Bundesfreiwilligendienst: BFD für Ausländer

Mit dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) können sich internationale Bewerberinnen und Bewerber in Deutschland im Bereich Sport, Ökologie, Soziales, Kultur, Integration, Zivilschutz und Katastrophenschutz engagieren. Der Bundesfreiwilligendienst BFD ist offen für Bewerberinnen und Bewerber aus allen Staaten der Welt. Wir erklären dir alles, was du zum BFD für Ausländer wissen solltest.

Der Bundesfreiwilligendienst auf einen Blick

Der Bundesfreiwilligendienst ist:

  • offen für Ausländerinnen und Ausländer auch aus Nicht-EU-Staaten
  • ein Angebot an Frauen und Männer jeden Alters
  • ein Engagement für das Gemeinwohl in Deutschland
  • eine Tätigkeit im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivilschutz oder Katastrophenschutz
  • in der Regel 1 Jahr lang (Minimum 6 Monate, Maximum bis 24 Monate)
  • eine ganztägige Tätigkeit (wenn du älter als 27 bist, dann geht auch Teilzeit mit dem Bundesfreiwilligendienst BFD 27+)

Ein BFD ist beispielsweise oft bei folgenden Einrichtungen möglich:

  • Jugendeinrichtungen
  • Kinderheime
  • Kindertagesstätten
  • Kommunen (Städte und Gemeinden, auch Landkreise etc.)
  • Krankenhäuser
  • Kultureinrichtungen
  • Museen
  • Pflegeeinrichtungen
  • Träger ökologischer Projekte
  • Schulen
  • Sportvereine

Organisationen, die den BFD oft anbieten, sind beispielsweise:

  • Arbeiterwohlfahrt
  • Caritas
  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Diakonie
  • Paritätischer Wohlfahrtsverband
  • Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland

BFD: Darum ist er für Ausländer oft attraktiv

Der Bundesfreiwilligendienst hat schon viele Ausländerinnen und Ausländer eine interessante Karriere in Deutschland ermöglicht. Das liegt vor allem daran, dass die Anforderungen für den Beginn eines BFD für Ausländerinnen und Ausländer sehr niedrig sind:

  • oftmals reichen grundlegende deutsche Sprachkenntnisse
  • es muss Geld für Lebenshaltung in Deutschland zur Verfügung stehen.

Gleichzeitig sind die Chancen hoch, dass sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer während des BFD wichtige Weiterentwicklungen vollziehen:

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  • Kontakte zu Arbeitgebern knüpfen
  • Praktische Arbeitserfahrung in Deutschland sammeln
  • Deutschkenntnisse verbessern.

Diese Schritte sind für viele internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer wichtig für den Aufbau einer Arbeitsperspektive in Deutschland.

Gründe, ein BFD zu beginnen

Nach einer von uns 2019-2022 durchgeführten Analyse entscheiden sich internationale Bewerberinnen und Bewerber für eine Teilnahme am Bundesfreiwilligendienst aus folgenden Gründen:

  • Deutschkenntnisse verbessern (82%)
  • Chancen in Deutschland finden (74%)
  • etwas Gutes tun (52%)
  • Keine Tätigkeit im Heimatland (51%)
  • Vorbereitung Studium oder Ausbildung (48%)
  • Überbrückung zum Studium oder zur Berufsausbildung (33%)
  • Arbeitsplatzsuche (31%)

Quelle: Eigene Erhebung von N=546 Interessentinnen und Interessenten für ein BFD in Deutschland zwischen dem 1.2.2019 und dem 1.2.2022.

Die Motivation zur Teilnahme am Bundesfreiwilligendienst sind also sehr unterschiedlich, jedoch oft auf den Aufbau einer Arbeitsperspektive in Deutschland gerichtet – und sei es über einen dann folgenden Umweg über Studium oder Ausbildung.

In jedem Falle erscheint ein BFD vielen Interessentinnen und Interessenten attraktiver als ein Praktikum in Deutschland.

Der BFD als Startpunkt in Deutschland

Gemeinsam ist, vielen dass der BFD einen positiven organisatorischen Rahmen Deutschland gibt. Speziell für Ausländerinnen und Ausländer, die nicht aus einem EU Staat kommen, ist der BFD auch eine Möglichkeit, um einen Visum für Deutschland zu erhalten. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerade aus den Nicht-EU-Ländern erhoffen sich, dass sie während des Einsatzes im BFD eine Möglichkeit zur dauerhaften Erwerbstätigkeit in Deutschland finden können.

Ausländerinnen und Ausländer, die diesen Weg bereits erfolgreich gegangen sind, haben in Gesprächen mit uns immer wieder hervorgehoben, dass diese organisatorische Klammer des BFD hier weitergeholfen hat. Es konnten nicht nur fachliche Qualifikationen erworben werden und die deutsche Sprache erlernt werden. Es ging hier auch um die generelle Orientierung in Deutschland und den Aufbau eines persönlichen Netzwerkes.

Natürlich ging es gemäß der von uns geführten Gespräche auch immer darum, etwas Gutes zu tun. Die Mehrzahl der internationalen Bewerberinnen und Bewerber mit denen wir gesprochen haben, gab aber an, entsprechend Gutes auch gerne in ihren Heimatländern tun zu wollen.

Hervorgehoben wurde von den Bewerberinnen und Bewerbern auch oft, dass die Kündigungsmöglichkeit des BFD für diese sehr attraktiv ist. Nicht wenige Bewerberin und Bewerber wollen regelmäßig das Angebot eines BFD wahrnehmen, um die Zeit bis zum Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung zu überbrücken. Da oftmals nicht klar ist, ob ein Studienplatz zugeteilt wird, ist der BFD eine attraktive Möglichkeit für diese Zwischenzeit.

BFD für Ausländer

BFD und die deutsche Sprache

Du musst etwas Deutsch sprechen für den BFD

Ganz entscheidend für eine Arbeitsperspektive in Deutschland ist dabei oft der Erwerb der deutschen Sprachkenntnisse. Die große Mehrheit der Interessenten am BFD aus dem Ausland hat zu Beginn der Tätigkeit deutsche Sprachkenntnisse im Bereich A1 oder A2 des GeR.

Während des Aufenthalts in Deutschland im Rahmen des BFD bemühen sie sich dann in der Regel, dieses Niveau auf das Niveau B1 anzuheben. Bekannt ist, dass das Niveau B1 sowohl die Voraussetzung für eine Erwerbstätigkeit wie auch die Aufnahme einer Berufsausbildung oder eines Studiums ist.

Nicht wenige Bewerberinnen und Bewerber, mit denen wir im Rahmen unserer Tätigkeit Gespräche geführt haben, bemängelt jedoch die fehlende Unterstützung der Arbeitgeber beim systematischen Erlernen der deutschen Sprache.

Du kannst den BFD nutzen, um dein Deutsch zu verbessern

Viele fühlten sich hier zu sehr auf sich allein gestellt. Anders als beispielsweise eine Tätigkeit als Au-Pair in Deutschland oder in einer Berufsausbildung in Deutschland ist der systematische und angeleitete Erwerb der Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse bei einem BFD in vielen Fällen nicht vorgesehen.

Bedauert wurde von nicht wenigen unserer Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner, dass diese es in den ersten Monaten ihres BFD versäumt hatten, strukturiert Sprachunterricht zu nehmen. Oftmals fehlte dann gegen Ende des Einsatzes die Zeit, um einen formalen Nachweis über das erreichte Deutschniveau nach GeR zu erhalten.

Möchtest du als internationaler Bewerber oder internationale Bewerberin daher an einem BFD teilnehmen, dann könntest du folgende Empfehlungen zur Sprache beachten:

  • Frage deine Einsatzstelle danach, ob diese dir deutschen Sprachunterricht ermöglichen kann oder einen Zuschuss zahlt
  • Informiere dich im Ort deiner Einsatzstelle danach, welche Möglichkeiten es zum Sprachenlernen hier gibt. Integrationsbeauftragte und Integrationsberatungsstellen sind hier für exzellente Anlaufstellen.

Weitere Ideen

  • Recherchiere auch im Internet durch eine lokale Suche über Google Maps oder den Karten nach Sprachschulen. Rufe dort durchaus einmal an und frage, welche Möglichkeiten es hier für einen Unterricht gibt und ob entsprechende Förderprogramme bekannt sind.
  • Plane von Anfang an am besten einen täglichen Sprachunterricht ein. Nutze dazu eventuell auch das lernen gemeinsam mit anderen oder kostenlose Lernangebote die App oder im Netz.

Bundesfreiwilligendienst BFD für Ausländer: Fragen und Antworten

  1. Können Ausländer BFD machen?

    Auch Ausländer aus der EU und aus nicht-EU-Staaten können einen BFD in Deutschland machen. Der BFD eignet sich aus unserer Sicht für Ausländer, die Deutsch lernen möchten und/oder einen Übergang vor oder nach dem Studium oder einer Ausbildung zu überbrücken haben. Es bestehen nur geringe Anforderungen an ausländische Bewerberinnen und Bewerber.

  2. Was ist der BFD?

    Der Bundesfreiwilligendienst ist ein freiwilliger Dienst von deutschen oder ausländischen Frauen und Männern. Personen beliebigen Alters können sich bewerben. Es geht beim Bundesfreiwilligendienst darum, dass sich Menschen für das Allgemeinwohl in Deutschland engagieren. Daher werden BFD-Plätze im Bereich Soziales (Gesundheit), Ökologie und Naturschutz, Kultur und Wissenschaft oder im Bereich Sport, Integration und Zusammenleben oder im Zivil- und Katastrophenschutz angeboten. Arbeitgeber können beispielsweise Vereine und Organisationen, die öffentliche Hand und gemeinnütze Unternehmen sein.

  3. Was ist der Vorteil des BFD für Ausländer?

    Der Vorteil des BFD ist es, dass auch Bewerberinnen und Bewerber aus Nicht-EU-Staaten und mit nur wenig Deutschkenntnissen hierüber in Deutschland eine Tätigkeit aufnehmen können. Während sie für mehrere Monate diesen freiwilligen Dienst in Deutschland leisten, können sie ihre Deutschkenntnisse verbessern, um später eine Ausbildung, ein Studium oder eine Berufstätigkeit aufzunehmen.

  4. Welche typischen Aufgaben hat am im BFD für Ausländer?

    Typische Tätigkeiten im BFD liegen im Bereich der Unterstützung und des Helfens für andere Menschen und in Projekten. Das kann in medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäusern, sozialen Einrichtungen wie Schulen oder in Altenheimen und Behindertenheimen sein. Man kann auch in Jugendclubs, Kirchen, kulturellen Einrichtungen wie Vereinen, Bibliotheken oder im Tourismus helfen. Ebenso gibt es Plätze zum Schutz der Umwelt oder bei der Tierhilfe. Bewerber sollten nicht erwarten, Positionen mit hoher Verantwortung zu übernehmen, obwohl dies der Fall sein kann. Die konkreten Aufgaben und Bedingungen hängen sehr stark von Ihrer Gastorganisation, Ihren Sprach- und Fachkenntnissen und Ihrem Engagement ab.

  5. Welche Voraussetzungen gibt es für den BFD für Ausländer?

    Die meisten Anbieter eines BFD fordern deutsche Sprachkenntnisse auf Niveau A2 oder B1. Weiterhin benötigen Nicht-EU-Bürger ein Visum. Anfallende Kosten für Visum und Anreise aus dem Ausland müssen die Bewerber selbst zahlen. Weitere Anforderungen legen die Anbieter von BFD-Plätzen selbst fest – spezielle Forderungen nach einem bestimmten Schulabschluss oder Studienabschluss gibt es aber in der Regel nicht.

  6. Wie erhalte ich ein Visum für das BFD als Ausländer?

    Zunächst benötigen Sie einen BFD-Platz. Sie müssen sich erst dann um ein Visum kümmern, wenn Sie eine Zusage für Ihr BFD von einem Anbieter haben. Der Anbieter wird Sie dann informieren, wie Sie Ihr Visum beantragen müssen.

  7. Wie gut muss ich Deutsch sprechen für BFD?

    Dies richtet sich nach dem Anbieter und danach, ob Sie ein Visum benötigen. In der Regel sind Deutschkenntnisse A2/B1 ausreichend.

  8. Gibt es eine Altersgrenze für BFD für Ausländer?

    Es gibt keine Altersgrenze für BFD für Ausländer. Jedoch kann ein BFD in der Regel erst ab 18 Jahren begonnen werden, damit Sie sich in Deutschland ohne Zustimmung der Eltern bewegen können.

  9. Wieviel verdient man im BFD?

    Im BFD gibt es keinen Verdienst. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten jedoch ein Taschengeld von maximal 426 Euro. Jeder Anbieter eines BFD entscheidet selbst darüber, ob und in welcher Höhe ein Taschengeld gezahlt wird. Darüber hinaus können Unterkunft und Verpflegung kostenlos gestellt oder die Kosten ersetzt werden. Auch hier entscheidet jedoch jede Einsatzstelle selbst, ob dies den Teilnehmerinnen und Teilnehmern angeboten werden kann. Beiträge für Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung werden durch die Einsatzstelle ebenfalls übernommen.

  10. Wie lange dauert ein BFD?

    Das Minimum liegt bei 6 Monaten. Die übliche Standardzeit liegt bei 12 Monaten und das Maximum liegt bei 18 Monate. Ein BFD kann beliebig oft wiederholt werden.

  11. Wofür kann mir der BFD helfen?

    Wenn Sie Ausländer sind, kann Ihnen der BFD helfen, besser Deutsch zu lernen und Praxiserfahrungen in Deutschland zu sammeln. Beispielsweise vor einer Berufsausbildung in Deutschland, einem Dualen Studium in Deutschland oder einem Studium in Deutschland.

Wo kann ich mich um ein BFD für Ausländer in Deutschland bewerben?

Sie benötigen zunächst eine Einsatzstelle – eine Einrichtung, bei der Sie den BFD durchführen können. Dazu können Sie über Internetportale suchen, sich direkt an Anbieter wenden oder die Hilfe von Agenturen in Anspruch nehmen. Nachdem Sie eine Einsatzstelle gefunden haben, bewerben Sie sich dort und erhalten von dort alle weiteren Informationen.

Sie können sich auf verschiedenen Portalen im Internet bewerben, u. a. hier:

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