, die für die konkrete Umsetzung gebraucht werden – etwa in der Bauelektrik, der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, der elektrischen Betriebstechnik sowie der Maschinenbau- und Betriebstechnik. Es fehlen überwiegend Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung.
Das Institut warnt, dass das Sondervermögen die Nachfrage nach diesen Berufen weiter anheizen wird, während das Arbeitsangebot ohne deutliche Gegenmaßnahmen nur unzureichend wächst. Im September 2025 blieben 54.400 Ausbildungsstellen unbesetzt. IW-Konjunkturchef Michael Grömling betont, dass öffentliche Investitionen zwar den staatlichen Investitionsstau beheben könnten, private Investitionen aber nicht ersetzen. Seit Anfang 2020 haben Unternehmen rund 470 Milliarden Euro weniger investiert, als nach dem historischen Trend zu erwarten gewesen wäre.