Freiwilliger Wehrdienst bei der Bundeswehr

In Deutschland gibt es derzeit keine Wehrpflicht. Junge Männer und Frauen können jedoch freiwillig einen Wehrdienst ableisten. Für Einsteigerinnen und Einsteiger liegt der monatliche Wehrsold bei etwa 1.500 Euro. Das ist deutlich mehr als Auszubildende bei einer Berufsausbildung erhalten.

Freiwilliger Wehrdienst bei der Bundeswehr: Welche Rahmenbedingungen gibt es?

Als Freiwillig Wehrdienst Leistender dienst du in den deutschen Streitkräften und auch an der Waffe. Du bist Soldatin oder Soldat beispielsweise in der Marine, bei der Luftwaffe oder dem Heer. Für deinen Dienst erhältst du einen monatlichen Sold und weitere Leistungen. Der Dienst dauert im Minimum sieben Monate und maximal 23 Monate.

Die ersten sechs Monate sind Probezeit. In dieser Zeit kannst du oder die Bundeswehr deinen Wehrdienst jederzeit beenden. Du kannst dich auch länger für einen Dienst verpflichten und beispielsweise eine Laufbahn als Unteroffizier oder Offizier antreten.

Voraussetzungen für den freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr

Wenn du einen freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr machen möchtest, musst du:

  • die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen
  • mindestens 17 Jahre alt sein
  • deine Schulpflicht erfüllt haben (du brauchst aber keinen Schulabschluss)
  • grundsätzlich bereit sein, dich bundesweit versetzen zu lassen

Ob du bei Marine, Heer, Luftwaffe oder anderswo eingesetzt wirst, richtet sich unter anderem nach deinen Erfahrungen, Fähigkeiten und Qualifikationen.

Ausbildung

Deinen freiwilligen Wehrdienst beginnst du als Soldat (unterster Dienstgrad). Am Anfang absolvierst du eine Grundausbildung. Hier erlernst du unter anderem deine Rechte und Pflichten als Soldat, Ordnung und Sauberkeit, Marschieren, Bedienung von Waffen. Im Anschluss hieran wechselst du in deine sogenannte “Stammeinheit”. Dort erhältst du eine weitere Ausbildung, beispielsweise als Panzerfahrer, als Geschäftszimmersoldat oder als Koch. Danach bist du in der Regel bis zum Ende deiner Dienstzeit mit dieser Aufgabe betraut. Es kann aber auch sein, dass du nochmals in einen anderen Bereich wechseln kannst.

Auswahlverfahren für den Freiwilligen Wehrdienst

Du musst dich zunächst schriftlich bei der Bundeswehr bewerben. Es gibt verschiedene Informationszentren der Bundeswehr, die dich dazu beraten. Aus unserer Erfahrung ist es wirklich gut, wenn du dich hier persönlich beraten lässt. Auch kannst du fragen, ob es Möglichkeiten gibt, wie du einmal selbst die Bundeswehr erleben kannst, vielleicht durch einen Tag der offenen Tür oder ein Praktikum.

Wirst du nach deiner schriftlichen Bewerbung akzeptiert, folgt ein Auswahlverfahren. Dieses dauert einen Tag und findet in einem Karrierecenter der Bundeswehr statt. Während dieses Tages erfolgt:

  • eine Ärztliche Untersuchung
  • ein Eignungstest am Computer zu Allgemeinbildung, Sprachkenntnissen, technischem Verständnis etc.
    das Vorstellungsgespräch mit einem Psychologen und eventuell einem Soldaten
    schließlich kannst du hier auch deine Wünsche äußern, in welcher Verwendung und an welchem Standort du dienen willst.

Freiwilliger Wehrdienst bei der Bundeswehr: Fragen und Antworten

  1. Machen viele Leute einen freiwilligen Wehrdienst?

    Ungefähr 8.000 junge Menschen leisten in Deutschland jährlich einen freiwilligen Wehrdienst. Das ist deutlich weniger als die Zahl von Azubis oder FSJ'lern, aber mehr als im Freiwilligen Ökologischen Jahr.

  2. Können Frauen freiwilligen Wehrdienst leisten?

    Alle Menschen können Wehrdienst leisten, egal ob Mann, Frau oder andere Zuordnung.

  3. Gibt es ein maximales Alter für den freiwilligen Wehrdienst?

    Ein maximales Alter ist nicht definiert. Du musst aber die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit besitzen, die für die Aufgaben gestellt werden.

  4. Welche Zusatzleistungen gibt es beim freiwilligen Wehrdienst?

    Neben dem monatlichen Sold erhältst du eine kostenlose truppenärztliche Versorgung, kostenlose Zugfahrten zwischen Standort und Wohnung sowie ein Entlassungsgeld (100 € pro Dienstmonat wenn du mindestens sechs Monate und einen Tag gedient hast).

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