Ausbildung: Tipps für Eltern von Azubis

Lesedauer: 4 Minuten.

Im Alter zwischen etwa 15 und 25 Jahren interessieren sich viele Jugendliche aus Deutschland und dem Ausland für eine Berufsausbildung. Als Elternteil möchtest du hier vielleicht beraten und deinem Kind mit Rat und Tat zur Seite stehen. Was müsst ihr als Eltern von Azubis aktuell wissen zur Berufsausbildung für euer Kind? Unser Guide.

Sollte mein Kind eine Ausbildung beginnen?

Hierzu möchten wir euch aus unserer langen Erfahrung die folgenden immer wieder vorgekommene Aspekte erläutern:

Schulabschluss

Wenn dein Kind einen Hauptschulabschluss, Realschulabschluss oder Abitur hat, dann kann es problemlos eine Ausbildung beginnen. Hat dein Kind den Schulabschluss verpasst, dann empfiehlt es sich meistens, dass ihr versucht, diesen Schulabschluss zu erreichen. Vielleicht möchte dein Kind den Schulabschluss direkt nachholen. Möglich ist auch, zunächst zur Neuorientierung ein Brückenjahr zu nehmen und es dann nochmal mit dem Schulabschluss zu probieren.

Achtung bei Begriffen

Wichtig ist, dass ihr darauf achtet, dass es sich um eine Duale Berufsausbildung handelt. Nur hier bekommt euer Sprössling einen Vertrag mit einem Unternehmen und eine Ausbildungsvergütung. Eine Duale Berufsausbildung gibt es für alle anerkannten Ausbildungsberufe. Daneben gibt es noch andere Formen der Ausbildung, beispielsweise die schulische Ausbildung oder die Ausbildung in nicht reglementierten Berufen. Hier wäre es an euch, diese Ausbildung zu bezahlen.

Ausbildung mit Abitur? Oder was anderes?

Noch vor zehn Jahren gab es nicht wenige Eltern, die ihren Kindern trotz Abitur zunächst zu einer Ausbildung und dann – eventuell – zum Studium geraten haben. Jedem steht sicher jeder Vorschlag frei. Aber zwischenzeitlich solltest du wissen, dass es mit dem Dualen Studium eine Ausbildungsform gibt, bei der ihr euch nicht für Ausbildung oder Studium entscheidet, sondern einfach beides zugleich macht. Das Duale Studium wird immer häufiger angeboten und ist ohne Zweifel ein sehr attraktives Modell.

Was sollten Eltern von Azubis vor der Ausbildung beachten?

Vertragsentwurf

Lasst euch den Vertragsentwurf zur Ausbildung frühzeitig durch den Arbeitgeber zusenden und lest ihn aufmerksam durch. Geht jeden Aspekt in Ruhe durch (Eltern und Kind gemeinsam) und prüft, was es für euch bedeutet. Klärt eventuelle Fragen mithilfe einer Suchmaschine oder dem Arbeitgeber direkt. Ihr könnt zu bestimmten Aspekten auch bei der Arbeitsagentur nachfragen und euch beraten lassen.

Probearbeit

Es ist (leider) noch nicht wirklich üblich, aber wir raten dringend dazu: Lasst euren Sprössling vor Ausbildungsbeginn und am besten noch vor Vertragsunterzeichnung im Betrieb zur Probe arbeiten. Ziel des Ganzen ist, dass der künftige Azubi vor Ausbildungsbeginn mehr erfährt über die Inhalte des Berufs, um den es geht sowie über das Klima im Betrieb.

Ideal ist es dazu, wenn der künftige Azubi/die künftige Azubine einfach in den Sommerferien vor Ausbildungsbeginn einmal für zwei bis vier Wochen im Betrieb mitarbeitet. Das muss kein unbezahltes Praktikum sein. Ihr könnt mit dem Arbeitgeber verhandeln, dass das Kind zunächst als ungelernte Hilfskraft mitarbeitet. Dies hat einige Vorteile:

  • das Kind lernt Beruf und Unternehmen wirklich gut kennen, bevor es sich länger an das Unternehmen bindet
  • auch der Arbeitgeber lernt den Azubi / die Azubine kennen und kann sehen, mit welchen Kolleginnen und Kollegen am besten gearbeitet wird
  • die Arbeit kann mindestens mit Mindestlohn bezahlt werden
  • das Kind wird versichert und zahlt bereits in die Sozialversicherungen ein

Ihr müsst dabei keine besondere Angst haben, dass ein Arbeitgeber einen Rückzieher vom Ausbildungsangebot macht. Es besteht ein so hoher Bedarf an Azubis, dass selbst für den Falle eines Rückziehers durch den Arbeitgeber infolge der Probearbeit noch genügend Alternativen bestehen.

Zusätzliche Arbeit

Wer in Deutschland eine Duale Berufsausbildung macht, kann zusätzlich dazu noch bis zu 10 Stunden pro Woche regulär arbeiten. Ihr könntet überlegen, ob ihr den Arbeitgeber von Beginn an fragt, ob dies für euer Kind – optional – möglich ist. Es ist eine gute und leichte Möglichkeit, um zusätzlich Geld zu verdienen. Auch wenn es nicht viel Geld sein mag – richtig angelegt, wird im Laufe der Zeit auch hieraus eine stattliche Summe. Warum also nicht mitnehmen?

Vermögenswirksame Leistungen

Achtet vor Abschluss des Ausbildungsvertrages auch auf das Thema Vermögenswirksame Leistungen. Die Vermögenswirksamen Leistungen kommen zunächst aus der Tasche des Arbeitgebers. Bis zu 40 Euro pro Monat kann dieser dir zusätzlich zu deiner Ausbildungsvergütung zahlen. Für diese Leistungen erhältst du als Arbeitnehmer oder Azubi dann noch zusätzlich Geld vom Staat. Auch hier gilt: Es ist scheinbar zunächst nur kleines Geld, aber es ist geschenkt. Und in der Summe lohnt es sich für die Zukunft.

Ausbildung: Tipps für Eltern von Azubis
Bevor eine Ausbildung beginnt, kann man auch einmal zur Probe im Betrieb arbeiten: So lernt man Beruf und Unternehmen kennen, bevor man sich länger bindet.

Häufige Fragen von Eltern von Azubis

  • Sollte sich mein Kind bei der Arbeitsagentur zur Berufsausbildung beraten lassen?

    Auf jeden Fall solltet ihr Angebote der Arbeitsagentur zur Berufsausbildung nutzen. Ihr müsst nicht immer den Vorschlägen folgen, aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsagentur haben oft gute Ideen, wo man welche Ausbildung machen kann. Sie können auch dazu beraten, welche Perspektiven hinsichtlich von Fortbildungen und Aufstiegen bestehen.

  • Welche Ausbildung sollte mein Kind beginnen?

    Du solltest darauf achten, ob ihr euch für einen anerkannten Ausbildungsberuf oder eine andere Ausbildung entscheidet. Achtet hier auf die Begriffe!

  • Wo sollte mein Kind eine Ausbildung beginnen?

    Es empfiehlt sich immer, zunächst in der Region der Eltern zu suchen. Grund: Am besten ist es, wenn der Azubi/die Azubine noch zu Hause wohnen kann. Das Ausbildungsgehalt ist oftmals sehr knappt bemessen. Man kann sich davon sicher ein WG-Zimmer und ein eigenes Leben leisten, aber oftmals scheint es besser, dies noch unter dem Dach der Eltern zu beginnen und das zusätzliche Geld lieber zu sparen.

Möglichkeiten in Deutschland

Duale Berufsausbildung
Studium
Duales Studium
Au pair
Freiwilliges Soziales Jahr
Freiwilliges Ökologisches Jahr
BFD
Work and Travel
Praktikum
Freie Jobs

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